Geldanlage Jung, begabt, renditegeil – und erfolglos

Junge Aufsteiger sind besonders anspruchsvoll bei den Vorgaben für ihre Banker. Eine Studie zeigt jedoch: Der Nachwuchs besitzt kaum Finanzwissen. Wie High Potentials ihr Geld anlegen und welche Fehler sie dabei machen.
33 Kommentare
Geschäftsfrau: Junge Aufsteiger sind bei der Vermögensplanung anspruchsvoll. Quelle: dpa

Geschäftsfrau: Junge Aufsteiger sind bei der Vermögensplanung anspruchsvoll.

(Foto: dpa)

Wenn man mit Vermögensverwaltern über den Anlegernachwuchs spricht, zeigen sich mache beeindruckt. Die Aufsteiger, Erben und baldige Clan-Oberhäupter seien besonders fordernd, heißt es. „Diese Zielgruppe ist deutlich besser informiert und wesentlich anspruchsvoller in dem was sie erwartet“, sagt etwa Manfred Schlumberger, Geschäftsführer von BHF Trust. Sie verlangen Transparenz und eine über lange Jahre gute Wertentwicklung.

„Flexibilität, Transparenz, Risiko, Rendite“ seien dem Nachwuchs besonders wichtig, erklärt Heiko Löschen, Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Packenius, Mademann und Partner. Ihnen gehe es um Preis und Leistung. „Grundsätzlich besteht ein hohes Kostenbewusstsein bei diesen Anlegern“, sagt Löschen. Der Nachwuchs sei bereit, für die erbrachte Beratungsleistung zu bezahlen. Aber auch nicht mehr.

Jung, anspruchsvoll, renditegeil und ein wenig geizig: So ticken die jungen Anleger. Sie sind jung, talentiert und mancher dürfte in Zukunft in die Chefetage einziehen. Aber so aussichtsreich ihre Perspektiven im Job sein mögen und so sehr sie ihren Banker oder Verwalter zu Höchstleistungen antreiben, so wenig verstehen die Young Professionals anscheinend vom Geld.

Diese Annahme bestätigt zumindest eine Umfrage des Deutschen Instituts für Portfolio-Strategien unter rund 400 potenziellen Aufsteigern. „Jeder Autokäufer ist besser informiert als ein Bankkunde“, sagt Julius Reiter, Fachbereichsvorsitzender des Instituts und prominenter Anlegeranwalt. Selbst bei dieser hochwertigen Zielgruppe sei das Finanzwissen nicht ausreichend, um unabhängige Kaufentscheidungen zu treffen.

Zwar schätzen mehr als 83 Prozent der Befragten ihr Finanzwissen als gut ein. Trotzdem investieren die Aufsteiger vor allem in traditionelle Anlageklassen. 43 Prozent der Befragten besitzen ein Zinskonto, 38 Prozent einen Bausparvertrag, 19 Prozent eine Kapitallebensversicherung.

Angesichts des allgemeinen Zinstiefs, der guten Aussichten im Job und der langfristigen Anlageperspektive raten Vermögensverwalter dieser Zielgruppe zu anderen Anlageklassen. „Für diese Zielgruppe empfehlen wir einen hohen Anteil an risikotragenden Assets, sofern nicht in näherer Zukunft ein Immobilienkauf vorgesehen ist“, sagt etwa Manfred Schlumberger, Geschäftsführer von BHF Trust. Er empfiehlt dieser Zielgruppe einen Aktienanteil von 70 Prozent, einen Rohstoffanteil von 20 Prozent sowie zehn Prozent Rentenanlagen.

Die Anlagefehler der Aufsteiger
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Geldanlage - Jung, begabt, renditegeil – und erfolglos

33 Kommentare zu "Geldanlage: Jung, begabt, renditegeil – und erfolglos"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Vielleicht hilft ja dieses Zitat, um Ihnen zu verdeutlichen, wie subjektiv man die "heutige" Zeit zu empfinden vermag: "Die Kinder von heute sind Tyrannen. Sie widersprechen ihren Eltern, kleckern mit dem Essen und ärgern ihre Lehrer."
    (SOKRATES)

  • @Realistin

    Ich erinnere Sie an Ihre Worte sobald sie nicht mehr in Lohn und Brot sind und Ihre Nachkommen Sie im Pflegeheim besuchen sollten.

