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George Soros Der dubiose Super-Spekulant

Er bangt um Europa und findet es okay, gegen den Euro zu wetten; er kritisiert einen Krieg und kauft Rüstungsaktien: George Soros ist der Wolf im Schafspelz. Der Super-Investor sagt, er spiele nach den Regeln - nur seien die einfach zu lasch.
  • Krisztina Koenen, Hauke Reimer
7 Kommentare
Quelle: Reuters
(Foto: Reuters)

In Essen soll an diesem heißen Sommerabend über die Verbesserung der Welt geredet werden. Die Stiftung Mercator, finanziert von den Familien der Metro-Gründer Wilhelm und Ernst Schmidt, hat in die Philharmonie gebeten. 300 Gäste - Politiker, Wissenschaftler, Unternehmer - hängen an den Lippen des grauhaarigen Mannes auf dem Podium, fragen ihn artig um Rat: Wie denn der Euro zu retten sei?

Ausgerechnet ihn. George Soros, den größten Finanzjongleur, den das "Wall Street Journal" verdächtigte, gegen den Euro zu spekulieren. Und trotzdem kommt es heute keinem in den Sinn, ihn als Verursacher von Krisen zu beschuldigen. Niemand, so scheint es, nimmt ihm sein auf elf Milliarden Dollar geschätztes Vermögen übel. Dabei sitzen auch gestandene Sozialdemokraten im Publikum. Sie zucken nicht mal, als Soros nicht ausschließen mag - bei aller Sorge um Europa -, auch gegen den Euro zu wetten.

Der nächste Morgen, im Frühstücksraum des Essener Sheraton. Soros hat anstrengende Tage hinter sich. "Soros: Die Deutschen treiben Europa in die Deflation" titeln die Zeitungen und "Soros: Deutschland sollte raus aus dem Euro". Wie ein Wanderprediger ist er durch die Lande gezogen, hat beim Bankengipfel in Wien gesprochen, an der Berliner Humboldt-Universität, gestern in Essen.

Soros, der Gute Spekulant

Er wird bald 80, doch er denkt schnell, ist gründlich informiert und auf dem letzten Stand. Sein Gedächtnis ist phänomenal, er erinnert sein Gegenüber an Debatten, die beide vor 17 Jahren geführt haben. