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Geldanlage Reiche weltweit wollen trotz Schwankungen in Aktien investieren

Vermögende und Firmeninhaber planen verstärkt Aktien zu kaufen und Barmittel abzubauen, ergibt eine Umfrage der UBS. Das ist riskant, warnen Experten.
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Geldanlage: Reiche wollen in Aktien investieren Quelle: dpa
Reiche

Momentan halten die gut Betuchten ihr Vermögen zum großen Teil in Barmitteln.

(Foto: dpa)

FrankfurtAngesichts der Kurserholung an den Märkten im laufenden Jahr sind Reiche und Firmeninhaber weltweit optimistisch gestimmt und suchen nach Anlagechancen. Das hat eine Quartalsumfrage von UBS Global Wealth Management, der Vermögensverwaltung für wohlhabende Kunden der Schweizer Großbank, ergeben.

Zuversicht haben die mehr als 3600 befragten wohlhabenden Investoren aus 17 Ländern in den ersten drei Monaten gewonnen. In dieser Zeit war es nach dem Rückschlag am Ende des Jahres 2018 zu einer starken Erholung an den Aktienmärkten gekommen. Momentan halten die gut Betuchten ihr Vermögen zum großen Teil in Barmitteln, die sie allerdings künftig investieren wollen.

„Barmittel sind ein sicherer Vermögenswert für eine Liquiditätsstrategie, aber bei einem langen Anlagehorizont riskant“, warnt Paula Polito, Strategin bei UBS Global Wealth Management. Sie rät dazu, über ein stärker diversifiziertes Portfolio nachzudenken, denn Anlagen in Tages- und Festgeld rentieren sich vielerorts kaum noch – etwa in Deutschland. Abzüglich der Inflation ist teilweise mit Negativverzinsungen zu rechnen.

Derzeit beträgt der Anteil der Barmittel in den Portfolios weltweit 32 Prozent, so die UBS. In Deutschland sind es sogar 41 Prozent – weltweiter Höchstwert. Aus Sicht der Anleger „können hohe Cash-Reserven vor Marktabschwüngen schützen“, schreibt die Bank.

Mit Blick auf die globale Konjunktur bleiben die Befragten optimistisch, trotz immer wieder aufkommender Probleme. Die Europäische Kommission hatte am Dienstag angesichts internationaler Spannungen und Unsicherheiten die Wachstumserwartungen für das laufende Jahr verringert. Für die 19 Staaten der Währungsunion rechnen sie nur noch mit einem Wachstum von 1,2 Prozent des Bruttosozialprodukts. In Deutschland soll es sich sogar nur um 0,5 Prozent statt bislang erwarteter 1,1 Prozent steigern.

Trotzdem gibt sich Uwe Burkert, Chef der Research-Abteilung bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), zuversichtlich. Den Jahresauftakt im Euroraum stuft er „allen Unkenrufen zum Trotz als gelungen ein“. In den Vereinigten Staaten eile der Arbeitsmarkt von Rekord zu Rekord. Und in China habe sich die Konjunktur dank staatlicher Eingriffe gefangen.

„Im Moment spricht deutlich mehr für eine Delle der Weltwirtschaft als für einen Abschwung und nur wenig für eine Rezession“, betont Burkert. Ähnlich sehen das die Teilnehmer der UBS-Befragten. Über die Hälfte (51 Prozent) äußerten sich optimistisch zur Konjunktur. Nur 21 Prozent waren pessimistisch eingestellt. Firmeninhaber waren besonders optimistisch eingestellt. 62 Prozent äußerten Zuversicht.

Marktvolatilität als Anlagechance für Reiche

Der Optimismus spiegelt sich auch bei Aktien wider. 56 Prozent der Befragten zeigten sich optimistisch für Investments in Aktien in ihrer Heimatregion, knapp die Hälfte (49 Prozent) für Dividendentitel weltweit. Normalerweise gelten Kursschwankungen als Unsicherheitsbarometer, Anleger halten sich in einer solchen Phase gerne zurück. Anders in der UBS-Umfrage: 74 Prozent der Teilnehmer betrachten die in jüngster Zeit aufgetretene Marktvolatilität als Anlagechance.

Luca Paolini, Chefstratege beim Anlageberater Pictet Asset Management, mahnt jedoch zur Vorsicht. „Der Überschwang an den Aktienmärkten weltweit weist auf Optimismus beim Wirtschaftswachstum und bei den Unternehmensgewinnen hin“, sagt Paolini.

Doch: Die Erwartungen würden wohl enttäuscht. Denn seit 14 Monaten notierten globale Wachstumsdaten unter dem Konsens. Das sei der längste Zeitraum seit der Finanzkrise. Außerdem liege das Volumen des Welthandels auf dem niedrigsten Niveau seit 2009. Paolini warnt vor allem vor US-Aktien, was er auch mit den hohen Bewertungen begründet.

In Deutschland planen laut Umfrage 33 Prozent der Anleger, ihre Investitionen in den nächsten sechs Monaten zu erhöhen. Weitaus stärker fällt die Zahl in Lateinamerika (66 Prozent) und Asien (54 Prozent) aus. Vorsichtiger als die Deutschen sind Schweizer und Amerikaner.

Da Maximilian Kunkel, Chefanlagestratege Deutschland bei der UBS, „ein leicht moderates globales Wachstum“ erwartet, empfiehlt er eine Übergewichtung von Aktien in den nächsten sechs bis zwölf Monaten.

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