Geldanlage Wenn Streuen auch nichts mehr bringt

Riskante Aktien, sichere Renten, solide Rohstoffe? Spätestens seit der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers gilt die klassische Sicht auf die Märkte nicht mehr. Doch damit steht auch die Nobelpreis-gekrönte Portfoliotheorie von Harry Markowitz auf dem Prüfstand.
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In unsicheren Zeiten könnte Cash eine Alternative zu Aktien und anderen riskanten Assets sein – aber nur, wenn Anleger bereit sind, für einige Zeit auf eine reale Verzinsung zu verzichten. Quelle: dpa

In unsicheren Zeiten könnte Cash eine Alternative zu Aktien und anderen riskanten Assets sein – aber nur, wenn Anleger bereit sind, für einige Zeit auf eine reale Verzinsung zu verzichten.

(Foto: dpa)

DüsseldorfWas mussten Investoren seit der Jahrtausendwende nicht alles mitmachen: Zuerst verabschiedete sich der „Neue Markt“ schneller als er gekommen war, dann ging es den großen Investmentbanken an den Kragen, plötzlich stand das ganze Bankensystem auf dem Prüfstand, am Ende war von Staatspleiten und dem Scheitern des Euro die Rede.

Der Dax fuhr 13 Jahre lang Achterbahn. Immerhin: 3,6 Prozent Rendite hätte ein Anleger jährlich im Durchschnitt am Dax verdient, wäre er 2001 ein- und 2012 wieder ausgestiegen.

Dabei wäre es rentabler und weniger nervenaufreibend auch gegangen. Zum Beispiel für Anleger, die zwischen 2001 und 2012 neben den 30 stärksten deutschen Aktienwerten auch Rohstoffe und Renten – alle drei Assets in gleichen Teilen – gehalten hätten. Dieses ausgewogene Portfolio hätte es auf 5,7 Prozent durchschnittliche Jahresrendite gebracht.

Warum, weiß André Will-Laudien, Leiter Research bei der Privatbank Donner & Reuschel: „Von 2001 bis 2012 sind Renten und Rohstoffe gestiegen“. Dabei hätten die Rentenpapiere die Verluste durch Aktien ausgeglichen, während die starke Performance der Rohstoffe letztlich die Renditen brachte.

Auf den ersten Blick scheint das Rendite-Risiko-Radar, das die Bank Handelsblatt Online erstellt, eine klare Sprache zu sprechen: Die alte Börsenweisheit „Nicht alle Eier in einen Korb legen“ gilt nach wie vor. Anleger, die ihr Risiko über mehrere Anlageklassen streuen, stehen am Ende besser da als diejenigen, die auf eine einzelne Kursentwicklung setzen.

Der Grund ist ganz einfach: Jede Anlageklasse reagiert unterschiedlich auf Entwicklungen am Finanzmarkt. Wenn eine Anlageform in Turbulenzen gerät, entwickeln sich andere möglicherweise positiv oder sind gar nicht betroffen  –  das Gesamtrisiko des Portfolios wird so minimiert. Der US-Amerikaner Harry Markowitz war der erste Wissenschaftler, der dies mathematisch nachweisen konnte. Für seine moderne Portfoliotheorie erhielt er 1990 den Nobelpreis. 

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2 Kommentare zu "Geldanlage: Wenn Streuen auch nichts mehr bringt"

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  • Der Artikel ist relativ gut. ETF´s können eine Lösung sein, zumindest sind sie preisgünstiger als sog. "aktiv gemanagte Fonds".
    Streuung ist immer gut, wichtig erscheint mir, die Ziele und Wünsche des Kunden zu kennen, wo liegt sein Kernproblem? und ihm dann eine Lösung anzubieten, so dass sowohl der Kunde als auch sein Berater gut damit leben können. Da gibt es sehr viele Möglichkeiten neben dem DAX und den ETF´s.

  • Sehr guter Bericht. Wer tiefer einsteigen möchte:
    Buch: "Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs: Wie Privatanleger das Spiel gegen die Finanzbranche gewinnen" von Gerd Kommer

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