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Geldanlage Warum die Marke von 12.104 Punkten für den weiteren Dax-Verlauf 2018 wichtig ist

Die US-Märkte notieren knapp unter ihren Rekordhochs, der Dax schmiert ab. Nun steht der langfristige Trend auf dem Prüfstand.
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Dax News: Der Dax steckt wieder mal im Sommertheater Quelle: dpa
Dax-Handelssaal in Frankfurt

Die jüngsten Kursverluste an den deutschen Aktienmärkten betrachten die Investoren mit Sorge.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Aktienmärkte weltweit entwickeln sich derzeit enorm unterschiedlich: Der US-Auswahlindex S&P 500 hat mit freundlicher Unterstützung der Technologiewerte fast schon wieder sein bisheriges Allzeithoch vom Februar dieses Jahres erreicht. Derzeit sind es nur noch 40 Punkte, die dem wichtigsten Börsenbarometer der Welt zum bisherigen Rekordhoch von 2873 Punkten fehlen.

Davon ist der Dax noch weit entfernt. Bis zum Rekordhoch, datierend Ende Januar 2018, fehlen mehr als 1300 Punkte, der Index notiert auf Jahressicht sogar im Minus. Die Frankfurter Benchmark steckt – im Gegensatz zu den US-Märkten – mitten in seinem alljährlichen „Sommertheater“.

Dax und US-Märkte fielen Ende Juni auf ein Zwischentief. Der deutsche Index rutschte zu diesem Zeitpunkt sogar bis auf 12.104 Punkte. Die folgende Erholung ließ den Leitindex schnell wieder um knapp 800 Zähler steigen – ebenso schnell waren die Gewinne wieder dahin. An den US-Märkten hingegen ging es weiter bergauf.

Aus Sicht der Charttechnik ist die Marke von 12.104 Punkten für den weiteren Dax-Verlauf im Jahr 2018 von hoher Bedeutung. „Fällt diese Marke nachhaltig, dürften die Bären brutal ihre Chancen suchen“, meint beispielsweise der freie Charttechniker Holger Struck. Panikattacken von Anlegern, die dann noch unbedingt verkaufen wollen, dürften anschließend die Kursverluste noch vergrößern.

Hinzu kommt: Die Trendlinie, die die steigende Performance des Dax seit Beginn der Börsenhausse im Jahr 2009 abbildet, notiert derzeit auf dem Niveau der 12.000er-Marke. „Diese Marke kann aber sicherlich um einige Punkte unterschritten werden, ohne dass vom Ende der Langfrist-Hausse gesprochen werden muss“, erläutern die technischen Analysten der Düsseldorfer Bank HSBC.

Nicht nur die Vergangenheit deutet auf steigende Kurse hin

Vereinfacht gesagt versuchen charttechnische Analysten, aus dem Vergleich wiederkehrender Kursmuster der Vergangenheit mit aktuellen Chartgrafiken vorherzusagen, wie sich Wertpapierkurse und Aktienindizes weiterentwickeln werden. Realwirtschaftliche Größen wie die konjunkturelle Entwicklung, das Verhältnis von Kursen zu Gewinnen in Firmen oder die Geschäftsaussichten spielen eine untergeordnete Rolle – anders als bei fundamentalen Untersuchungen herkömmlicher Analysten.

Holger Struck setzt eher auf ein baldiges Ende des Sommertheaters und auf wieder steigende Kurse. „Wer klaren Kopf behält, schaut sich einfach das Marktverhalten nach dem Sommer 2017 und 2016 an“, begründet er. Ein Blick auf den Dax-Chart in den vergangenen beiden Jahren zeigt ein vom Muster her ähnliches Szenario.

2017 fiel der deutsche Leitindex Mitte Juni von seinem damaligen Höchststand bei 12.954 Zähler bis Ende August auf 11.935 Punkte. Dieser Rutsch läutete gleichzeitig das Ende der Sommerturbulenzen ein: Anschließend stieg das deutsche Börsenbarometer bis Anfang Oktober auf 13.093, um anschließend im November 2017 mit 13.525 Zählern sogar ein neues Jahreshoch zu markieren.

2016 setzte dieses Sommertheater an der Börse früher ein – mit einem ähnlichen Endergebnis. Bereits Ende Juni stürzte damals die Frankfurter Benchmark rasant von etwa 10.300 Punkten auf 9164 Zähler ab, um nach einer kleinen Zwischenerholung anschließend bereits Anfang Juli das damalige Tief des Vormonats zu testen. Ähnlich zur aktuellen Situation, in der der Dax derzeit auf dem Weg ist, das Juni-Tief von 2018 (12.104) zu testen.

Vor zwei Jahren verlief dieser Test positiv: Bei 9302 Punkte fanden damals Anfang Juli die Kursverluste ein Ende, anschließend stieg der Index schnell wieder auf 10.800 Zähler. Im Anschluss feierten die Börsianer mit 11.481 Punkten ein neues Jahreshoch.

Auch die aktuelle Börsenstimmung spricht gegen einen deutlichen Kursrutsch. „Die jüngsten Erhebungswerte weisen immer noch nicht auf einen neuen Dax-Trend hin“, meint Joachim Goldberg, der für Börse Frankfurt eine wöchentliche Sentimentumfrage auswertet. Zudem zeige die Umfrage der Bank of Amerika/Merrill Lynch, dass internationale Fondsmanager Aktien der Eurozone deutlich übergewichtet haben. Deswegen billigte Goldberg dem Dax bei seiner letzten Auswertung vom Mittwoch eine gewisse Robustheit zu.

Auch die Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment zeigt ein ähnliches Bild. „Sollte der Aktienmarkt weiter Richtung Süden laufen, dürfte der Kursrutsch bald enden“, erläuterte Börsenexperte Stephan Heibel am Montag dieser Woche.

Denn das Engagement der Anleger sei gering. Deswegen dürfte es nur wenige geben, die in Panik geraten und verkaufen würden. „Sollte die Aktienbörse jedoch irgendwann gen Norden laufen, dann sind eine Reihe von Anlegern zu wenig investiert und könnten den Kursen hinterherlaufen“, erläutert er.

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