Geldanlage Jung, geldverliebt, misstrauisch

Sie haben beste Karrierechancen. Auch bei der Geldanlage lassen Young Professionals nichts anbrennen. Sie misstrauen ihren Bankern und halten sich selbst für Investment-Profis. Wie der Nachwuchs sein Geld anlegt.
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Absolvent einer amerikanischen Elite-Uni: Der Nachwuchs weiß, wo es lang geht. Quelle: ap

Absolvent einer amerikanischen Elite-Uni: Der Nachwuchs weiß, wo es lang geht.

(Foto: ap)

Über so viel Chuzpe staunte selbst der altgediente Vermögensverwalter. Als das Ehepaar mit seinem gerade mal 21 Jahre alten Sohn vor ihm saß, und eine Summe von knapp einer halben Million Euro für die Altersvorsorge zurücklegen wollte, übernahm der Filius schnell das Kommando.

Nicht beeinträchtigt von allzu großer Lebenserfahrung und angespornt von einem betriebswirtschaftlichen Studium drängte er den Berater zu einer „breit diversifizierten Anlagestrategie mit langfristigem Horizont“. Der Vater kämpfte sichtlich mit seinem Ego, überließ aber seinem Zögling das Kommando. Der orderte beim Profi Aktien, festverzinsliche Wertpapiere - jeweils international diversifiziert -, Genussscheine und Wandelanleihen, Rohstoffe und Edelmetalle und Private Equity Investments.

Bei Marktschwankungen zeigte sich der Unterschied der Generationen. Während die nervösen Eltern in der Hausse mehr Aktien forderten und in der Baisse verkaufen wollten blieb der Sohn cool. Er behielt den roten Faden seiner Strategie und justierte lediglich einzelne Assets je nach Marktlage nach. „Dank des Sohnes ist es uns gelungen, dass das Vermögen unter geringen Schwankungen gewachsen ist und somit nun ein wichtiger Bestandteil der Altersvorsorge der Familie ist“, erklärt der Verwalter der Familie.

Jung, gut ausgebildet und selbstbewusst gibt sich die neue Generation der Geldanleger. Banker schildern, wie sie die jungen Vermögenden erleben: Demnach kommen sie oftmals von den besten Unis, verdienen oft schon in jungen Jahren so viel wie ihre Eltern und lassen sich von ihren Finanzberatern und Ratgebern aus der Familie oder dem Freundeskreis längst nicht mehr für dumm verkaufen. Bei den Kosten treiben sie ihre Berater gerne vor sich her und bei der Rendite lassen sie nichts anbrennen.

Wie selbstbewusst der Anlegernachwuchs agiert, zeigt eine Umfrage des Deutschen Institut für Portfolio-Strategien der FOM Hochschule unter mehr als 300 Nachwuchsanlegern mit guter beruflicher Perspektive. Knapp neun von zehn der im Schnitt 26 Jahre alten meist studierten Teilnehmer attestierten sich selbst ein gutes Finanzverständnis. Mit einem durchschnittlichen Nettoeinkommen von rund 1800 Euro liegen sie bereits in jungen Jahren über dem Durchschnitt der Deutschen. Ein Viertel der Befragten spart in jungen Jahren bereits mehr als 500 Euro jeden Monat – zusätzlich zur privaten Altersvorsorge.

Junge Anleger verdammen ihre Berater
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14 Kommentare zu "Geldanlage: Jung, geldverliebt, misstrauisch"

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  • Na ein schmissig zusammengeschriebener Artikel, der wohl nicht viel mit der Realität zu tun hat: "..eine Summe von knapp einer halben Million Euro für die Altersvorsorge zurücklegen wollte, übernahm der Filius schnell das Kommando."
    Das klingt offen gesagt völlig irreal / wäre in der Realität völlig unverantwortlich.

    Wie dem auch sei - es ist zu begrüßen sich so früh wie möglich evtl auch schon vor einem Studium mit den Möglichkeiten der Geldanlage zu beschäftigen.
    Ich habe mein Depot mit 18 eröffnet - da wusste eigentlich noch keiner meiner Mitschüler was eine Aktie ist.
    Inzwischen ist eine ganze Zeit vergangen und ich würde sagen, daß man erst dann ein richtiger Anleger ist, wenn man auch mal richtig Geld in den Sand gesetzt hat (es muß weh tun!), aus den Fehlern gelernt hat und trotzdem mit Optimismus und Biss dabei bleibt.
    Erfahrung und das Überblicken größerer Zeiträume ist dabei meines Erachtens wesentlich.

