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Export-Werte erhöhen Crash-Gefahr Die Deutschen lieben es deutsch

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Heimatverbundenheit kann Gift fürs Depot sein

Dort sind auch einzelne Aktien stark übergewichten. „Dax-Titel wie BASF, Allianz, Daimler und Deutsche Telekom sind dabei ganz vorne“, sagt Jan Enno Einfeld, Leiter Trading bei Comdirect. „Auf Platz fünf kommt mit Apple der erste Auslandswert.“ Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Börse Stuttgart. Auch die Derivate-Anleger wählen vor allem Zertifikate mit dem Dax und Dax-Einzelaktien als Basiswert. Auch hier stehen BASF und Daimler hoch in der Gunst der Anleger, und auch hier ist Apple die am stärksten nachgefragte Auslandaktie.

Studien zeigen auch immer wieder, dass Anleger häufig verstärkt auf Autowerte setzen. Kein Wunder: Das Auto ist bekanntlich des Deutschen liebstes Kind. Deshalb finden sich auch die deutschen Autowerte in vielen Depots. Aus psychologischer Sicht lässt sich diese Verzerrung hin zu einer Branche – „Sector Bias“ genannt – leicht erklären. Informationen einiger Branchen sind präsenter und einfacher zu interpretieren als Informationen anderer.

Deutschland besitzt verglichen mit anderen Ländern eine außergewöhnlich hohe Dichte an Automobilunternehmen – vom Zulieferer bis zum Hersteller –, was natürlich zu einer relativ hohen Zahl von Beschäftigten in diesem Bereich führt. Unsere Affinität zum fahrbaren Untersatz ist außerdem weltbekannt. All das führt zu einer intensiven Berichterstattung in allen Medien. Diese leichte Verfügbarkeit vieler verschiedener Informationen über die Autobranche verleitet viele Privatanleger dazu, die globale Bedeutung von BMW oder Daimler zu überschätzen.

Wie gefährlich eine solche Übergewichtung sein kann, bekommen sie gerade zu spüren: Autowerte leiden besonders unter der schwächelnden chinesischen Wirtschaft.

Experten warnen grundsätzlich vor Klumpenrisiken im Depot. Das gilt für Branchen, aber auch für einzelne Länder. „Auch wenn der Heimatmarkt traditionell besonders im Fokus steht, sollten Anleger auch über den Tellerrand schauen“, rät Schleicher. „Denn sonst entgehen ihnen interessante Investmentmöglichkeiten, die viele ausländische Märkte mit Blick auf einzelne Unternehmen oder bestimmte Branchen bieten.“ Das Phänomen der Heimatverliebtheit ist übrigens nicht nur in Deutschland zu beobachten, sondern überall auf der Welt. Griechen oder Spanier mussten schmerzvoll erfahren, wie gefährlich der „Home Bias“ sein kann. Die Heimatverbundenheit unserer europäischen Nachbarn in Krisenländern war lange Jahre Gift in den Depots.

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