Geldstrategie So bringt Ihr Vermögen vier Prozent

Wer der Inflation entgehen will, muss durchschnittlich etwa vier Prozent Rendite erzielen. Anleger müssen dafür nicht mal ein großes Risiko gehen - sie dürfen nur nicht auf Sparbücher und Staatsanleihen setzen.
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Wer sein Geld im Sparschwein aufbewahrt, muss mit einem Vermögensverlust rechnen. Quelle: dpa

Wer sein Geld im Sparschwein aufbewahrt, muss mit einem Vermögensverlust rechnen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf/FrankfurtHauptsache kein Geld verlieren! Das ist die eherne Regel des deutschen Anlegers. Durch die europäische Schulden- und Währungskrise hat dieser Grundsatz noch an Bedeutung gewonnen. Doch wie ambitioniert dieses bescheiden anmutende Ziel tatsächlich ist, wurde zuletzt wieder deutlich: An den Aktienbörsen herrscht kein klarer Trend - politische Entscheidungen dominieren die Märkte, die Kurse fahren Achterbahn. Die Notierungen der vor kurzem noch als clevere Anlagealternative gepriesenen Rohstoffe und Edelmetalle enttäuschen. Staatsanleihen der meisten europäischen Länder sind zu Risikoinvestments mutiert, die selbst Profis nur noch mit spitzen Fingern anfassen - wenn überhaupt.

Das Resultat: Investoren machen zunehmend einen Bogen um die Anlagemärkte und ziehen ihr Geld auch aus vielen Fonds ab. Allein im April sind hierzulande 6,7 Milliarden Euro aus Publikumsfonds abgeflossen. Einen Großteil ihres Vermögens horten die Deutschen lieber wie eh und je auf Spar- oder Girokonten oder in bar unter dem Kopfkissen. Knapp zwei Billionen Euro waren es im vergangenen Jahr. Rund 608 Milliarden Euro und damit rund ein Drittel davon waren Spareinlagen, wie die Bundesbank berechnet hat. Die Hoffnung der Investoren: Dort sind die Zinsen zwar niedrig - nach Angaben der FMH Finanzberatung werden beispielsweise Guthaben auf Sparbüchern mit durchschnittlich nur 0,6 Prozent verzinst. Aber dafür ist das Vermögen vermeintlich verlustsicher aufgehoben.

Für Experten ein gefährlicher Trugschluss: „Private Anleger ignorieren das Risiko negativer Realrenditen“, sagt Markus Steinbeis, Leiter des Fondsmanagements beim renommierten Münchener Vermögensverwalter Huber, Reuss & Kollegen. „Denn entscheidend ist, das Vermögen nicht nur nominal zu erhalten, sondern auch die Kaufkraft des Portfolios zu sichern.“ Doch schon jetzt beträgt die Inflationsrate in Deutschland 1,9 Prozent, zwischenzeitlich lag sie bereits deutlich darüber. Und die meisten Ökonomen sehen dieses Niveau eher als Unter- denn als Obergrenze für die Zukunft an: „Drei bis vier Prozent Inflation im Euro-Raum sind realistisch - wobei die Inflationsrate in Deutschland höher sein dürfte als in den Südländern“, erwartet beispielsweise der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer.

Für langfristig orientierte Sparer ist das fatal: Wer bei solchen Teuerungsraten sein Vermögen zu einem Magerzins von 0,6 Prozent „in Sicherheit“ bringt, hat nach einer Dekade etwa ein Viertel seines Geldes vernichtet. Noch schlechter fällt die Bilanz aus, falls auf die dürftigen Zinserträge auch noch eine Abgeltungsteuer fällig wird. Wenn also die jährlichen Kapitalerträge des Anlegers den sogenannten Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro bei Ledigen und 1 602 Euro bei Verheirateten im Jahr übersteigen.

„Vier Prozent Bruttorendite ein Muss“
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12 Kommentare zu "Geldstrategie: So bringt Ihr Vermögen vier Prozent"

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  • Problem verzinstes Geldsystem

    Liebes Handelsblatt,

    alle Politiker und "Experten" sprechen von mehr Wachstum als Problemlöser der "Schuldenkrise".

    Warum erklären Sie uns nicht weshalb die Wirtschaft gezwungen ist zu Wachsen???

    Warum erklären Sie Ihren Lesern nicht, dass das Problem nicht im Wachstum sondern im Geldsystem bzw. Zinseszins steckt?