    Zocker und Leute, die wohlklingende Investment-Produkte kaufen ohne wirklich zu verstehen was sie tun gibt es reichlich - auch und gerade (junge) Leute mit wirtschaftswissenschaftlichem Hintergrund. Ein BWL-Studium (BETRIEBSwirtschaft) bereitet einen eigentlich kaum darauf vor an der Börse verantwortungsvoll zu investieren. Da hat man vielleicht in der ein oder anderen Vorlesung die Bedeutung einiger Begriffe erlernt - das ist nützlich für den Start mehr aber auch nicht.

  • Es mag ja sein, dass die Mehrheit der Deutschen das Sparbuch und die Bausparverträge liebt, und anderen Wertanlagen fernbleibt und auf Vater Staat hofft, was wohl auch der medial/politischen „Verteufelung“ von Finanzgeschäften geschuldet ist. Fakt ist aber, dass aktive Bürger, übrigens aller Altersklassen (bin selber Jahrgang 1937), sich schon immer aktiv um ihre finanzielle Absicherung gekümmert haben. Hier werden alle Anlageklassen genutzt, einschließlich Aktien und Derivate. Es gibt genügend Foren und Webseiten, die dies belegen. Ich wundere mich deshalb, dass es als „kleines Wunder“ zelebriert wird, wenn BWL Studenten/Abgänger ihr Geld sinnvoll anlegen. Jeder der dies schon lange aktiv tut, ist „beratungsresistent“, nicht nur weil die Mehrheit der „Beratungen“ im günstigsten Fall wertlos sind, sondern auch weil jeder Privatanleger für seine eigene Entscheidung Verantwortung übernehmen muss, im Gegensatz zu den Finanzinstituten.

  • Wie schön, dass Sie sich gleich persönlich beleidigt fühlen und mir einen beschränkten Horizont vorwerfen. Ich war im übrigen an einer öffentlichen Hochschule (HWR Berlin) sicher keine Topadresse wie Ihre Eliteuni in GB aber auch nicht die schlechteste Adresse in D (siehe Hochschulranking). Ich bin im ürbigen auch nicht verbittert, habe 3 ETF's per Sparplan im Depot, die ganz gut laufen. Vielleicht war Ihr Studium Kreditfinanziert, ganz sicher haben aber nicht 90 % ihrer Mitstudenten nicht auf eigene Kosten studiert. Das zumindest in D hauptsächlich gutsituierte Leute studieren ist beileibe kein Vorurteil sondern Fakt!

  • Dass Sie offensichtlich auf keiner sonderlich guten Uni waren, wird an zwei Punkten mehr als deutlich:
    1. Während meines Studiums in Großbritannien waren bestimmt 80% der Studenten aktiv an den Kapitalmärkten unterwegs - sei es privat, oder in verschiedenen Investment-Societies.
    2. Sie scheinen einen sehr beschränkten Horizont zu haben: Ich war auch auf einer "Elite"-Uni, allerdings komplett privat kreditfinanziert und keineswegs und durch Papi – im Übrigen wie bei 90% meiner Mitstudenten auch.
    Vielleicht einfach mal den Kopf aus dem Sand ziehen, die persönliche Verbitterung beiseiteschieben und sich erstmal umschauen, bevor Sie irgendwelchen Stereotyp-Bullshit quatschen.
    Viele Grüße.

  • Ein recht sinnloser, widersprüchlicher Artikel der zudem kaum die Realität wiedergibt. Während meines BWL Studiums kannte zwar jeder den Unterschied zwischen Stamm- & Vorzugsaktie und konnte per DCF-Methode fiktive Unternehmenswerte bestimmen. Jedoch war praktisch kaum einer auch wirklich aktiv und hat sich die Kapitalmärkte zu nutzen gemacht. Die hier beschriebenen sind wohl eher eine elitärer Haufen an den Eliteunis, von Beruf Sohn die später mal Papis Unternehmen übernehmen sollen.

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    SINNVOLLES ANLAGEVERHALTEN
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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Die Goldzahnbewaffnete, in Bad Oeynhausen jährlich umsonst zur Kur gerittene Generation der heute über 60 Jährigen hält ja auch weiterhin enorm viel von Bausparverträgen und Lebensversicherungen.
    Da kann selbst ein finanztechnischer Trottel eine höhere Rendite erwirtschaften.

  • Als HHL Absolvent kann ich dem nur zustimmen;) Selbst ist der Mann

  • @Gier: "Davon" gibt es mehr, als Sie denken! Als Absolvent im Sinne dieses Artikels (M.Sc. in Finance, UK) finde ich die darin enthaltenen Informationen durchaus interessant, und kann vieles, was darin genannt wird (genauso wie meine Mitabsolventen), bestätigen.

    Nur weil Sie offensichtlich nicht Zielgruppe dieses Artikels sind, heißt das nicht, dass er überflüssig ist! Sie sind nicht das Maß aller Dinge.

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