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Geldanlage Fondsmanager machen 2018 keine gute Figur

Keiner der großen Anbieter für standardisierte vermögensverwaltende Fonds hat 2018 seine Benchmark geschlagen. Doch es gibt noch ein weiteres Problem.
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Nicht jeder Fondsmanager begeisterte 2018 seine Anleger. Quelle: dpa
Frankfurter Banken-Skyline

Nicht jeder Fondsmanager begeisterte 2018 seine Anleger.

(Foto: dpa)

FrankfurtMit den Kursschwankungen an den Aktien- und Anleihemärkten hatten viele Fondsmanager vermögensverwaltender Produkte im Jahr 2018 ihre Probleme. Die meist stark auf Europa ausgerichteten Dachfonds litten unter einer schwachen Aktienkursentwicklung und mitunter den volatilen Anleihemärkten.

Die Fondsmanager, deren Anspruch ist, über verschiedene Marktphasen hinweg stabilere Renditen zu erzielen als Börsenindizes, machten oft keine gute Figur. Bei den Gebühren fielen manche ebenfalls nicht positiv auf. Das ergibt eine Studie des Beratungshauses Fonds Consult, die dem Handelsblatt vorliegt.

„Ein schwieriges Börsenjahr geht zu Ende“, resümiert Harald Braml, Analyst bei Fonds Consult. Keiner der von ihm beobachteten großen Anbieter am deutschen Markt konnte in diesem Jahr die Börsenmesslatte schlagen. Auch über einen längeren Zeitraum überzeugten nur wenige Produkte.

2018 wurden die Fonds, die auf verschiedene Anlagearten setzten, von mehreren Seiten herausgefordert: Die meisten Fondsmanager legten ihr Kapital vor allem in Europa an, wo ihren wichtigsten Anlageklassen Aktien wie Anleihen unter Druck standen. Europäische Aktien etwa aus dem breiten MSCI Europe verloren zweistellig. Und europäische Staatsanleihen haben sich unter größeren Schwankungen lange Zeit mehr oder weniger seitwärts entwickelt, zuletzt sind die Kurse deutlich gestiegen.

Es gebe bekanntlich keinen Puffer mehr auf der Anleiheseite, sagt Analyst Braml. Vielmehr hätten einige sehr vorsichtige Fondsmanager auch mit Bonds verloren: Als die Kurse fielen, sind sie aus Zinspapieren rausgegangen und haben dann die anschließende Erholung verpasst.

Viele Fondsmanager haben zu stark auf kurzfristige Papiere gesetzt, wie Ali Masarwah, Analyst beim Fondsratinghaus Morningstar, ergänzt. Dies, weil sie auch in Europa mit anziehenden Kapitalmarktzinsen rechneten und dann nicht mit länger laufenden Papieren höhere Kursverluste einfahren wollten.

Grafik

Das Jahr lief „katastrophal“ für vermögensverwaltende Fonds, fasst er zusammen: Bis Ende November hätten die allermeisten Fondsmanager im Minus gelegen. Im Bereich konservative Strategien für risikoscheue Anleger erreichte der beste von Fonds Consult untersuchte Vermögensverwalter in den zwölf Monaten bis Ende September eine Rendite von knapp zwei Prozent, der schwächste verlor 0,3 Prozent. Der Vergleichsindex legte indes 2,6 Prozent zu.

Auch längerfristig konnten die meisten Fondsmanager ihre Benchmark nicht schlagen. Allerdings reichten gute Geldmanager nah an die Indizes heran und erzielten zudem relativ stabile Erträge. Ihre Portfolios schwankten vor allem weniger stark als die Aktienmärkte.

Besonders beim Risikomanagement lieferten gute Anbieter Mehrwert gegenüber den Indizes, betont Braml. „Anleger zahlen mit der geringeren Rendite einen Preis für eine gewisse Sicherheit.“

Enorme Unterschiede

Mit dem Ziel, über ihr Risikomanagement stabilere Erträge als an den Märkten zu erzielen und möglichst keine Verluste zu verbuchen, treten viele Fonds-Vermögensverwalter denn auch an. Die analysierten Fonds-Vermögensverwalter legen das Geld ihrer Kunden in Dachfonds an, die wiederum in Fonds und Wertpapiere investieren.

