Erneuerbare Energien: Projekt „Matterhorn“: UDI-Gruppe warnt vor Totalverlust und bittet Anleger um drastischen Schuldenschnitt
Mit Biogas-Anlagen wollte UDI seinen Anlegern einen Festzins erwirtschaften. Nun drohen schwere Verluste.
Foto: ZBFrankfurt, Berlin. Öko-Investments rund um Energie aus Sonne, Wind und Biomasse boomen. Viele Anbieter versprechen satte Rendite, kombiniert mit einem reinen Gewissen. Doch nicht immer geht die Rechnung auf, nicht immer haben Privatanleger die Risiken gut genug im Blick. Eine Schocknachricht gibt es in dieser Woche für Sparer, die ihr Geld der UDI-Gruppe aus Nürnberg anvertraut haben: Das Anlagehaus für Investments in erneuerbare Energien bittet einen großen Teil seiner Investoren, auf bis zu 87 Prozent ihres Kapitals zu verzichten.
Wie Geschäftsführer Rainer Langnickel dem Handelsblatt bestätigt, schreibt das Unternehmen rund 7000 Anleger an. Die Rückzahlung der Gelder sei „akut ausfallgefährdet“, warnt Langnickel in den Briefen. Die Anleger könnten „womöglich ihre noch ausstehenden Anlagebeträge“ verlieren. Ein Schuldenschnitt sei erforderlich, „um eine höhere Teilrückzahlung zu erarbeiten“.
Die als „Projekt Matterhorn“ bezeichnete Restrukturierung betrifft 13 Tochtergesellschaften. Diese hatten von 2011 bis 2018 Nachrangdarlehen emittiert: Anleger gaben den Gesellschaften praktisch einen Kredit und erwarteten dafür Zinsen und schließlich eine Rückzahlung des Kapitals. Diese Forderung ist jedoch nachrangig, sie muss im Fall einer Insolvenz erst nach allen anderen Gläubigern bedient werden. Die Produkte wurden unter Bezeichnungen wie „UDI Energie Festzins“ vertrieben, ihr Volumen soll bei rund 100 Millionen Euro liegen.