Friedrich von Metzler im Interview „Kaufen Sie Qualitätswerte“

Friedrich von Metzler ist nicht nur ein bekannter Privatbankier. Der Chef des Bankhauses Metzler ist auch einer der engagiertesten Streiter für den Finanzplatz Deutschland. Dass immer weniger Deutsche Aktien kaufen, kann er nicht verstehen. Im Interview mit dem Handelsblatt erklärt von Metzler, warum er auf Aktien setzt und welche Strategie dabei die beste ist.
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Friedrich von Metzler, Privatbankier. Quelle: Euroforum-Constantin Meyer

Friedrich von Metzler, Privatbankier.

Handelsblatt: Immer weniger Deutsche kaufen Aktien. Die Angst vor der Börse ist groß. Können Sie das nachvollziehen?

Friedrich von Metzler: Die Angst ist für mich nicht nachvollziehbar; die Deutschen sind stolze Mitarbeiter von Unternehmen und begeisterte Autokäufer, kaufen aber seltsamerweise nicht die Aktien der Unternehmen, von deren Produkten sie überzeugt sind. Es hat doch die Geschichte des letzten Jahrhunderts gezeigt, dass die Aktienanlage der beste Schutz gegen die Geldentwertung durch Inflation ist.

Aktien sind nicht ohne Risiko, die Kurse können stark schwanken.

Das Aktienkurse schwanken ist kein Grund, nicht zu investieren; auch die Preise von Immobilien und anderen Wirtschaftsgütern schwanken stark - allerdings sieht man es dort nicht jeden Tag.

Für wen sind Aktien interessant?

Für jeden, der sich über eine private Altersvorsorge Gedanken macht oder sein Vermögen erhalten will.

Sind Aktien denn überhaupt für die Altervorsorge geeignet?

Auf jeden Fall, allerdings nicht ausschließlich. Eine vernünftige Aufteilung in Nominalvermögen wie Anleihen und Substanzvermögen wie Aktien ist entscheidend. Und die Disziplin durchzuhalten, wenn es Übertreibungen in die eine oder andere Richtung gibt.

Welchen Ratschlag geben Sie jemandem, der sein Geld am Aktienmarkt anlegen möchte?

Disziplin und Geduld sind die entscheidenden Kriterien: jeden Monat einen kleinen Betrag anlegen und sie werden über einen langen Zeitraum überdurchschnittliche Ergebnisse erzielen. Sie sollten aber weder im Börsenhype noch in schwierigen Phasen diese Grundsätze aufgeben. Es gibt nie eindeutige Kaufsignale!

Welche Aktien sollten sich Anleger anschauen?

Kaufen Sie Qualitätswerte mit überzeugenden Produkten, einer langfristigen Geschäftsstrategie und einem verantwortungsvollen Management. Dann werden Sie längerfristig überzeugende Ergebnisse erzielen. Und für kleinere Beträge empfehle ich einen aktiv gemanagten Aktienfonds, dessen Manager einige Jahre Erfahrung hat.

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9 Kommentare zu "Friedrich von Metzler im Interview: „Kaufen Sie Qualitätswerte“"

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  • Na man muß einfach ein paar Tage warten und auf diesem info-Portal mal wieder nachschauen. Das beste barometer ist das insider-barometer:

    http://www.handelsblatt.com/finanzen/insiderbarometer/insider-barometer-topmanager-verkaufen-massiv-aktien;2670555

    Ein Schelm wer bei Aktien-Empfehlungen in dieser Situation was böses denkt.

  • Heute Qualitätswert, morgen Mittelhoff!
    Noch ein Aspekt: STEUERN, einfach unberechenbar!
    besten Dank, ohne mich!

  • Der Grund der sprichwörtlichen deutschen Unbedarftheit im Finanzwesen ist mir bis heute unklar. Selbst gebildete Menschen aus meinem eigenen bekanntenkreis erstaunen mich immer wieder mit ihrer absoluten ignoranz. Dabei gibt es jede Menge bücher und Kurse, wo man sich etwas Wissen aneignen kann, von den Finanzseiten der Zeitungen ganz zu schweigen.

  • 2] Clever42

    Schon mal über die demographische Entwicklung nachgedacht und wie sich das auf immobilienpreis auswirken könnte?

  • Guten Tag,..... Ein Rat an alle dynamischen Jungbanker,...... Hoeren Sie diesem Herrn zu. Er ist ein Herr;.... ein bankier, KEiN banker. Gaebe es mehr von seiner Sorte ( aber es gibt immer weniger ) wuerden geoelte Trader und selbsternannte Chef-strategen ? ! mit einem Tritt in den Arsch dahin befoerdert wo sie hin gehoeren. Raus. besten Dank

  • "Werte" allein tuns nicht mehr. Es müssen jetzt "Qualitätswerte" sein. Herr von Metzler hat wohl zu tief ins Weinglas geguckt?

  • Es gibt in unserem Land keine Aktienkultur, weil z.b. noch vor 20 Jahren insidergeschäfte als Kavaliersdelikte (insb. der banken) üblich waren und z.b. das Lebensversicherungsgeschäft staatlich subventioniert worden ist.

    Gute Lobbyarbeit von banken und Versicherungen .

    Die Folge: es fehlt Eigenkapital in den Unternehmen.

  • Wer heute Aktien zwecks Alterssicherung kauft, muss davon ausgehen, dass er später, wenn er sie wieder verkaufen will, auch eine Mehrwertsteuer entrichten muss. Oder kann mir jemand unterschreiben, dass das niemals der Fall sein wird? Außerdem ist man gezwungen, ständig Verluste zu realisieren, da heutzutage keine AG mehr dauerhaft sein kann. Daher halte ich derartige Ratschläge wie im Artikel hier unverantwortlich. Die einzig gute Alterssicherung ist das eigene Heim.

  • Sehr unsexy, diese Einstellung. Man sollte sie ernst nehmen...

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