Geld verdienen an der Börse Keine Angst vor Aktien

Die Deutschen trauen der Börse nicht. Doch in erfolgreiche Depots gehören auch Aktien. Mit welchen Strategien Sie chancenreich anlegen, welche Instrumente vor Risiken schützen. Und welche Werte angesagt sind.
  • Niklas Hoyer, Anton Riedl
23 Kommentare
Viele Anleger haben Angst vor der Börse - das muss nicht sein. Quelle: obs

Viele Anleger haben Angst vor der Börse - das muss nicht sein.

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DüsseldorfEin Börsenroman in den Bestseller-Listen? In Deutschland ist das eine Überraschung. Nicht mal jeder zwanzigste Deutsche hält noch Aktien im Depot, in den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Aktionäre um gut ein Drittel gefallen. Viel zu riskant, meinen die meisten und haben angesichts von Finanz-, Schulden- und Euro-Krise Aktien den Rücken gekehrt.

Der Erfolg des Romans von Robert Harris (Vaterland) deutet aber keineswegs eine Trendumkehr an. Angstheißt das Werk - und spiegelt das Unbehagen an der Börse perfekt wider. Protagonist Alex Hoffmann, ein Hedgefondsmanager, macht in der Krise Milliarden: Unsere Algorithmen sind gerade bei Panik erfolgreich, weil der Mensch, wenn er Angst hat, immer auf vorhersehbare Weise reagiert.

Vorhersehbar, aber nicht richtig. Die Kunden sind nervös und wollen Risiken meiden, beobachtet Ulf Niklas, Finanzberater aus Berlin, in der realen Welt. Viele werfen jetzt eine über Jahre sorgsam aufgebaute Vermögensstruktur über den Haufen, bunkern nur noch Tagesgeld oder stecken aus Angst vor Inflation und Euro-Krise ihr ganzes Vermögen in Immobilien.

Der Schriftsteller Robert Harris hat einen Faible für historische Stoffe und Geschichten, die seine Leser nicht mehr ruhig schlafen lassen. Sein neuester Thriller "Angst" erzählt einen Tag voller Turbulenzen an den Börsen - und anderswo. Quelle: dpa

Der Schriftsteller Robert Harris hat einen Faible für historische Stoffe und Geschichten, die seine Leser nicht mehr ruhig schlafen lassen. Sein neuester Thriller "Angst" erzählt einen Tag voller Turbulenzen an den Börsen - und anderswo.

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Durchhaltevermögen zeigen

Sicher: In den vergangenen Jahren haben schwankende Kurse Aktionären einiges an Nerven abverlangt. Trotzdem ist das Risiko groß, dass Anleger mit ihrer Abneigung gegen riskantere und damit renditeträchtigere Investments schlecht fahren. Durchschnittlich 1,8 Prozent auf dem Tagesgeldkonto reichen schon jetzt nicht, um die aktuell 2,3 Prozent Inflation auszugleichen.

Aktien bieten als Sachwerte zumindest teilweise Schutz vor Inflation. Und nur über sie können sich Anleger an den produktiv erwirtschafteten Gewinnen einer Volkswirtschaft beteiligen. Es ist deshalb besser, mit angezogener Handbremse zu investieren, als überhaupt nicht im Kursaufschwung dabei zu sein. Handbremse steht in diesem Fall für Streuung, Absicherung und ein paar psychologische Tricks.

Schon jetzt ist der Dax seit Jahresanfang um fast acht Prozent gestiegen. Die Warnungen vor einer Pleite Griechenlands, dem Zerfall der Euro-Zone und einer Rezession in Europa hatten die Kurse weit gedrückt. Doch es ist längst nicht ausgemacht, dass es dazu wirklich kommt.

Spätestens im zweiten Halbjahr rechnen Ökonomen in Deutschland wieder mit einer anziehenden Konjunktur: Die Auftragsbücher der Unternehmen sind voll, die Deutschen kaufen ein wie selten zuvor. So stieg der private Konsum im vergangenen Jahr um 1,5 Prozent - der größte Zuwachs seit Beginn der Finanz- und Schuldenkrise. Außerdem hilft der schwache Euro den exportstarken deutschen Unternehmen. Und die Europäische Zentralbank hat Staatsanleihen für über 200 Milliarden Euro gekauft und allein im Dezember 500 Milliarden Euro in kriselnde Banken gepumpt. Gelingt es, die Lage weiter zu stabilisieren, werden die Aktienkurse wieder deutlich zulegen.

Intelligent mischen

Das Grundrezept für ein ausgewogenes Depot ist einfach: Anleger sollten ihr Geld streuen. Bewährt haben sich fixe Anteile für verschiedene Anlageklassen: So können sie je 30 Prozent ihres Vermögens in Aktien und Anleihen solider Unternehmen investieren, 25 Prozent in Gold und 15 Prozent als Tagesgeld parken. Das Schwierige ist, an einer solchen Aufteilung auch wirklich festzuhalten, sagt Martin Weinrauter, Vermögensverwalter und Fondsberater aus Königstein im Taunus. Einmal im Jahr sollten Anleger die Depotanteile wieder auf das gewünschte Niveau bringen. Das zwingt dazu, sich nicht von Euphorie oder Angst leiten zu lassen.In den vergangenen Krisenjahren ist diese Strategie gut aufgegangen. So hat der Dax seit Anfang 2008 rund 22 Prozent verloren. Mit der Musteraufteilung liegen Anleger hingegen 27 Prozent vorn.

Gold gehört ins Depot
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23 Kommentare zu "Geld verdienen an der Börse: Keine Angst vor Aktien"

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  • Ich finde zu wenig Informationen, als dass ich eine Möglichkeit sehe, der Theorie nachhaltig auf den Grund zu gehen. Bisher weiss ich leider nicht einmal, ob die Theorie irgend jemandem bei irgend einer Entscheidung behilflich sein könnte.

  • @KeepCool. Warum nicht? Die Portfolio-Informationsanalyse geht in die gleiche Richtung. Allerdings steht nicht alles da, was zum Rechnen nötig ist. Andererseits ist er auch unter "Wissenslogs" (Spektrum d. Wissenschaft) geführt, könnte also halbwegs seriös sein. Ob Ihre Grundlagen dazu reichen, müssen Sie selbst herausfinden.

  • @Kronecker: Sie müssen mir schon mit einer Berechnungsformel und einem theoretischen Hintergrund kommen, damit ich die Theorie verstehen oder gegebenenfalls widerlegen kann. Die Grundlagen sind meinerseits vorhanden.

    Ich habe gesehen, dass ein Dr. Hans Sauer zu dem Thema publiziert, wobei mir nicht klar, wie seriös dies ist. Mit dahingeworfenen Fakten können Sie mich auf jeden Fall nicht zufriedenstellen.

    Soll ich hier anfangen?

    http://knol.google.com/k/portfolio-informationsanalyse#

  • @KeepCool: Die Entropie eines dt. Sparbuches ist um die 0%, solange es Merkel garantiert, die des Geldes, weiß ich nicht (läßt sich aber berechnen). Übrigens ist die Entropie eines perfekten Münzwurfes 100%. Ein "gutes" Markowitz-Portfolio hat eine Entropie <10%, liegt also nahe am Sparbuch. Gezockt wird dann, wenn die Entropie des Investments >90% ist, also nahe am Münzwurf. Andererseits ist die Wahrscheinlichkeit Teil der Finanzmarktrealität. Zum Schluß: Wertet man den globalen Finanzmarkt nach der Entropie aus, sind wir alle, die seit 2007 investieren bis heute, Zocker. Vor 2007 war es nicht so. Also Vorsicht mit "die Zocker, Casino, ..."

  • @Kronecker: Mir ist zwar nicht ganz klar, wie Sie die "Entropie" des Aktienmarkts ermitteln. Ich finde ihren Ansatz aber ganz plausibel.

    Man sollte sicherlich nie 100 % seines Vermögens in Aktien investieren. Genausowenig, wie man andere Anlageklassen total überbetonen sollte.

    Aber eine Frage verbleibt: wie hoch ist ihres Erachtens die "Entropie" des Geldes bzw. des Sparbuchs? Sind Sie sicher, dass die Bank, bei der Sie ihr Geld anlegen, immer bestehen wird? Sind Sie sicher, dass der Wert des Geldes, über das Sie alles zu wissen glauben, auf Dauer erhalten bleiben wird?

    "Sicher" ist nicht immer sicher und "unsicher" nicht immer unsicher. Das ist aber vielen Menschen nur schwer zu vermitteln.

  • Der Ruf der Märkte und der Aktien ist nachhaltig ruiniert und dies wird sich nicht bessern bis die Spekulanten das Aktien Casino verlassen oder von staatlicher Seite, weltweit an die Leine gelegt werden.
    Darauf kann man aber noch lange warten müssen.
    Vorher in Aktien zu investieren, wäre sträflicher Leitsinn.
    Derzeit leben leider noch zu viele Zocker bestens von dem Unwissen der Anleger.
    Es kommt dem Sprung in ein Haifisch Becken gleich jetzt in Aktien ein zu steigen.
    Da kann man das Geld gleich selbst verbrennen.
    Natürlich werden jene nicht müde dafür zu werben die am meisten davon profitieren.

  • Wer Interesse hat, in den DAX zu investieren, sollte sich dessen Entropiefunktion anschauen. Diese liegt derzeit bei 75%. Das heißt, 75% beträgt unser Nicht-Wissen, 25% unser Wissen. Wir investieren in Wissen. Wer also zum Beispiel 100T€ hat, investiert davon 25T (25%) in den DAX. Den Rest aufs "Sparbuch". Im Übrigen sollte man sich den Entropie-Spread zwischen "guter" und "schlechter" Information im Finanzmarkt anschauen. Der Spread entscheidet darüber, ob man im DAX investiert bleibt oder nicht.

  • Zitat: "jawoll! kauft aktien!"

    Nee, kauft keine Aktien. Ihr kauft sie erst wieder dann, wenn ich sie verkaufe. :-)


  • jawoll! kauft aktien!
    die herrschaften brauchen dringend frisches geld.

  • Es wird niemand gedrängt, der privatanleger sitzt in der regel eben nicht 24/7 am bloomberg panel, bekommt stimmungswechsel eben erst verzögert mit wenn im lokalen tv oder zeitung berichtet wird.



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