Privatbankier Emmerich Müller „Die Euro-Krise trifft die breite Masse“

Die Krise wird uns alle belasten, meint Emmerich Müller vom Bankhaus Metzler. Im Interview erklärt er, wer für die Schulden geradestehen muss, was auf Sparer zukommt - und warum er keine Anleihen von Schalke kauft.
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„Die Euro-Krise trifft die breite Masse.“Emmerich Müller, Gesellschafter des Bankhaus Metzler Quelle: Andreas Reeg für Handelsblatt

„Die Euro-Krise trifft die breite Masse.“

Emmerich Müller, Gesellschafter des Bankhaus Metzler

(Foto: Andreas Reeg für Handelsblatt)

Herr Müller, wie lange wird der Euro noch überleben?

Der Euro wird vermutlich noch lange weiter existieren. Ich glaube nicht an einen völligen Zerfall der Euro-Zone. Der politische Wille, den Euro zu behalten, ist nach wie vor groß.

 

Viele meinen, Deutschland wäre ohne den Euro besser dran.

Niemand sollte so naiv sein, zu glauben, wir kämen schadlos aus der Krise. Es wird so oder so schmerzhaft. Wie groß der Schaden ausfällt, kann niemand seriös beantworten. Gut möglich, dass ein Ende des Euros für Deutschland sogar noch teurer wäre, als weitere Hilfen für die verschuldeten Staaten zu leisten.

Ist das 'Experiment Euro' gescheitert?

Der Euro hatte von Anfang an seine Konstruktionsfehler. Aber auch Deutschland hat in den vergangenen Jahren profitiert. Wir können uns jetzt nicht aus der Verantwortung nehmen.

 

Warum trägt Deutschland die Verantwortung für die Schulden der Griechen oder Spanier?

Wir haben der Einführung des Euros zugestimmt und dafür einen Teil unserer Souveränität aufgegeben. Wir haben sehenden Auges zugestimmt, dass Länder wie Griechenland in den Euro aufgenommen werden. Im Übrigen hat sich Deutschland auch nicht immer vorbildlich verhalten. Wir waren unter den ersten, die die im Vertrag von Maastricht festgelegten Stabilitätskriterien missachtet haben. Das haben viele anscheinend vergessen.

 

Also soll Deutschland für alle zahlen.

Verantwortung übernehmen heißt nicht, für alles haften zu müssen. Eine uneingeschränkte Haftung darf es nicht geben - das war eine der Grundideen des Euros. Auch das ist mittlerweile in Vergessenheit geraten.

Wir alle müssen zahlen
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42 Kommentare zu "Emmerich Müller im Interview: „Die Euro-Krise trifft die breite Masse“"

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  • So kaschiert aber der Durchschnitt sein eigenes Versagen.

  • Dazu ist aber eins maßgeblich erforderlich:

    Die Bürger MÜSSEN (es gibt keinen anderen Weg!) sich organisieren, um gemeinsam planmäßig politisch wirksam handeln zu können - als Souverän! Alles kluge und richtige (und inzwischen nicht mehr neue) Geschreibsel ist sonst überflüssig!

  • Teil 2:
    Dieser Mensch gebraucht das Wort "wir" sehr oft, vereinnahmend, undemokratisch gesinnt, machtbewußt und machtkaschierend und machtstützend im Interesse derer, die manipulieren, betrügen, lügen, vernebeln, um ihre Opfer an Schluß oder dauerhaft prozessual zu schröpfen!

    Meine Bewertung: So sieht der durchnittliche, in einem dümmlichen Untergewand daherkommende Opportunismus in Person aus, der bereits in das, was man Volksfremdheit nennt, ein- und angepaßt ist, welche in Volksfeindlichkeit überzugehen droht, eine konkret entvolkte Persönlichkeit - der Schleim, der an fast jeder Türklinke jedes Büros in diesem Land klebt, das Bestandteil des System ist oder von ihm profitiert, sich aus ihm substantiiert!

  • Ähnliches Gerede findet sich in allen Schichten der (west)deutschen Bevölkerung, in systembilligenden und sich systemkritisch gebenden Verlautbarungen. Dazu sind zweierlei Dinge festzuhalten:

    1. Der Kenntnisstand in Bezug auf die tatsächlichen geschichtlichen Ereignisse und deren Zusammenhänge und Hintergründe ca. der letzten 200 Jahre: In der Regel mangelhaft ausgeprägt, keinerlei Eigenstudium - diese Leute plappern im Großen und Ganzen die Mainstreamvorgaben nach, ob wohl sie sich dabei unsicher und unwohl fühlen.

