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Festlandaktien Ausländische Anleger investieren Milliarden in chinesische Aktien

Chinas Aktienmarkt lief im ersten Quartal so gut wie kein anderer auf der Welt. Nicht nur deshalb steht das Land im Fokus internationaler Investoren.
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Die Kurse chinesischer Festlandaktien sind gestiegen. Quelle: Reuters
Elektronische Börsentafel

Die Kurse chinesischer Festlandaktien sind gestiegen.

(Foto: Reuters)

FrankfurtEs war ein Handelstag mit Knalleffekt: Vergangenen Freitag schossen die Kurse chinesischer Festlandsaktien um knapp vier Prozent nach oben. Laut Angaben der Agentur Bloomberg investierten Ausländer rund 1,7 Milliarden Dollar, so viel wie zuletzt vor knapp vier Monaten. So konnte der Index CSI 300 für die in Schanghai und Shenzhen in Yuan notierten Titel das erste Quartal mit einem Gewinn von 29 Prozent beenden.

Das Plus ist ein internationaler Rekord für die ersten drei Monate des Jahres. Keine andere Börse schaffte mehr. Die Aktienrally hat viele Gründe: gute Firmenzahlen, das chinesische Konjunkturprogramm, der Stopp der Zinsanhebungen in den USA, Hoffnung auf ein Ende des Handelsstreits, starke Zuflüsse ausländischen Kapitals.

Ausländische Investoren interessieren sich auch deshalb wieder stärker für die Aktien, weil Indexanbieter die Anteile chinesischer Inlandsaktien in wichtigen Messlatten höher gewichten. Vor allem MSCI mit seinem sehr beachteten Emerging Markets Index steht dabei im Fokus. Das Unternehmen hatte bereits bekanntgegeben, die bisherige Quote von 0,7 Prozent schrittweise bis November auf 3,3 Prozent zu steigern.

Der gesamte China-Anteil erreicht zwar rund 31 Prozent. Doch darin enthalten sind vor allem Aktien jener Firmen, die in Hongkong oder auch New York gehandelt werden. Indexfonds, die auf Börsenbarometer aus den Emerging Markets ausgerichtet sind, müssen wegen der Höherstufung zwangsläufig zukaufen. Experten von Schroders und UBS erwarten im laufenden Jahr allein aus diesem Grund Mittelzuflüsse bei den Inlandsaktien in Höhe von 60 bis 80 Milliarden Dollar.

Fachleute bei der Union Bancaire Privée haben mindestens weitere 50 Milliarden Dollar durch die Aufstockung in FTSE-Indizes auf der Rechnung. Im Hause Morgan Stanley schätzen Analysten die gesamten Zuflüsse für die nächste Dekade auf bis zu 220 Milliarden Dollar.

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Schroders-Mann Daniel Lösche glaubt, dass China in den Messlatten künftig noch viel höhere Anteile bekommen wird. Es gebe mehr als 3500 Inlandstitel. „Die 3,3-Prozent bei MSCI berücksichtigen nur rund 450 Unternehmen mit einer Gewichtung von 20 Prozent“, stellt der Stratege beim britischen Geldverwalter klar. Er erkennt Aufholbedarf: „Gemessen am Börsenwert sind die chinesischen Inlandsaktien bereits heute der zweitgrößte Aktienmarkt hinter den USA.“

Die Veränderungen in den Indizes und die dadurch stimulierten Zuflüsse von Auslandsgeldern könnten positive Entwicklungen fördern. Das glaubt jedenfalls Bin Chi, Manager eines China-Aktienfonds bei UBS: „Es dürften nun weitere Reformen und Verbesserungen der Corporate-Governance-Standards folgen, die sich den globalen Standards annähern werden.“

Nichts für schwache Nerven

Ein weiteres Problem schaffen die spekulativen inländischen Privatanleger. „Die machen 80 Prozent des Handels bei den Inlandstiteln aus, sind sehr von Stimmungen getrieben und sorgen für hohe Ausschläge“, erkennt Don Amstad, Asien‧experte bei Aberdeen Standard Investments.

Eine spekulative Blase mit anschließendem Einbruch erlebten die Börsen zuletzt 2015. „Eine breitere Investorenbasis sollte solche hohen Ausschläge dämpfen“, glaubt Anthony Chan, Chefstratege für Asien bei Union Bancaire Privée. Mit allen Problemen inklusive geopolitischer Auseinandersetzungen seien chinesische Aktien „nichts für Anleger mit schwachen Nerven“, betont Amstad.

Cynthia Chen von Pinebridge Investments ist allerdings optimistisch. Die Fondsmanagerin findet Argumente für China-Aktien: „Trotz des schwächeren Wirtschaftswachstums sind die absoluten Zuwachsraten immer noch viel höher als in vielen anderen Ökonomien der Welt.“ Außerdem seien die Aktien recht attraktiv bewertet.

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