Solche Modelle, die eine Vermögensverwaltung einfacherer Art mit Fonds bieten, ziehen am deutschen Markt seit Jahren Kapital an. Seit 2013 hat sich das Vermögen am Markt laut Fonds Consult mehr als verdoppelt auf gut 76 Milliarden Euro. Allerdings nehmen die Zuwächse seit einigen Jahren ab, was Braml mit einer gewissen Marktsättigung erklärt.

Einen Großteil ihres Finanzkapitals parken die Deutschen nach wie vor auf Sparbüchern und Konten. Unter den in der Studie untersuchten größten Anbietern am deutschen Markt sammelte das genossenschaftliche Fondshaus Union Investment das meiste neue Geld ein und hält als größter Anbieter am Markt einen Marktanteil von knapp 37 Prozent.

Zwischen den Anbietern gibt es „enorme Unterschiede“, wie Braml betont – bei der erzielten Rendite und den Schwankungen des Fondswerts. „Es macht daher Sinn, Angebote zu vergleichen, um keine Überraschungen zu erleben“, empfiehlt er.

Doppelte Kostenstruktur

Wichtig ist ebenfalls, auf die Gebühren zu schauen. Diese klaffen beträchtlich auseinander: Je nach Risikoklasse stellt Fonds Consult laufende Kosten zwischen 0,35 und 2,5 Prozent pro Jahr fest. Hinzu kommen die Kaufgebühren, die Ausgabeaufschläge der Fonds von bis zu fünf Prozent je Kaufsumme und Depotgebühren.

Manche Anbieter verlangen obendrauf noch sogenannte Performance-Gebühren, wenn der Fondsmanager den Vergleichsindex schlägt. „Dachfonds sind meist teuer“, kritisiert Masarwah von Morningstar. Das liege an der „doppelten Kostenstruktur“: Gebühren fielen auf Ebene der Dachfonds und der investierten Fonds an.

Bester Anbieter ist wieder die Commerzbank, die diese Fonds von der Allianz-Tochter Allianz Global Investors managen lässt. Deren relativ globale Ausrichtung habe bei den aktienorientierten Fonds für die besten Erträge in den vergangenen zwölf Monaten gesorgt, lobt Braml.

Auch über fünf Jahre liegen die Manager vorn: Die Fonds mit einem Aktienanteil von bis zu 80 Prozent schafften knapp neun Prozent Rendite im Jahr, die Produkte mit einer Aktienquote bis 100 Prozent gut zwölf Prozent jährlich. Zugleich hätten die Manager die Risikosteuerung „gut im Griff“ – die Fonds schwanken eher wenig im Wert.

Gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universität Passau analysiert Fonds Consult Rendite und Risiko der vier Anlagestrategien über ein, drei und fünf Jahre mithilfe verschiedener Kennzahlen. Um die reine Fondsmanagementleistung zu messen, werden die Gebühren aus dem Renditevergleich herausgerechnet.

Auch die Fondsmanager der zweitplatzierten Union Investment liegen längerfristig gut. Zuletzt litten die Portfolios allerdings etwas unter ihrer Europa-Ausrichtung, meint Braml. Auch schwankten die Fonds mitunter stärker im Wert.

Die Risikoseite beklagt der Analyst auch bei den Produkten der Deutschen Bank – als „teils sehr schwach“. Die Manager seien mitunter „sportlich unterwegs“: In den vergangenen zwei Jahren haben sie in der ausgewogenen Strategie mit Renditen von knapp sechs Prozent den Index abgehängt.

Unterm Strich haben sich die Fonds gegenüber 2017 leicht verbessert. Auch die Hypo-Vereinsbank zeige per saldo etwas bessere Ergebnisse in der ausgewogenen und der dynamischen Strategie, sagt Braml. Die Deka weist demnach zwar ein gutes Risikomanagement auf mit relativ geringen Wertschwankungen in allen Strategien.

Allerdings stellt Braml auch überall die schwächste längerfristige Rendite fest – meist mit Abstand. Dennoch hat das Haus die Kaufgebühren erhöht.

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