    Geld wird nur über Kredit erschaffen!!!

    Geld = Schuld

    Wenn beispielsweise im Euroland die Geldmenge 1 Millionen ist, ist auch gleichzeitig die Schuldenmenge 1 Millionen plus Zins!!

    Da Geld verzinst wird und somit die Geldmenge immer größer wird, wird auf der anderen Seite auch die Schuldenmenge immer größer!

    Schulden sind in unserem Geldsystem systembedingt!

    Keine Schulden = Kein Geld! bzw. Zinsen!

    Unser verzinstes Geldsystem ist ein Schneeballsystem!!!!

    Immer mehr Geld bzw. Schulden wegen den Zinsen!!!

    Es müssen immer neue Schuldner ( Bürger, Unternehmen, Staaten ) gefunden werden, die sich neu verschulden um die Zinsen ( Neues Geld ) zu schaffen bzw. zu zahlen!!!

    Da Banken Kredite ( Neues Geld ) nur gegen Sicherheiten "verleihen" muss die Produktion ( Neue Sicherheiten ) jedes Jahr wachsen!!!

    Die Wirtschaft muss jedes Jahr wachsen, weil die Geldmenge wächst!

    Wenn es keinen Zins bzw. Zinseszins gäbe, müssten wir nicht jedes Jahr wachsen!

    Mann kann das System auch anders beschreiben:

    Die Schlauen leben von den Dummen und die Dummen von der Arbeit!


    AUFWACHEN!!!!!!!!!!!!

    Bitte nicht löschen, Herr/Frau Zensor danke


    Weitere Infos finden Sie unter:

    www.wissensmanufaktur.net

  • Die Analyse ist richtig. Leider hat das HB sich zu konkreten Empfehlungen verstiegen, die in ihrer Inkom-petenz in den Augen der Leser auch auf die Analyse durch-schlagen. Die Kommentare hier sind übrigens sehr merk-würdig: weil ein Finanzdienstleister etwas kostet, verdienen die Leute lieber nix am Finanzmarkt??? Da fahren die Politiker ihre Staaten reihenweise gegen die Wand und trotzdem ist das Vertrauen in den Staat immer noch höher als in hart wirtschaftende Unternehmen???

  • Was für ein unglaublich blöder Artikel.
    [...]

    Mein Anlagetipp: raus aus dem Euro und die jämmerlichen Politniks und ihre "Journalisten" verklagen und abkassieren bis der Arzt kommt.

    Noch ein Anlagetipp: Beamtenstatus abschaffen, MA des öffentlichen Dienstes vom Wahlrecht und vom politischen Partizipationsrecht befreien.
    Nettoempfänger anderer Coleur ebenso.
    [+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++]

  • Keines der vorgeschlagenen Anlageformen wird je einen realen Vermögensschutz gewāhren. Was nutzt eine Industrieanleihe bei der die Spesen 1-2 Jahre Zinsen auffressen? Die ausserdem wegen des Risikos nur Beimischung sein dürfen. . Oder Aktien beim Kursverlauf zb des Dax seit 2011? Fonds kann man gleich vergessen weil die Gebühren einschl. versteckter Posten 4% signifikant überschreiten dürfen. Gold wird vermutlich deswegen nicht erwähnt, weil Fondsverwalter und Banken nichts daran verdienen (wenn man physisch kauft) , obwohl Gold zu den besten Performern der letzten 12 Jahre zählt. Die Anleihen -, devisen und terminmärkte werden durch staatliche Eingriffe ferngesteuert und manipuliert, die Aktienmärkte durch die Hochfrequenzalgos ad absurdum geführt. Mein kostenloser Rat: tagesgeld und physische Edelmetalle, Anteil der letzteren nach individueller Einschätzung, 20% dürften keineswegs übertrieben sein.

  • Liebe Handelsblattredakteure,

    die Empfehlungen zur Dividendenrendite und Beispiele wie E.On, RWE, Telekom usw. sind für die Tonne und führen nur zu weiterer Erosion der kümmerlichen Aktienkultur in Deutschland! Rendite setzt sich nun mal aus Dividenden und Kursentwicklung zusammen. Und gerade bei den o. g. Titeln ist das seit Jahren ein Verlustgeschäft. Bei der Telekom wird obendrein Substanz ausgeschüttet. Das nicht zu berücksichtigen, ist ein grober Fehler und lässt zu Recht an Ihrer Fachkompetenz zweifeln. Diese Aussagen sind für das Handelsblatt nur noch peinlich. Da kann ich mir die Anlagedtipps auch aus der "BLÖD"-Zeitung oder von der Postbank holen. Schämen Sie sich, wer immer von Ihnen für diesen Schwachsinn verantwortlich ist!

