Eugen Weinberg im Interview „Der Goldpreis wird weiter steigen“

Gold kostet wieder so viel wie vor zwölf Monaten, dazwischen gab es heftige Schwankungen. Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank erklärt, wie es weitergeht mit dem Preis für das Edelmetall.
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Eugen Weinberg, Rohstoffexperte der Commerzbank. Quelle: Andy Ridder für Handelsblatt

Eugen Weinberg, Rohstoffexperte der Commerzbank.

(Foto: Andy Ridder für Handelsblatt)

WirtschaftsWoche Online: In der vorigen Woche war der Goldpreis kurzfristig eingebrochen. Was war passiert?

Eugen Weinberg: Es war wahrscheinlich keine falsche Order, sondern vermutlich sogar vorbereitet. Vor dem Einbruch wurden hohe Volumina an Put-Optionen gehandelt – mit denen Spekulanten auf einen fallenden Goldpreis setzen. Sie wurden im großen Stil gekauft und am gleichen Tag mit erheblichen Gewinnen wieder verkauft. Aber es gab auch allen Grund dazu, denn die Diskussion um die Fiskalklippe in den USA schien beendet. Das hätte zu einem Rückgang der Goldnachfrage geführt, die ja sonst mit wachsender Unsicherheit zunimmt. Aber genau werden wir das wohl nie erfahren, das ist überwiegend Spekulation. Der Einbruch beim Goldpreis war jedenfalls nicht fundamental, sondern technisch begründet.

Die Goldnachfrage ist ja auch robust. Vor allem die börsennotierten Goldfonds, kurz Gold-ETCs oder –ETFs genannt,  verzeichnen Rekordbestände. Wie kommt das?

Die Zunahme ist tatsächlich auffällig. Die ETCs haben in letzter Zeit große Zuflüsse verzeichnet und halten inzwischen mehr als 2600 Tonnen Gold. Das ist mehr, als die meisten Zentralbanken der Welt besitzen – mit Ausnahme der Bundesbank und der US-Notenbank Fed. Damit sind die Goldfonds eine ernstzunehmende Komponente im Markt. Schließlich müssen die ETC-Anbieter tatsächlich physisches Gold kaufen und hinterlegen.

Welche Investoren sind es denn, die die hohe Nachfrage bei ETCs ausgelöst haben?

ETCs sind für alle möglichen Investoren ein tolles Vehikel. Als Bank, Versicherung oder Pensionskasse kaufen sie ihr Gold nicht beim Händler. Auch an der Börse geht das nicht ohne Know-how und die entsprechende Lizenz. Gold-ETCs oder börsennotierte Goldfonds werden gekauft, weil es das einfachste für die Investoren ist. Sie müssen nicht auf Goldgewichte oder Zölle achten und können jederzeit wieder verkaufen. Das kann man mit einer Tonne Gold beim Händler an der Ecke kaum riskieren.

Auch Zentralbanken haben große Mengen Gold gekauft. Wenn die Nachfrage so hoch ist, müsste der Goldpreis doch eigentlich deutlich höher liegen.

Nicht unbedingt. Zum einen bilden sich die Preise für Gold nicht nur am physischen, sondern auch am Terminmarkt. Dort haben sich die Investoren eher zurückgezogen. Zum anderen ist die Schmucknachfrage im vergangenen Quartal sehr schwach gewesen. Das zeigen die Daten des World Gold Council. Offenbar hat hier die Nachfrage unter den hohen Preisen gelitten. Aber wir gehen langfristig davon aus, dass die Schmucknachfrage und die Höhe der Minenproduktion keine so große Rolle spielen. Vor allem die Nachfrage der Anleger wird die Preise beeinflussen. Gold entwickelt sich immer weniger wie ein Rohstoff und immer mehr wie ein Investment. Ähnlich wie Öl oder der Euro: Beides ist nicht knapp, ihre Preise können aber gegenüber anderen Anlagen durchaus steigen.

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55 Kommentare zu "Eugen Weinberg im Interview: „Der Goldpreis wird weiter steigen“"

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  • nhalt des Bretton-Woods-Vertrages

    Bestandteil des Bretton-Woods-Abkommens wurde der „White Plan“. In dessen Kern stand die US-Währung, zu der alle anderen Währungen ein fixes Wechselverhältnis hatten. Des Weiteren wurde das Tauschverhältnis zwischen Dollar und einer Unze Gold festgelegt. Dieser Kurs belief sich auf 35 Dollar je Unze Feingold, dabei entsprach eine Unze 31,104 Gramm Gold. Für die entstandene Gleichstellung zwischen Dollar und Unze hatte sich die Federal Reserve Bank of New York (FED), die US-Zentralbank, freiwillig verpflichtet, diese durch Goldkäufe beziehungsweise -verkäufe zu sichern, das heißt den Dollar zu dem Kurs (35 Dollar je Unze) zu kaufen oder zu verkaufen. Durch die Orientierung der Währungskurse am US-Dollar konnte der Goldpreis für einen längeren Zeitraum festgelegt werden. Mit dem System war die FED verpflichtet, die Dollarreserven jedes Mitgliedslandes zum vereinbarten Kurs in Gold umzutauschen.

