Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Geldverwaltung Reaktion auf ETF-Boom – wer den Markt nicht schlägt, bekommt weniger Gehalt

Der ehemalige Alliance Bernstein-CEO Peter Kraus hat sich für sein neues Unternehmen ein untypisches Gehaltsmodell überlegt. Kritiker sehen darin ein Risiko.
Kommentieren
Bei der Vergütung von Fondsmanagern deutet sich eine Trendwende an. Quelle: AP
New Yorker Börse

Bei der Vergütung von Fondsmanagern deutet sich eine Trendwende an.

(Foto: AP)

FrankfurtPeter Kraus war bis 2017 Chef des Vermögensverwalters Alliance Bernstein, jetzt ist er ein Wagnis eingegangen. Kraus gründete den Asset-Manager Aperture Investors und macht darin einige Dinge anders als seine Konkurrenten: Investoren zahlen Gebühren in Abhängigkeit von der Anlageleistung, auch die Gehälter der Manager sind daran gekoppelt. Das berichtet das „Wall Street Journal“.

Die Neuerung passt in die Landschaft. Weltweit und gerade in den USA boomen seit vielen Jahren die Indexfonds. Mit ihnen kauft sich der Anleger einen Ertrag ein, der genau die Wertentwicklung des gewählten Indexes widerspiegelt. Der Clou: Diese Produkte verlangen nur ein Bruchteil der Gebühren eines aktiv verwalteten Fonds, bei dem der Manager einen Index ausdrücklich zu schlagen versucht – daran aber oft scheitert. Viele Anleger haben daher von den „aktiven“ zu den „passiven“ Fonds gewechselt.

Bei den preiswerten Indexfonds steht die gelieferte Leistung von Anfang an fest, es ist der Indexertrag. Das Ergebnis des aktiven Managers ist dagegen ungewiss. Außerdem zahlt der Investor auch bei schlechter Leistung die festgelegte, vergleichsweise hohe Gebühr. Diese Entkopplung will Kraus bei Aperture Investors teilweise ausgleichen und so Anleger wieder für die „aktive“ Seite gewinnen.

Der ehemalige Alliance-Bernstein-Chef war im Frühjahr vergangenen Jahres von der Muttergesellschaft Axa vor die Tür gesetzt worden. Quelle: Patrick McMullan/Getty Images
Peter Kraus

Der ehemalige Alliance-Bernstein-Chef war im Frühjahr vergangenen Jahres von der Muttergesellschaft Axa vor die Tür gesetzt worden.

(Foto: Patrick McMullan/Getty Images)

Kraus geht in der neuen Firma mit bis zu vier Milliarden Dollar an den Start. Das stammt vom italienischen Versicherer Assicurazioni Generali. Kraus arbeitet mit mit zwei Managerteams. Eines investiert in Aktien und Anleihen aus den Schwellenländern. Das zweite wird Wetten auf Unternehmensanleihen eingehen, auf steigende oder fallende Kurse setzen.

Die fixe prozentuale Jahresgebühr soll nur dann über der eines Indexfonds liegen, wenn der Manager auch mehr Leistung erbracht hat. Diese Idee einer „Performancegebühr“ ist bei den Hedgefonds seit langem etabliert. Bei diesen Produkten für ausgewählte Investoren zahlen die Anleger meist eine fixe prozentuale Gebühr plus einer Erfolgsbeteiligung, die häufig ein Fünftel des Mehrertrages gegenüber einer Messlatte beträgt.

Dieses Zwei-Komponenten-Modell ist auch in der klassischen, regulierten Investmentfondswelt beliebt geworden. Gesellschaften wie Fidelity oder auch Allianz Global Investors haben das probiert. Auf diesem Weg sollen den Anlegern das Gefühl gegeben werden: Wir sitzen im selben Boot, verdienen mehr oder weniger in Abhängigkeit von dem, was wir wirklich schaffen. Die neuen Ansätze der jüngeren Zeit lassen jedoch die ursprünglich fixe prozentuale Gebühr mit der Anlageleistung atmen, binden also die Erfolgsbeteiligung ein.

Kraus geht mit seinem neuen Belohnungssystem noch einen Schritt weiter. Auch bei den Fondsmanagern sollen Teile der Bonuszahlungen an die Leistung gekoppelt sein. Solche Ansätze wurden öfter kritisiert. Skeptiker glauben, die Strategen könnten mit diesem Anreiz höhere Risiken eingehen, um bei unterdurchschnittlicher Performance verlorenen Boden wiedergutzumachen. Kraus will jedoch eine fünfjährige Leistung als Bewertungsbasis nehmen, um kurzfristiges Handeln zu verhindern.

Kraus hat knapp eineinhalb Jahre für seinen Neustart gebraucht. Er war im Frühjahr vergangenen Jahres als Alliance-Bernstein-Chef von der Muttergesellschaft Axa vor die Tür gesetzt worden. Berichten zufolge gab es Meinungsverschiedenheiten über die Firmenführung. Die Idee für eine neue, eigene Gesellschaft kam im durch den Kontakt mit Start-ups im Finanzsektor und einem Aufenthalt im Mekka der Technologie-Nerds, im Silicon Valley.

„Kleinanleger haben bei ETF-Sparplänen einen entscheidenden Vorteil“

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Geldverwaltung - Reaktion auf ETF-Boom – wer den Markt nicht schlägt, bekommt weniger Gehalt

0 Kommentare zu "Geldverwaltung: Reaktion auf ETF-Boom – wer den Markt nicht schlägt, bekommt weniger Gehalt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote