Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Geldanlage Bei Vermögensverwaltern zählt der Größenvorteil

Die großen Vermögensverwalter wachsen immer weiter, kleinere Verwalter kommen in eine bedrohliche Lage. Das könnte zu Fusionen und Aufkäufen führen.
Kommentieren
Der Vermögensverwalter betreut inzwischen über fünf Billionen Euro. Quelle: dpa
Blackrock

Der Vermögensverwalter betreut inzwischen über fünf Billionen Euro.

(Foto: dpa)

Frankfurt Durch die globale Brille betrachtet erscheinen die deutschen Vermögensverwalter fast zwergenhaft. Die DWS, Fondstochter der Deutschen Bank, taucht als größtes nationales Haus in der internationalen Hitliste mit knapp 700 Milliarden Euro erst auf Platz 23 auf.

An der Spitze liegen die Mega-Adressen für die immer populäreren Indexfonds: Blackrock betreut inzwischen über fünf, Vanguard über vier Billionen Euro. „Die sind viel schneller gewachsen als ihre Konkurrenten“, registriert Stuart Parker, Chef des großen US-Verwalters PGIM Investments.

McKinsey-Experte Philipp Koch hat den Wachstumstrend über einen Zeitraum von zehn Jahren analysiert: „Wir sehen bisher schon: Die Großen werden größer, die Mittelgroßen zwischen 100 Milliarden Euro und einer Billion Euro Kapital dagegen schrumpfen.“

Damit seien viele Adressen in einer bedrohlichen Lage, das könne zu Fusionen und Aufkäufen führen, meint Koch. Treiber wären schwächere Erträge dank sinkender Margen bei parallel steigenden Kosten.

Auch für Parker ist der Weg vorgezeichnet: „Wir haben schon Zusammenschlüsse von Invesco und Oppenheim gesehen, von Janus und Henderson. Die bestätigen, dass es auf den Größenvorteil ankommt.“ Im August 2017 hatten die britischen Vermögensverwalter Standard Life und Aberdeen Asset Management fusioniert.

Grafik

Zuvor hatte bereits die britische Henderson Group den US-Verwalter Janus Capital gekauft. Eine Vergrößerung der Vertriebsregionen und Kosteneinsparungen waren wichtige Motive gewesen. Entgegen dieser positiven Formulierung spricht ein Fachmann, der namentlich nicht genannt werden will, allerdings von einer „Verzweiflungstat“. Beide Anbieter allein seien schlicht zu klein gewesen.

Ertragslage hängt kurzfristig vom Börsentrend ab

Ein Verwalter mit großem Kapitalbestand hat nach Ansicht von PGIM-Mann Parker viele Vorteile. Dazu gehöre auch eine breitere Produktpalette: „Das kommt Investoren und Vertriebspartnern entgegen, denn beide wollen mit weniger Partnern zusammenarbeiten, die aber gleichzeitig mehr im Asset-Management bieten.“

Auf der Produktseite zählen dazu nicht mehr ausschließlich Strategien für die wichtigsten Wertpapierklassen Aktien und Anleihen sowie passende Mischungen. In Zeiten der Niedrigzinswelt gehören dazu immer häufiger alternative Investmentformen wie Immobilien, Private Equity, Infrastruktur und Kredite. Hier sind auch die Margen noch hoch.

Jenseits solcher strategischer Überlegungen hängt die Ertragslage der Verwalter kurzfristig vom Börsentrend ab. Angesprochen auf die Perspektive für das laufende Jahr, fühlt sich Parker etwas hilflos. „Die Dinge können sich so schnell ändern. Das haben wir mit der plötzlichen Wende in der Geldpolitik der Notenbanken gesehen“, erinnert er. Das habe den Wertpapierkursen Schub gegeben. Eine Antwort auf die Frage nach dem Börsenausblick sei daher kaum möglich: „Ich bin kein Hellseher.“

Mehr: Der Börsensturz des vergangenen Jahres ließ die Erträge der europäischen Vermögensverwalter einbrechen – besonders innerhalb der deutschen Branche. Lesen Sie hier mehr.

Startseite

Mehr zu: Geldanlage - Bei Vermögensverwaltern zählt der Größenvorteil

0 Kommentare zu "Geldanlage: Bei Vermögensverwaltern zählt der Größenvorteil"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote