Geldanlage Das Vermögen der Deutschen verliert an Wert – diese 3 Strategien können Anlegern helfen

Das Geldvermögen der Deutschen verliert an Wert, viele beliebte Anlageoptionen werfen nicht genug Rendite ab. Auf welche Strategien Anleger noch setzen können.
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Anleger haben derzeit nur wenige Optionen, Verluste beim Geldvermögen zu vermeiden. Quelle: imago/Ikon Images
Anlagestrategie

Anleger haben derzeit nur wenige Optionen, Verluste beim Geldvermögen zu vermeiden.

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DüsseldorfEs sind keine leichten Zeiten für deutsche Sparer: Das Geldvermögen der Deutschen hat laut einem Bericht der Bundesbank an Wert verloren. Zum ersten Mal seit sechs Jahren ist die Gesamtrendite, die ein durchschnittlicher Privathaushalt in Deutschland real erzielte, ins Minus gerutscht: Im ersten Quartal 2018 lag sie bei minus 0,8 Prozent. Grund dafür sind sowohl Kursverluste am Aktienmarkt als auch die leicht gestiegene Inflation und die Niedrigzinspolitik der EZB.

Anleger haben derzeit nur wenige Optionen, den Schaden zu begrenzen. Aufs Sparbuch oder Bankkonto zu setzen, kommt einer schleichenden Wertvernichtung gleich.

Denn wer sich heute in Deutschland etwas kauft, muss dafür im Schnitt gut zwei Prozent mehr ausgeben als noch vor einem Jahr. Der Mangel an Facharbeitern, wie ihn Deutschland noch nie erlebt hat, dürfte die Löhne und Preise weiter treiben. Und wegen der EZB-Niedrigzinspolitik verzinsen die meisten Banken Tagesgeld nur noch mit maximal 0,1 Prozent im Jahr.

Auch Staatsanleihen sind keine gute Alternative: Für deutsche Schuldscheine bis zu einer Laufzeit von bis zu zwei Jahren müssen Anleger sogar jährlich rund 0,6 Prozent Zinsen bezahlen, um dem Staat Geld zu leihen. Eine Rendite gibt es erst ab einer Laufzeit von acht Jahren.

Und Immobilienbesitzer können sich zwar über den Wertzuwachs freuen, dieser lässt sich jedoch erst beziffern, wenn ein Verkauf ansteht. Immobilienfonds hingegen eignen sich aufgrund der geringen Erträge nach Abzug der Inflation gerade einmal zum Kapitalerhalt.

Mit diesen drei Strategien können Anleger die Niedrigzinsphase überstehen:

1. Von Dividendenaristokraten profitieren

In vergangenen Inflationsphasen haben sich Dividendenaristokraten bewährt, also Aktien von Unternehmen, die seit mindestens 25 Jahren ihre Ausschüttungen Jahr für Jahr erhöht haben. Solch eine lange Phase gibt zwar noch keine Garantie auf eine Fortsetzung, aber zumindest gute Chancen dafür.

Denn wer erst einmal solch eine Tradition hat, wie beispielsweise Coca-Cola, der Pharmaproduzent Johnson & Johnson und der Pampers-Hersteller Procter & Gamble, der gibt sie selbst in schlechten Zeiten ungern wieder auf. In Deutschland weist mit Fresenius nur ein Unternehmen diese große Historie auf. Jährlich steigerte der Gesundheitskonzern seine Dividende im Schnitt um 18,7 Prozent, der Kurs stieg in 25 Jahren um 6000 Prozent.

Zwar gibt es immer wieder Zeiten, oft in konjunkturellen Boomphasen, in denen sich dividendenstarke Aktien schlechter als der Gesamtmarkt entwickeln – so wie in den drei vergangenen Jahren. Aber der langfristige Trend überzeugt.

Ein aus dem weltweit größten und wichtigsten Börsenbarometer, dem S&P 500, zusammengesetzter Dividenden-Aristokraten-Index stieg seit dem Jahr 2000 um fast 500 Prozent. Der herkömmliche S&P mit allen 500 börsennotierten Unternehmen schaffte nicht einmal die Hälfte an Zuwachs.

2. Auf Qualitätsaktien setzen

An den Börsen heißt das Zauberwort Preismacht. Das bedeutet, dass Unternehmen dank ihrer starken Marke leichter als andere höhere Preise weiterreichen können. Deren Aktien haben zwar ihren Preis. Doch: „Es ist besser, ein qualitativ hochwertiges Unternehmen zu einem durchschnittlichen Preis zu kaufen als ein durchschnittliches Unternehmen zu einem niedrigen Preis“, lautet seit Jahrzehnten ein wesentlicher Ratschlag von Investorenlegende Warren Buffett an seine Aktionäre.

Über Preissetzungsmacht verfügen Unternehmen, wenn sie wie beispielsweise der Softwarehersteller Microsoft eine starke Marktposition besetzt haben, nur wenig oder gar keine Konkurrenz existiert – oder wenn das Unternehmen wie Coca-Cola über einen herausragenden Markennamen verfügt. Dies versetzt den 126 Jahre alten Konzern aus Atlanta in die Lage, selbst für ein scheinbares Massenprodukt in Inflationszeiten immer höhere Preise an die Kunden weiterzureichen.

Dies gelingt so lange, wie Coca-Cola den Nerv seiner Konsumenten trifft und unverwechselbar gegenüber allen Wettbewerbern bleibt. Zu dieser Art von Qualitätsaktien zählen auch Apple, der Luxuskonzern LVMH mit seinen vielen Edelmarken wie Louis Vuitton, Moët & Chandon und Bulgari oder in Deutschland der Kosmetikhersteller Beiersdorf mit Nivea. Auch SAP mit seiner Firmensoftware oder der Weltmarktführer für Großküchen in Universitäten und Krankenhäusern, Rational, gehören dazu.

So bietet auch der Dax angesichts der mauen Konkurrenz aus Anleihen, dem Sparbuch und Festgeld nicht die schlechtesten Aussichten. Zwar „droht“ nach den Rekordgewinnen im abgelaufenen Jahr, als die 30 Dax-Konzerne mit 95 Milliarden Euro unter dem Strich gut 50 Prozent mehr als im Jahr davor verdient hatten, in diesem Jahr Stagnation. Anders ausgedrückt bedeutet das aber eine Wiederholung der Rekordgewinne des Vorjahres.

Auf Qualitätsaktien setzt auch der Fondsmanager Bert Flossbach von der Vermögensverwaltung Flossbach von Storch. Er sucht „gut geführte Unternehmen mit einem starken Schutzwall gegen die Konkurrenz und soliden Bilanzen“. Sein Credo: Kursschwankungen gehören zum Alltag. „Qualität bietet zwar keinen Schutz vor temporären Kursrückschlägen“, meint er – aber die Gewähr, dass es wieder bergauf gehe.

Mit Kursschwankungen rechnet auch Fondsmanager Jens Ehrhardt. „2018 ist bisher mehr oder weniger ein Jahr, das Anlegern außer Kursschwankungen nichts bringt“, sagte er im Interview mit dem Handelsblatt. „Auch unter den Vermögensverwaltern hat keiner bisher richtig gut verdient – außer denen, die massiv auf Aktien der großen Technologie-Konzerne setzen.“ Deren teure Titel hat Ehrhardt aus seinen Fonds jedoch „zu einem guten Teil abgebaut“, er setzt auf „unterbewertete Titel mit oft guter Dividendenrendite.“

Ehrhardt sieht zwar diverse Risiken, die in den kommenden Wochen und Monaten die Kurse von Aktien und Anleihen unter Druck bringen könnten. Allerdings sieht er den Dax am Jahresende „wieder ungefähr auf dem Niveau vom Jahresanfang.“

3. Das Rohstoff-Risiko eingehen

Rohstoffe und ihre Aktien bieten eine gute kurzfristige Versicherung gegen Kaufkraftverluste. Denn steigende Verbraucherpreise führen zu steigenden Rohstoffpreisen, damit legen auch die Kurse der Rohstoffaktien zu. Der Effekt kann auch umgekehrt auftreten: Höhere Ölpreise verteuern viele andere Produkte und Dienstleistungen.

Wer nicht auf einzelne Rohstoffe wie Öl, Palladium, Silber oder Gold setzen möchte, kann zu einem Fonds oder ETF greifen, der die zehn oder 20 wichtigsten Rohstoffe abbildet. Auch große internationale Rohstoff-Unternehmen wie Exxon, Glencore und BHP Billiton profitieren von steigenden Rohstoffpreisen.

Doch Vorsicht ist geboten, denn die Preise von Öl, Gold, Platin und Co. und die Aktien der entsprechenden Unternehmen schwanken stark und noch stärker als die Kurse an den Aktienmärkten. Auch ist bei Rohstoffen kaum ein Muster aus stetig oder zumindest langfristig steigenden Preisen zu erkennen.

Deshalb eigenen sich Rohstoffe weniger als langfristige Anlage, sondern mehr zur Spekulation, um auf Sicht von maximal einigen Jahren auf steigende Kurse zu setzen. Ein solider Vermögensaufbau für die spätere Rente sollte freilich anders aussehen.

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1 Kommentar zu "Geldanlage: Das Vermögen der Deutschen verliert an Wert – diese 3 Strategien können Anlegern helfen"

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  • Na da ist aber ziemlich viel per copy and paste von Herrn Sommers Artikel vom 10.8 übernommen worden (inklusive Rechenfehler). Man hat beim Lesen das Gefühl den Artikel bereits ein zweites Mal zu lesen.

    Nichts ist bekanntlich so uninteressant wie die Zeitung von gestern.

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