Drei Strategien, drei Depots Raus aus den Aktien, rein in das Bargeld

Die große Bewegung am Aktienmarkt ist vorerst vorbei. Die Experten empfehlen daher den Anteil des Bargeldes hochzufahren. Doch die Entwicklung in Südeuropa könnte laut Frank Wiebe schon bald neue Chancen am Markt bieten.
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Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent. Quelle: Jens Dietrich

Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent.

(Foto: Jens Dietrich)

Goldman Sachs sagt es jetzt auch: Aktien sind im Moment ausgereizt. Und weil für Anleihen dasselbe gilt, empfiehlt die legendäre Investmentbank, den Anteil des Bargeldes hochzufahren. Auf der anderen Seite bleibt sie aber in Hab-Acht-Stellung mit Blick auf die Aktienbörse: Sollte es dort zu einem deutlicheren Kurseinbruch kommen, wäre das wiederum eine Kaufgelegenheit.

Das bestätigt das Bild: Die große Bewegung, ob nun aus Aktien oder aus Barbeständen, in den Aktienmarkt hinein, ist vorerst gelaufen. Sie hat dafür gesorgt, dass die Kurse mehr Optimismus signalisierten, als die meisten Analysten und Investoren tatsächlich verspürt und kommuniziert haben. Jetzt haben wir wieder die Balance: Das klingt nach einer Seitwärtsbewegung, jedenfalls für eine Weile.

Ausschlaggebend für die nächste Zeit dürfte vor allem die Entwicklung in Italien sein. Ich habe mal in einem Kommentar geschrieben, dass ein Wahlsieg Berlusconis ein Grund wäre, die Währungsunion wieder aufzulösen. Das klingt vielleicht hart, aber ich glaube tatsächlich, dass der Euro nur zu retten ist, wenn alle Beteiligten das ernsthaft wollen, und bei Berlusconi hat man diesen Eindruck nicht.

Man darf sich aber auch in einem Punkt nicht täuschen: Die deutsche Regierung hat wahrscheinlich ihre Euro- und Europapolitik etwas zu sehr mit dem Blick auf die eigenen Wähler betrieben und zu wenig Verständnis für die Länder im Süden gezeigt. Wenn dort politische Kräfte stark werden, die den Euro gefährden, trägt Berlin wahrscheinlich einen Teil der Schuld.

Spanien belastet die Märkte
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11 Kommentare zu "Drei Strategien, drei Depots: Raus aus den Aktien, rein in das Bargeld"

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  • ..
    EON:SE
    ..
    wie vorhergesagt..
    nach dem test des zehnjahrestiefs bei € 12,50
    ist nun die möglichkeit für umkehrformation ge-
    geben..
    ..
    hoch tief € 19,50 - € 12,50
    ..

  • "Die deutsche Regierung hat wahrscheinlich ihre Euro- und Europapolitik etwas zu sehr mit dem Blick auf die eigenen Wähler betrieben und zu wenig Verständnis für die Länder im Süden gezeigt. Wenn dort politische Kräfte stark werden, die den Euro gefährden, trägt Berlin wahrscheinlich einen Teil der Schuld." - WIE BITTE!!? Die Ausbeutung des deutschen Steuerzahlers zugunsten südeuropäischen Lotterlebens geht dem Autor wohl noch nicht weit genug!!? Wenn das deutsche Politikerpersonal doch nur'mal einen Blick auf den deutschen Wähler riskiert hätte - dann hätten sie die Spendierhosen (auf dessen Kosten) aber bitteschön gaaaaanz schnell ausgezogen .. so dass die Südeuropäer sich daraus nicht mehr nach Herz und Güte bedienen könnten - denn deren Regierungen betreiben ihre "Euro- und Europapolitik" ausschliesslich mit Blick auf die heimische Wählerklientel: sie holen nämlich Abersummen'raus - wo wir nur immer draufzahlen! Ein Egomane, wer dafür immer noch nicht genug "Verständnis" aufbringt!

  • wer Goldmann Sachs-Empfehlungen als Expertenmeinung verkauft, sollte an Griechenlandanleihen und vor allem an die Rettungsaktionen wegen gerade dieser Experten denken.

  • Unsere Regierung ist der Hauptschuldige an der Eurogeschichte.
    Sie war eindeutig der Treiber in dieser Angelegenheit.
    Es sagt ja niemand dass das Ziel falsch war.
    Vielmehr geht es einzig um den richtigen Weg und das temporäre Vorgehen.
    Es ist ein Unding mit so viel Druck die inneren Angelegenheiten Anderer beeinflussen zu wollen.
    " Alternativlose Politik " des deutschen politischen Hühnerhaufens geht gar nicht.
    Deutsche Banken müssten eine langfristig gute Chance sein.
    Sie haben viel dafür getan, tun viel, sich neuen EG - Richtlinien anzupassen und
    einen Vorsprung in der Branche in der EG zu erreichen.

  • So ein Blödsinn! Einmal gekaufte Aktien gibt man nicht mehr her und man hält sie so lange bis die Steuer auf Aktiengewinne abgeschafft wird, bevor man überhaupt an verkaufen denkt... Lieber nachkaufen für das Alter, als Rentenplus so in 20 - 30 Jahren.

  • Na ja, wenn die "Experten" empfehlen, aus Aktien rauszugehen, sollte man wohl das Gegenteil machen...ich fahre damit nach 25 Jahren an der Boerse ganz gut.

  • Der Wahltag in Italien ist natürlich extrem spannend. Durchaus möglich, wenn Berlusconi die Wahl gewinnt geht´s rasant abwärts mit europäischen Aktien. Die Euro-Krise wäre wieder voll präsent.
    Hier allerdings von "Schuld" der deutschen Regierung zu sprechen, weil angeblich der Wille zum Sparen in Hinblick auf die Italiener eine Überforderung dastellt, ist schlicht haarscharf an der Realität vorbeigedacht.
    Es geht nicht um "Schuld" oder "Nichtschuld" also Begrifflichkeiten aus der moralische Sphäre, sondern um Interessen und um nichts anderes.
    Wenn schon ein Wahlausgang in einem Euro-Land von mittlerer Bedeutung eine weitreichende Krise auslösen kann, ist das gesamte Euro-Konstrukt eine hochfragwürdige Angelegenheit, was schon der damalige Bundesbanker Joachimsen erkannte als er sagte:"Wenn die Währungsunion nicht von einer vertieften politischen Union begleitet werde, wird nicht nur die Stabilität der Europäischen Währungsunion selber auf Treibsand ruhen:Anstatt das Band zu sein, das die Union zusammenhält, könnte sie sich schnell zu Dynamit entwickeln, das sie explodieren läßt."
    Dem ist auch heute nichts hinzuzufügen.

  • Ja, ganz grosse Comedy. ich musste auch spontan loslachen, als ich das vernahm. Der Mann waere ideal als EZB-Mitglied oder Vorsitzender des BER- Aufsichtsrats. Oder "wirtschaftsexperte" der LINKEN

  • "Die deutsche Regierung hat wahrscheinlich ihre Euro- und Europapolitik etwas zu sehr mit dem Blick auf die eigenen Wähler betrieben und zu wenig Verständnis für die Länder im Süden gezeigt."

    Da fehlte noch ein "Taschen der" und "Eile". Oder möglicherweise "Gier"

  • Das frage ich mich allerdings auch.

    ...

    Den Marktzockern ist es offensichtlich vollkommen wurscht, wer am Ende die Rechnung bezahlen muß, solange ihre "Wette" aufgeht.

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