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Elite Report Renditebringer Aktien: Warum es zu Dividendenpapieren gerade keine Alternative gibt

Vermögensverwalter erwarten im kommenden Jahr keine Rekordsprünge an den Börsen. Trotzdem bleiben Aktien attraktiv – vor allem europäische und asiatische.
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Chinas wachsende Mittelschicht ist konsumfreudig. Quelle: China Span/Getty Images
Shanghai

Chinas wachsende Mittelschicht ist konsumfreudig.

(Foto: China Span/Getty Images)

München Internationaler und bescheidener – so lautet das Motto für 2020 an den Kapitalmärkten, glaubt man den von der Fachredaktion „Elite Report“ prämierten Vermögensverwaltern. Ein Wirtschaftswachstum auf niedrigem Niveau dürfte für moderate Kursgewinne bei Aktien sorgen, erwarten die Geldmanager. Außerdem bemühen sie sich um Alternativen zu den weitgehend unattraktiven Anleihen.

„Alternativen zu Aktien gibt es nicht“, sagt Jörg Ludewig, Generalbevollmächtigter der Hamburger Sparkasse (Haspa). Dabei herrscht Einigkeit: „Aktien sind der Renditebringer im Portfolio“, so Hans-Walter Peters, persönlich haftender Gesellschafter bei der Hamburger Privatbank Berenberg. Jens Ehrhardt, Vorstandschef von DJE Kapital in Pullach bei München, ergänzt: „Vor allem im Vergleich zu Anleihen sind Dividendentitel weiterhin attraktiv.“

Mehr als einen kleineren Anstieg bei den Unternehmensgewinnen erwarten die Geldmanager 2020 aber nicht. So rechnet Armin Eiche, Chef des Wealthmanagements der Schweizer Bank Pictet in Deutschland, nur mit einem niedrigen einstelligen Gewinnwachstum für Unternehmen in Asien, Europa und den USA. Die bereits ambitionierte Bewertung an den wichtigsten Aktienmärkten eröffnet seiner Ansicht nach nur noch „begrenzten Spielraum“ für die Kurse.

Zudem seien die Themen des laufenden Jahres noch nicht vom Tisch, erklärt Dieter Hengl, Vorstandschef der Schoellerbank: „Auch wenn es aktuell den Eindruck macht, als ob der ungeklärte Brexit und die Handelsdiskussionen zwischen den USA und China an den Handelsplätzen offenbar niemanden mehr allzu sehr verunsichern, bleibt die Lage angespannt.“ Trotz schlechterer ökonomischer Daten bleibt er vorsichtig optimistisch. Der robuste private Konsum sollte das Abgleiten in eine schwere Rezession verhindern.

Auch vonseiten der Geldpolitik stehen die Ampeln auf Grün: „Die Notenbanken werden keine Rezession riskieren und permanent Gas geben müssen“, meint Ehrhardt. Als die US-Notenbank Fed und auch die Europäische Zentralbank im vergangenen Jahr begonnen hatten, etwas weniger expansiv zu sein, habe es sofort Turbulenzen gegeben.

„US-Aktienmarkt ist relativ teuer“

„Das wird US-Präsident Donald Trump vor den Wahlen nicht sehen und die Fed im Wahljahr nicht riskieren wollen“, ist Ehrhardt überzeugt. Daher rechnen die Geldmanager eher mit mindestens einer weiteren Zinssenkung der Fed, keinesfalls mit einer Erhöhung. Ludewig empfiehlt Aktienquoten von 40 bis 50 Prozent für Anleger mit mittlerer Risikobereitschaft. Teilweise sichert die Haspa diese Aktienstrategien mit Derivaten ab.

Für wichtig hält er es, internationaler denn je in Aktien zu investieren, um in einer schwächeren Weltkonjunktur auf Unternehmen mit gutem Wachstum und Gewinnen zu setzen. Sektoren wie Technologie, Gesundheit oder Digitalisierung seien interessant. Attraktive, preiswerte Firmen findet er auch in Osteuropa.

Peters von Berenberg setzt auf globale Aktien von Firmen aller Größen mit Fokus auf Europa und Schwellenländer. „Der US-Aktienmarkt ist relativ teuer und die politische Landschaft vor den Präsidentschaftswahlen schwer einzuschätzen“, meint er. Ehrhardt setzt vor allem auf Aktien aus Europa, wo es leichter sei, an tiefgründige Informationen zu Firmen heranzukommen als anderswo.

Hengl von der Schoellerbank gewichtet ebenfalls Europa leicht über. Auf Sektorenebene hält er die höchsten Anteile in den Bereichen Gesundheit, Technologie und Finanz. Auch Schwellenländer finden die Geldmanager spannend. Ludewig setzt auf Asien und weniger auf das krisengeschüttelte Lateinamerika.

In Asien finden auch Ehrhardt und sein Team aktuell spannende Titel, etwa in den Sparten E-Mobilität oder Konsum. Der erfahrene Fondsmanager bevorzugt derzeit Aktien großer Unternehmen. Denn sie entwickelten sich seit einiger Zeit weltweit besser als kleinere Werte.

Immobilien als Alternative

Bei Anleihen dagegen „ist guter Rat teuer“, bringt es Ludewig auf den Punkt. Die wenig schwungvolle Konjunktur und die expansive Geldpolitik dürften die Kapitalmarktzinsen eher stabil halten, meint Ehrhardt. Daher seien kaum weitere Kursgewinne etwa bei Staatsanleihen mit hoher Qualität zu erwarten, aber auch keine Verluste. Bei Wandelanleihen und Firmenbonds in Europa und den USA findet er noch Rendite.

Eine Alternative zu kaum noch rentablen Zinspapieren sind für Ludewig Immobilien und -fonds, wo noch Ausschüttungen von rund zwei Prozent im Jahr möglich seien. Zudem brächten Anleihen aus Schwellenländern oder US-Firmenbonds noch etwas Rendite. Gold als Krisenwährung gehört für ihn ebenfalls ins Depot: Die Nachfrage nach dem Edelmetall nehme zu, auch sei es in der Nullzinswelt kein Nachteil, dass Gold keinen laufenden Ertrag bringe.

Als Ersatz für Anleihen bieten nach Ansicht von Peters außerbörsliche Beteiligungen (Private Equity) noch Renditen von knapp zehn Prozent im Schnitt pro Jahr. Das könne angesichts der großen Nachfrage allerdings künftig weniger werden, meint er. Nicht zuletzt aufgrund ihres unternehmerischen Charakters sieht Eiche von Pictet ebenfalls noch gute Aussichten für Private Equity und Immobilienbeteiligungen. Und Geldmarktfonds dienen im anhaltenden Zinstief überdies als Geldparkplatz, wie Peters sagt, „und das immerhin ohne Strafzins“.

Mehr: Das sind die besten Vermögensverwalter.

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