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Extremes Gewinnwachstum US-Aktien so teuer wie vor 75 Jahren

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Anders ausgedrückt: Der starke Gewinnrückgang verschafft den Firmen nun eine extrem niedrige Ausgangsbasis. Vielen Unternehmen wird es leicht fallen, mit geringen Ertragssteigerungen ihre Gewinne um viele Hundert Prozent zu steigern, ohne damit an die glanzvollen Zeiten vor Ausbruch der Finanzkrise anzuknüpfen. Der Tabakkonzern Reynolds und der Spezialglashersteller Corning steigerten zuletzt ihre Nettogewinne sogar um mehr als 4 000 Prozent. Der Vermögensverwalter Prudential schaffte 1 060 Prozent, die Kaffeekette Starbucks kam auf 506 Prozent. Immer war die außergewöhnliche Ausgangsbasis dafür verantwortlich.

Ganz besonders in und nach starken Konjunkturwenden taugt demnach das herkömmliche KGV nicht viel. Sinnvoller ist das geglättete oder auch „Shiller“-KGV, benannt nach dem renommierten Yale-Ökonomen Robert Shiller. Basis ist der durchschnittliche Gewinn der vergangenen zehn Jahre. Hier liegt das KGV für den S&P derzeit bei 19. Das langjährige Mittel beträgt 16. Daran gemessen erscheinen US-Aktien zwar ambitioniert bewertet, aber keineswegs vollkommen überteuert. Denn angenommen, die Gewinne verändern sich nicht, dann müssten Aktien um gut 15 Prozent fallen, um „fair“ bewertet zu sein.

Eines stimmt aber auch bei dem Shiller-KGV bedenklich. Auffällig ist, dass diesmal einer langen Phase massiver Überbewertung in den 90ern nur ein kurzer Abschnitt folgte, in denen Aktien relativ günstig zu haben waren (2002). Anschließend schoss das Shiller-KGV sofort wieder nach oben. Blickt man jedoch in die Vergangenheit, dann folgten Phasen mit langer Überbewertung stets ebenso lange Zeiträume, in denen Aktien günstig waren, wie in den 70ern und 80ern. Ausgeprägte Bärenmärkte endeten erst dann, wenn Aktien zuvor lange Zeit wenig kosteten.

Stimmt diese Regel auch diesmal, dann dürfte die gegenwärtige Rally wohl kaum in einen neuen Börsenboom münden. Denn dafür waren Aktien während der vergangenen Talfahrt zu teuer.

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