  • Physisches Gold bedeutet Sicherheit und Werterhalt.
    In einem Artikel fand ich hierzu folgenden Absatz:

    "1948 erhielten alle Bundesbürger nach der Währungsreform lediglich 60 DM Startgeld – Sparguthaben wurden mit einem Kurs von 100 : 6,5 getauscht und die 60 DM Startgeld auf den Umtauschbetrag angerechnet. Wer aus der Zeit des Deutschen Reiches noch Sparguthaben in Höhe von 2000 Reichsmark besaß, verfügte nach der Währungsreform nur noch über rund 130 DM.

    Wer aus der Zeit des Deutschen Reiches noch 2000 Goldmark in Form physischen Bargeldbestandes besaß, verfügte damit über 23 Unzen Gold. Die waren nach der Währungsreform 1948 810 US-Dollar oder 3390 DM wert. Goldbesitzer stellten sich somit bei der Währungsreform 1948, bei der Sparer einen Großteil ihrer in Bankguthaben gehaltenen Ersparnisse verloren, um etwa den Faktor 10,5 besser. Sie verfügten nach der Währungsreform über ein bedeutend größeres Kapitalpolster, mit dem sich eine neue Existenz aufbauen ließ."

  • und der faire Wert vom Dollar liegt wo?
    Zur Erinnerung:
    Vom Dollar von 1913 -Machtübernahme durch die FED-
    sind heute noch 3 Cent Kaufkraft übrig.
    Was sind da 20 Dollar z.Z. der Währungsreform für ein Vergleich?
    Kapieren Sie, wo der Betrug liegt?

  • dann stehen Sie mit Ihrer Schubkarre voll Altpapier aber fein da

  • "wieviel darf die Geldmenge steigen damit Sie zufrieden sind."

    Mir ist total egal, wie die Geldmenge gesteigert wird. Sagen wir ab 20% Steiegerung pro Jahr wird es sehr ungemütlich für alle.

    Übrigens sind Gewinne fuer Gold (noch) steuerfrei, Dividenden und Kursgewinne muss man versteuern.

    Ich mag übrigens Aktien. Nur im Moment fahre ich den Aktienanteil lieber etwas runter.

    In einem späteren Lebensabschnitt sollte man aus meiner Sicht auch mit reduziertem Aktienanteil fahren, weil man keine Zeit hat, einen richtigen Crash auszusitzen.

  • Silberbarren haben 19% MWST Münzen nur 7% MWST

    Gold hat bekanntlich 0% MWST (noch)

    Als Privatmann Silberbarren in Deutschland zu kaufen ist Schwachsinn

  • Im Moment herrscht aber die Tatsache daß Gold

    Year to date in Dollar mit minus 4 % dasteht.

    Sie brauchen jetzt einen Push.

    Der SP 500 dokumentiert im Moment 12 % plus.

    Es sieht so aus, daß eine gute Aktienanlage
    2012 Gold locker schlägt.

    Ich denke auch 2013 werde ich Gold mit Aktien on
    meinem Kapitalteil schlagen.
    Ich trau mir das zu.
    Von den bereits verlebten Dividenden dieses Jahr rede ich gar nicht.

    Allerdings bin ich bereits in der Lebensphase in der man
    Kapital nicht mehr mehr kumulieren muß, sondern auch mal
    geben kann.
    Vielleicht ist dieses Gefühl auch schon Teil des Erfolges.

  • Gold ist eine werthaltige Aufbewahrungsform für Geld. Es zahlt keine Dividende! Somit ist es in den "normalen" Zeiten nur zur Absicherung bzw. Beimischung zu empfehlen.

    Haben wir "normale" Zeiten? Wenn nicht sollte der Anleger seinen Anteil an Edelmetallen von 5% auf 15-20% aufstocken. Diese Werte sollten im eigenen Einzugsbereich vorliegen und physisch sein. Keine Zertifiakte, wo doch etwas fehlt...
    Keiner kennt genau die Kursentwicklungen, also monatlich mehr in Gold, Silber, Platin und Palladium sparen.

  • Die Geldmenge stieg nicht immer um mehr als 5%...

    nun erklären Sie mir einmal.

    wieviel darf die Geldmenge steigen damit Sie zufrieden sind.
    Und welche Art der Geldmenge ist wirklich gefährlich fürs Geld.
    Das Verhältnis Schuldner gegen Gläubiger
    zieht allerdings bei mir nicht.
    Das System ist schon seit Ewigkeiten ein Vorfinanz-System und ich denke nur wenige begreifen
    dessen Inhalt im Ganzen, aber viele reden darüber.

  • Es hat schon einiges fürsprechendes an sich.
    Gehen wir mal in die Materie.

    Der Kaufkraftverlust den die Silberbugs ansprechen,
    wie soll ich den auf den Silberpreis beziehen.

    Alleine, was geht mir schon an Kaufkraft
    zwischen
    Ankauf und Verkauf

    perdü

    hier ein Auszug.

    Der niedrige Preis ist der den man bekommt, der hohe der den man bezahlt, ich schreibe das betont, denn manchgmal
    zweifle ich an den kenntnissen gewisser Anleger:

    Silberbarren 50g EURO 47,90 63,55 12:54:46

    Silberbarren 100g EURO 78,80 116,38 12:54:46
    Silberbarren 250g EURO 199,50 275,49 12:54:46
    Silberbarren 500g EURO 396,10 527,29 12:54:46
    Silberbarren 1000g EURO 791,20 1.015,31 12:54:46
    Silberbarren 100g - CombiBar EURO 80,80 144,94 12:54:46

    die Angaben sind aus Finanztreff einem Börsenportal entnommen.

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