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Geldanlage So lässt sich mit Lego-Steinen Geld verdienen

Viele Lego-Sets haben innerhalb kurzer Zeit extreme Wertsteigerungen erlebt. Doch nicht jeder Bausatz eignet sich für die Geldanlage.
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Lego-Sets als Geldanlage: So lässt sich mit Lego Geld verdienen Quelle: imago/ZUMA Press
Investition in Steine

Ein Harry-Potter-Schloss aus Lego dürfte eine respektable Rendite abwerfen.

(Foto: imago/ZUMA Press)

StockholmWer schon einmal nachts barfuß auf einen von den Kindern nicht weggeräumten kleinen Lego-Stein getreten ist, wird die Bauklötzchen aus Dänemark sicherlich verflucht haben. Doch wenn der Schmerz nachgelassen hat und der Ärger über das nicht eingeräumte Kleinteil verflogen ist, ist es an der Zeit, die Sicht auf die bunten Kunststoffklötzchen zu revidieren.

Denn mit Lego-Steinen, besser mit kompletten Sets, lässt sich auch Geld verdienen. Steinreich mit Lego kann man vielleicht nicht werden, doch mehrere Untersuchungen der jüngeren Vergangenheit haben gezeigt, dass die Rendite, die mit Lego-Sets erzielt werden kann, oftmals sogar die von aktiv verwalteten Fondsanlagen übersteigt.

Beispiele dafür lassen sich im Netz zahlreich finden. So brachte ein 2005 für knapp 29,90 Euro gekaufter Bausatz zu einem Harry-Potter-Film stolze 400 Euro. Um eine Rendite wie in diesem Fall von knapp 1.200 Prozent zu erzielen, müssen allerdings einige Regeln eingehalten werden. Die wichtigste ist eine ungeöffnete, noch versiegelte Verpackung. Nur dann sind Sammler irgendwo auf der Welt bereit, den doch massiven Preisaufschlag zu zahlen.

Bei Lego-Liebhabern hat das dazu geführt, dass sie kurz nach Erscheinen oftmals gleich zwei Bausätze erwerben – einen zum Bauen und den zweiten als Wertanlage.

Hohe Renditen für ganze Baureihen

Glück also für denjenigen, der 2005 den Star-Wars-Todesstern II gleich doppelt für damals je 250 Euro erworben hat. Das ungeöffnete Set lässt sich heute für mindestens 2.000 Euro, zum Teil sogar für deutlich mehr verkaufen. Einen guten Überblick über die Preisentwicklung einzelner Lego-Bausätze bieten beispielsweise die Seiten bricklink.com, brickpicker.com und brickscout.com. Auch bei Amazon kann man sich über die Preise für ältere Lego-Sets informieren und potenzielle Käufer finden.

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Dort finden sich auch einige Bausätze, die eine beeindruckende Wertsteigerung erfahren haben. So musste man 2007 für den Millennium-Falken aus der Star-Wars-Serie 450 Euro bezahlen. Heute sind für das Set rund 4.500 Euro fällig. Allerdings nur, wenn die Packung ungeöffnet ist.

Wer nun direkt in das nächste Spielwarengeschäft laufen will, um sich mit Bausätzen der Dänen einzudecken, muss allerdings einiges bedenken. Lego-Experten machen seit einiger Zeit darauf aufmerksam, dass der dänische Bauklötzchenriese seine Produktionsphilosophie in den vergangenen Jahren verändert hat.

Stellte er noch zu Beginn des Jahrtausends viele Bausätze in einer limitierten Auflage her, die schnell deutlich im Wert stiegen, bringt er heute immer häufiger Neuauflagen der beliebtesten Serien auf den Markt. Das drückt den Preis.

In einer umfangreichen Studie (Lego – The Toy of Smart Investors) haben die beiden russischen Wissenschaftlerinnen Victoria Dobrynskaya und Yulia Kishilova von der Higher School of Economics in Moskau herausgefunden, dass beispielsweise die Bausätze für das Hogwarts-Schloss (Harry Potter) und der Jedi Star Fighter aus Star Wars eine jährliche Rendite von rund elf Prozent erzielten. Damit schlugen sie klar US-amerikanische Aktien und Anleihen, sogar Gold.

Dobrynskaya und Kishilova untersuchten 2.300 Bausätze, die zwischen 1987 und 2015 von dem dänischen Konzern auf den Markt gebracht wurden. Sie fanden heraus, dass die kleineren Bausätze mit bis zu 340 Teilen oftmals eine höhere Rendite erzielten als die großen mit 1.200 bis 6.000 Teilen.

Während die kleineren Sets im Schnitt jährlich ihren Wert um 22 Prozent steigerten, lag das Plus bei den großen Sets „nur“ bei zwölf Prozent. „Möglicherweise sind kleinere Bausätze in geringeren Auflagen produziert worden“, erklärt Dobrynskaya in der Studie. „Ganz genau wissen wir das aber nicht.“

Sicher ist dagegen, dass die Bausätze aus der Lego-Ideas-Reihe, die zwischen 2010 und 2014 produziert wurde, zu den Sets mit der höchsten Rendite gehören. Durchschnittlich erzielten sie ein Plus von 64 Prozent. An zweiter Stelle lag die Lego-Seasonal-Reihe mit einer durchschnittlichen Rendite von 58 Prozent, gefolgt von Lego Super Heroes mit einem Preisanstieg von 51 Prozent.

uch die Batman- und Indiana-Jones-Reihen gehören zu den Sets, bei denen die größten Gewinne erzielt werden können. Die einzelnen Bausätze zur Simpsons-Familie schnitten dagegen am schlechtesten ab. Sie verloren durchschnittlich 3,5 Prozent pro Jahr.

Bei den Einzelsets liegt nach den Untersuchungen von Dobrynskaya und Kishilova der Bausatz Darth Revan aus der Star-Wars-Serie mit einer Rendite von 613 Prozent an der Spitze. Der Elves Workshop aus der Lego-Seasonal-Serie kann sich mit einem Plus von 590 Prozent ebenfalls sehen lassen.

Für Anleger besonders interessant: Der russischen Studie zufolge ist ein Investment in Lego-Sets recht krisensicher. Die beiden Autorinnen haben festgestellt, dass das gesamte Lego-Sortiment zwischen 1987 und 2015 eine durchschnittliche Rendite von zehn bis elf Prozent erzielte und damit besser abschnitt als viele andere Investmentformen.

Die Lego-Bausätze widerstanden also mehreren Finanz- und Wirtschaftskrisen. „Die Preisentwicklung bei Lego-Bausätzen steht nicht im Zusammenhang mit den Finanzkrisen“, erklärt Dobrynskaya. „Sie sind deshalb ein interessantes Investment mit Diversifikationspotenzial.“ Als Lego 1943 gegründet wurde, war es das Ziel, Kinder zum kreativen Spielen zu bewegen. Mittlerweile sind die bunten Klötzchen auch zu einer interessanten, aber nicht risikolosen Geldanlage geworden. 

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