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Experten sehen bei Wasser-Versorgern Aufwärtspotenzial Wahl der richtigen Branche lässt die Gewinne sprudeln

Viele Anleger stehen vor einem Dilemma: Wie sollen sie ihr Geld anlegen, wenn sie das erhöhte Risiko eines Einzelinvestments in Aktien scheuen, ihnen ein Gesamtmarkt-Index aber zu breit gestreut ist? Die Lösung: Die Anleger suchen sich eine vielversprechende Branche heraus. Auf diese Weise reduzieren sie beispielsweise das Managementrisiko, das bei einer Investition in einen Einzelwert besteht, profitieren aber von der Entwicklung einer florierenden Branche.
  • Ralph Stemper (Derivate-Experte der Commerzbank)

In aufstrebenden Märkten, wie sie in Osteuropa, Südamerika oder auch in Asien zu beobachten sind, weisen bereits die Gesamtmarkt-Indizes hohe Renditen bei zugleich sehr hohen Schwankungen auf. In diesen Märkten empfiehlt es sich nur für den sehr risikofreudigen Anleger in Branchenindizes oder gar in Einzelwerte zu investieren. Ganz anders stellt sich die Situation auf den etablierten Kapitalmärkten dar. In Zeiten eher stagnierender, seitwärts tendierender Börsen lohnt es sich, genauer hinzusehen. Während der Gesamtmarkt auf der Stelle tritt, können bestimmte Branchen attraktive Renditen bieten.

Der Rohstoff-Bereich ist dafür ein Musterbeispiel. Während die Performance von Gesamtmarkt-Indizes eher einstellig ist, steigen Rohstoff-Indizes fast ungebremst. Und dies bezieht sich nicht nur auf die Indizes, die die Rohstoffe an sich abbilden, sondern auch auf Indizes, die die Bewegung von Rohstoffaktien nachvollziehen. Während beispielsweise die Automobilbranche über hohe Rohstoffkosten klagt und die Ergebnisschätzungen wegen dieses Sonderfaktors eher nach unten korrigieren muss, präsentieren Rohstoffkonzerne von Quartal zu Quartal immer neue Rekordergebnisse.

Aber auch wenn die Dominanz von Rohstoff-Themen in allen Medien etwas anderes vermuten lässt, existieren auch andere interessante Branchen.

Wenn der Anleger die Entscheidung für eine Branche getroffen hat, muss die Frage der geographischen Allokation noch geklärt werden. Ein pragmatisches Ausschlusskriterium ist die Verfügbarkeit von entsprechenden Investitionsmöglichkeiten. Für den europäischen Markt hat Dow Jones auf 18 Branchen Indizes begeben, die jeweils auf Europa beziehungsweise die Euro-Zone abzielen. Für den erwähnten Rohstoff-Sektor ist es der Dow Jones Stoxx Basic Resources Europe. Hier investiert der Anleger in einen Korb aus 18 Gesellschaften, die zum Beispiel in den Bereichen Stahl, Industriemetalle, Holz und Papier oder Edelmetalle tätig sind. Dazu gehören Schwergewichte wie BHP Billton, Rio Tinto oder Arcelor.

Durch den Rohstoffboom profitieren nicht nur direkt die Rohstoffproduzenten, sondern auch Unternehmen, die diese Produkte handeln oder sie weiter vertreiben. So konnte sich der Branchenindex der Versorger sehr gut behaupten. In nur zwei Jahren legte der Index um 50 Prozent zu. Der Faktor Rohöl und vor allem die Preiserhöhungen bei den raffinierten Produkten wie Benzin, Diesel oder Kerosin haben zu einem großen Teil zur positiven Entwicklung beigetragen. In der Zukunft dürfte ein Rohstoff interessant werden, der bisher kaum Beachtung gefunden hat: Wasser. Die Erdoberfläche ist zwar zu 71 Prozent mit Wasser bedeckt, aber nur 2,5 Prozent davon sind Trinkwasser. Während die Menschen in Deutschland mit einer Unterbrechung der Wasserversorgung noch nicht konfrontiert wurden, ist dies im Sommer in Teilen der USA bereits an der Tagesordnung – von den armen Regionen der Welt ganz zu schweigen. Somit dürfte der Bereich der Versorger, die sich zunehmend auf diesem Gebiet engagieren, auch für die kommenden Jahre interessant bleiben.

Während sich auch Branchen wie Medien und Technologie in den vergangenen beiden Jahren recht gut behaupten konnten, enttäuschten der Nahrungsmittelbereich und der Telekommunikationssektor. Dies verdeutlicht die Anforderung an den Anleger. Will er eine bessere Performance als der Gesamtmarkt erzielen, muss er im Sinne eines Stock-Picking ein Branchen-Picking vornehmen. Dieser zusätzliche Aufwand kann sich – wie die unterschiedlichen Entwicklungen der Branchen zeigen –, lohnen.

Mit Zertifikaten auf Branchenindizes kann der Anleger auf einfache Weise und mit geringen Kosten auf prosperierende Sektoren setzen. Die Kosten sind in der Regel auf den Spread, die Differenz aus An- und Verkaufspreis, beschränkt. Da Indexzertifikate die Bewegung des Basiswerts eins zu eins nachvollziehen, bieten sie ein hohes Maß an Transparenz und erleichtern den Vergleich der Zertifikate zwischen den Anbietern. So kann der Anleger, nachdem er das Branchen-Picking abgeschlossen hat, zum Emittenten-Picking übergehen und in das günstigste und für seine Einschätzung attraktivste Produkt investieren.

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