Geldanlage 2023: Diese Fußball-Aktien eignen sich fürs Depot
Neben Borussia Dortmund ist der Drittligist SpVgg Unterhaching der einzige börsennotierte Klub in Deutschland.
Foto: IMAGO/Beautiful SportsKöln. Seit diesem Wochenende läuft in Deutschland die neue Saison der Fußballbundesliga der Herren. Keine andere Sportart zieht hierzulande so viel Aufmerksamkeit auf sich. Sie bietet ein attraktives Umfeld für Werbung, Sponsoren und Fernsehen – und somit auch Chancen für Anleger.
Der Wert von Fußball-Aktien hängt stark ab von der sportlichen Entwicklung, die wiederum maßgeblich ist für die wirtschaftliche Kraft eines Klubs. Sie kommen vor allem für eingefleischte Fans infrage, die sich mit ihrem Verein identifizieren. Das Gleiche gilt auch für sogenannte Fan-Anleihen, die einige Fußballvereine ausgeben.
Wer auf Fußball-Aktien setzt, sollte sich aber von Wertschwankungen und Unsicherheiten nicht aus der Ruhe bringen lassen. So kann nach sportlichen Rückschlägen oder Transferaktivitäten auch die Aktie deutlich nachgeben. Das macht sie für Privatanleger zu einem riskanten Investment. Wer mit etwas weniger Risiko investieren möchte, sollte einen Umweg wählen.
In Europa sind nur 13 Vereine an der Börse notiert. Hierzulande ist Borussia Dortmund das prominenteste Beispiel. Daneben gibt es weitere bekannte Fußballklubs etwa aus England und Italien, die Investoren im eigenen Depot abbilden können.
Borussia-Dortmund-Aktie
Beim Börsengang 2000 kostete die Aktie elf Euro. Derzeit liegt der Preis bei 4,35 Euro. Nach dem Gang an die Börse stand Borussia Dortmund kurz vor der Pleite, was den Aktienkurs einbrechen ließ. Dann kehrte der sportliche Erfolg zurück, ehe die Coronapandemie und die damit verbundenen Einnahmenverluste dem Papier erneut stark zusetzten.
In welchem Maße die Aktie vom sportlichen Erfolg abhängt, zeigt die Kursentwicklung von Borussia Dortmund in diesem Jahr: Als die deutsche Meisterschaft im Mai schon so gut wie sicher schien, stieg das Papier bis auf knapp sechs Euro – und rutschte wieder ab, als die Träume am letzten Spieltag zerplatzten.
Neben dem sportlichen Prestige ist die Teilnahme an der finanziell lukrativen Champions League extrem wichtig für den Kursverlauf. Hier sind Einnahmen in deutlicher zweistelliger Millionenhöhe garantiert.
In der neuen Saison ist der BVB erneut in der sportlichen „Königsklasse“ vertreten. „Ein starker Start in die Champions League könnte der Aktie zusätzlichen Aufwind bescheren“, lautet die Einschätzung von Salah-Eddine Bouhmidi, Head of Markets beim Onlinebroker IG.
Charttechnisch würden nachhaltige Kursnotierungen über 4,50 Euro weitere Impulse freisetzen können, urteilen Beobachter. Vier Analysten, die sich mit der Aktie beschäftigen, empfehlen die Aktie zum Kauf. Das Kurspotenzial liegt bei 25 Prozent.
Manchester-United-Aktie
Manchester United ist bei Fußball-Aktien das Maß aller Dinge. Der englische Rekordmeister ist in den USA gelistet, der Börsenwert liegt bei 3,7 Milliarden US-Dollar. Kein börsennotierter Fußballklub kommt auch nur in die Nähe eines solchen Werts. Der Klub hat sich längst als globale Marke etabliert.
Stark angetrieben wurde die Aktie zuletzt vom sich anbahnenden Verkauf des Klubs. Mittlerweile ist der Verkauf des englischen Rekordmeisters durch die US-Milliardärsfamilie Glazer beschlossene Sache. Die Eigentümerfamilie führte den Klub seit 2003. Viele Fans beklagten eine Entfremdung von ihrem Verein.
Der Käufer scheint Sheikh Jassim bin Hamad Al Thani zu sein, Bruder des katarischen Emirs und Chairman der Qatar Islamic Bank. Er will den Klub zu altem Glanz führen. Sein Angebot soll Medienberichten zufolge deutlich über dem Marktwert liegen.
Im Zuge der Übernahmegerüchte legte die Aktie in der Spitze um fast 90 Prozent zu. Derzeit kostet ein Anteilsschein 23 Dollar. „Nun steht die Frage im Raum, ob der Käufer den Kaufpreis nochmals erhöhen wird“, meint Analyst Salah-Eddine Bouhmidi. „Ein Ausbruch über 24 US-Dollar könnte als eine Bestätigung gesehen werden und für neue Kursgewinne sorgen.“
Von vier Analysten empfehlen zwei die Aktie zum Kauf, zwei sind neutral gestimmt. Sie taxieren das Kursziel auf 25,50 Dollar.
Adidas-Aktie
Eine Möglichkeit, in den Fußballmarkt zu investieren, bieten auch Sportartikelhersteller wie Adidas. Die Herzogenauracher statten zahlreiche Topklubs aus, hierzulande etwa den FC Bayern München.
CEO Björn Gulden, der seit Januar 2023 bei Adidas im Amt ist, hat für eine Trendwende gesorgt. Das Unternehmen ist 2023 der zweitgrößte Gewinner im Dax. „Die Aktie bleibt in einem soliden Aufwärtstrend und könnte im weiteren Verlauf und insbesondere in der Jahresendrally noch mal aufdrehen. Fundamental ist die Ausgangslage ebenfalls gut“, meint Analyst Bouhmidi.
Die Aussichten für den Sportartikelmarkt sind gut. Laut der Beratungsgesellschaft McKinsey wächst das Segment um acht bis zehn Prozent pro Jahr.
Im Schnitt rechnen Analysten bei Adidas mit einem Kursziel von 183,55 Euro. Deutlich mehr Potenzial sieht Olivia Townsend vom Bankhaus JP Morgan. Sie hält einen Wert von 300 Euro für möglich. Insgesamt ist das Meinungsbild der Analysten nicht einheitlich: 14 empfehlen die Aktie zum Kauf, 16 sind neutral gestimmt. Fünf raten zum Verkauf der Aktie.
Erstpublikation: 20.08.2023, 17:08 Uhr.