    2. Die Fähigkeit, Politik (als in der Regel sittenlos geführter Kampf um Macht) zu sehen, zu verstehen und zu bewerten, um daraus anhand sittlicher (inclusive sozialethischer) Kriterien inhaltlich und sprachlich genau gefaßt eine Position zu vertreten, um die Personen, Organisationen und deren allgemeinschädigende (asoziale!) Projekte und Pläne zu demaskieren, anzuprangern und zu bekämpfen - unter dem Aspekt der Rechtsstaatlichkeit und der Gerechtigkeit! Von all dem hat dieser Mann und Hunderttausenden (wie wohl 90% der Kommentatoren hier auch) keinerlei Ahnung, er ist einfach gesprochen zu ungebildet, selbst zu asozial-hedonistisch, zu entwurzelt, ein permanenter Leugner persönlicher Verantwortung, der glaubt, mit ein paar begrenzenten "guten Taten" (z. B. Spenden für wohl- und mildtätige Werke, Vereine usw.) die an sich universale und voll umfängliche eigene Verantwortung abgelten zu können (moderner Ablaßhandel, an dem auch die Finanzämter, Sozialkassen usw. mitwirken - der Verfall der Gesellschaft - die schon lange keine solche im Sinne einer fundamentalen, sinnstiftenden und identitätserhaltenden mehr ist - geht weiter).

    (-> Teil 2)

  • Doch, maßgeblich Schröder und Eichel! Dies darf aber nie ein Argument sein, daß andere dies forgesetzt weiterhin tun und die bleibenden Haushalstdifferenzen bei den Deutschen kassieren wollen.

  • Das ein Austritt aus dem Euro "noch teurer werden koennte" ist eigentlich garnicht so relevant. Wenn man nur einmal zum Schluss der Sache kaeme und klare Zahlen auf dem Tisch hat, statt dieser unendlichen Insolvenzverschleppung.

    Die verlorene Zeit ohne zu wissen wie die Sache steht kostet mehr als alle Geldsummen, weil man so nicht korrekt handeln kann. Der ganze Politik Aktionismus ist doch nur noch Panikgetrieben.

  • Kurzes Resümee:

    Unsere Staatsschulden sind jedes Jahr gestiegen, ebenso das BIP.

    Bisherige Sparmassnahmen:
    - enorme Kurzungen im Gesundheitssystem
    - enorme Streichungen aller Sozialleistungen
    - mehrfache Erhöhung der Rentenalters
    - Rentenkürzungen
    - Erhöhung der Arbeitszeit
    - stark gesunkenes Lohnniveau
    - mehrfache Steuererhöhungen
    - Abschaffung der Wehr- und Zivildienstpflicht

    Ergebnis: Steil ansteigende Schulden! Bei uns läuft was falsch!

    Wo läuft es den gut? Zum Beispiel in Schweden:

    Schweden konnte in den letzten 15 Jahren seine Staatsschulden um 40% abbauen! Aktuelle Neuverschuldung: 0.8% des BIP! Davon können EU-Staaten nur träumen!

    Gemeinschaftsverantwortung:
    - Umfassende soziale Absicherung: Ja
    - Gesundheitssystem für alle: Ja
    - stabiles Rentensystem für alle: Ja
    - faires Steuersystem für alle: Ja
    - stabile Wirtschaft: Ja
    - optimales Bildungssystem: Ja

    Schweden hat mit die höchste Lebensqualität und Bevölkerungszufriedenheit in Europa!

    Auch in Deutschland sollten wir wieder miteinander statt gegeneinander Handeln. Nicht ausbeuterisch, sondern verantwortlich und zukunftsorientiert.

    Wir zerstören unsere Gesellschaft und opfern unsere Zivilisation nur damit einige wenige sich übermäßig bereichern können, während immer größere Teile der Gesellschaft verelenden und unsere Wirtschaft ausblutet.

    Mehr Kürzungen im Bundeshaushalt werden die Situation drastisch verschlimmern. Das ist der falsche Weg.


    Die nötigen Reformen sind einfach:
    + radikale Vereinfachung unseres Steuersystems
    + Einkommensabhängige Steuererhöhung
    + ein Krankenkassensystem für alle
    + eine Rentenkasse für alle
    + Subventionsabbau dafür Investition in Forschung, Technik, Start-Ups.
    + Aufhebung der Beitragsbemessungsgrenzen bei RK und KK
    + Vermögenssteuer
    + einmalige Lastenausgleichsabgabe zum Schuldenabbau

    90% der Bevölkerung würde davon profitieren, 10% würden anfangs murren und später profitieren.








  • Achtung - Vorsicht! Der Fiskalpakt hat enormen Einfluss auf unserer hoheitlichen Rechte. Wie der Autor Heiko Schrang sehr schön warnend darstellt, geben wir unsere Rechte an Brüssel ab: http://www.macht-steuert-wissen.de/artikel/140/der-29062012-wird-das-leben-aller-deutschen-grundlegend-vera.php

  • @ Dissident

    Danke. Aber bitte nicht David Icke hier anbringen. Der ist leider unzitierbar auch wenn er einiges Richtiges von sich gibt. Leider hat er auch sehr abstruse Ansichten und mischt reale Probleme mit esoterischen Ideen. Der Mann erweist der Wahrheitsbewegung leider einen Bärendienst.

  • Die Argumentation "Wir" haben vom Euro profitiert - "Wir haben den Euro eingeführt. Der "normale" Arbeitnehmer hat Reallohnverluste ohne Ende und wurde auch nie gefragt, ob er dieses Kirmesgeld haben will. Lügen, lügen und lügen - das ist alles, was diese Polit- und Bankverbrecher können...

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