    Viele Grüße.. Habe Ihren Beitrag mal wieder als Spam gemeldet..

  • @Self-Made-Millionaer

    Dann sollten Sie mal das Interview mit Georg Schramm auf Youtube sich anschauen!! Von einem Menschen, der noch die Chanche bekommen hatte in den 70igern zu studieren!

    Sie schreiben Blödsinn...die meißten jungen Leute sind verkommene Narzissten. Oder nehmen Sie Ihre Umwelt nicht mehr wahr?! Und damit geht die Zivilisation, die friedliche Gesellschaft den Bach herunter!!

  • Ja, ja, Lummerland ist abgebrannt. Glauben Sie ernsthaft, es habe einmal "bessere" Zeiten gegeben als heute? Sicher könnte unser Bildungssystem sozial noch durchlässiger sein. Trotzdem wage ich zu behaupten, dass es in Deutschland noch nie eine Zeit gab, in der sozialer Aufstieg (für Jedermann und JederFRAU!!!) einfacher war als heute! Schwierig genug: Ja. Schwieriger als früher: Definitiv nein!

  • @bjarki


    KLASSE!!!!! DER BESTE KOMMENTAR HIERZU!!! DANKE !! :-)

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • gebe es hier ein "Like Button" hätte Herr Moment_mal... sehr viele "Likes".

  • Und sind Sie nicht der karstenberwanger, der sonst gerne als allererster über die verbrecherischen, hyänenhaften Banker und den EUR Betrug durch die ach so böse Finanzwirtschaft und korrpupte Politik zetert?

    Bei welcher CH Bank waren Sie denn Sicherheitsmanager? Bei der, wo das OpRisk- und Sicherhietsmanagement dermaßen geschlafen hat, dass es garnicht gemerkt hat wie Milliarden über spekulative Termingeschäfte verheizt wurden was in der Folge fast zur Inso geführt hat oder bei der, die großflächig ihren deutschen Kunden höchst lukrative Steuerbetrugsmodelle vertickt hat, die jetzt allesamt von der deutschen Steuerfahndung zerlegt werden mit entsprechendem (völlig legitimen) Reputationsschaden für die Bank?

    Oder meinen Sie mit Sicherheitsmanager den Kerl mit der Schirmmütze, der die Schalterhalle bewacht und der den Schlüssel für die Videoüberwachung hat?

  • Die Banker haben sich auch sehr lange sehr viel Mühe gegeben, zu beweisen, dass man Ihnen nicht vertrauen kann. So langsam trägt konstantes handeln Früchte.

  • "„Die Ausbildung in finanziellen Angelegenheiten muss in Deutschland ausgebaut werden“"

    Es gibt das Buch:"Your Money Or Your Life!", von Vicki Robin, Joe Dominguez; die 1999 Ed. in Englisch habe ich mir damals bestellt, und seitdem ist mein Credo: Die Menschen müssen -alle- in der Schule ein Fach haben, -und wenn es regelmäßig nur 1x alle 14 Tage ist-, das so etwas wie 'finanzielle Mündigkeit' befördert. Nur mal ein themenbezogenes Intermezzo im allgemeinen Rauschen des WiPo-Unterrichtes oder in der Heimat- und Sachkunde reicht unter keinen Umstäanden aus. Regelmäßiges Trainig des Finanzmuskels ist nötig, auch bei nur kleinen zur Verfügung stehenden Summen, denn klein ist nur, was im Vergleich klein ist. Wenn 80 Euro das Monatsbudget sind, dann terainiert man den 'Geld-Muskel' eben daran, die Gewichte, die zu stemmen sind, werden von selbst größer -'High Potential' oder nicht-. Also, d'accord:

    „Die Ausbildung in finanziellen Angelegenheiten muss in Deutschland ausgebaut werden“

    DAS WÜNSCHE ICH FÜR ALLE HERANWACHSENDEN MENSCHEN.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%