  • Bei der heutigen Inflationsrate, hat sich mein Vermögen, auf dem Sparbuch, in ca. 20 Jahren halbiert.
    "Gute Fonds" oder andere "lukrative" Anlagen schaffen dies in höchstens 6 Monaten!

  • Zitat : "Auch mit dem Versicherer Allianz, dem Handelskonzern Metro und den beiden Versorgern Eon und RWE fahren Anleger seit Jahren üppige Renditen von mehr als vier Prozent ein. Das Problem: Diese ergeben sich nicht aus stetig oder gar rasant steigenden Dividenden, sondern aus Kursverlusten. Sie fressen die Dividendenrenditen mehr als auf."
    Der Schreiber des Artikels scheint ein Depp zu sein , denn unterm Stich gibt es weniger als unter der Matratze . Japan lässt grüssen . In den letzten 20 Jahren hat der Nikkei 75% seines Wertes verloren ohne mal die Inflation zu berücksichtigen .
    Geld an der Börse verdienen ist nicht mehr einfach , es sei denn man ist Madoff & Co. auch wenn es nur kurzfristig funktioniert .

  • Ich finde den Artikel im Kern treffend. Er soll die Deutschen endlich mal wachrütteln, ihr hart erarbeitetes Vermögen nicht Staat, Banken und Versicherungen in den Rachen zu werfen und zu verschenken. Mit so billigem Geld kaufen diese Institute u.a. griechische Staatsanleihen bzw. jetzt "Rettungspakete". Die Ignoranz und Aroganz meines Vorredners "Realist" ist bezeichnend für viele Deutsche. Nein, man soll es eben nicht einfach hinnehmen! 2 Bil. EUR in Sichtanlagen, mit einer Pseudosicherheit á la Einlagensicherungsfonds, der nicht mal 1/4 dessen abdeckt, sind einfach zu viel falsch investiert. Aber der Deutsche rannte schon oft falschen Predigern hinterher, daher ist es auch leicht für Staat, Banken und Versicherungen ihre "Religion" (alles über 6% p.a. ist unseriös) weiter zu verbreiten. Das System muss schließlich am Laufen gehalten werden. Bei 0,25% p.a. Zins auf Sparbuch und 12,75% p.a. Überziehungszins haben wir eine Differenz vom 51-Fachen, das sind 5100% Rendite für eine Bank! Wo ist das seriös?!

    Also Herr Realist, ich betrachte Sie absolut als unmündigen Bürger, der einfach keine Ahnung hat und sich hier nur produzieren will. Es gibt genügend freie und für ihre Kunden erfolgreiche Anlageberater, also schimpfen Sie nicht pauschal über die Finanzindustrie. Unsere Lizenzierungen, Befähigungsnachweise und ständige Sachkunde ist der Garant für einen seriösen, professionellen und erfolgreichen Verkauf von fkt. Investments. Nur muss sich der Kunde auch darauf einlassen. Entscheidend ist Transparenz und die Sicherheit des investierten Geldes. Garantiert ist nur der Tod. Und wer heute investiert, egal wo, muss damit rechnen, dass sein Geld im Worst-Case weg sein kann.

    "Krise" bedeutet auch Neuanfang. Darüber sollten viele einmal nachdenken und ihre Strategien bzgl. ihrer eigenen Anlagepolitik überdenken.

  • Nur 4%? Zu wenig! Da gibt es in New York einen Vermögensverwalter mit russischen Wurzeln. Der heisst Madoff oder so. Er bringt es konstant auf ~18%! Ich habe alles bei ihm investiert! xD

  • Das HB sollte den Mut haben, den sich abzeichenden nominalen Vermögensverlust der breiten Masse in Deutschland als gegeben hinnehmen und nicht Verbalakrobatik zugunsten der Finanzindustrie machen.

    Ob die reale Kaufkraft der breiten Masse auch entsprechend sinken wird, ist wahrscheinlich, aber keineswegs sicher.

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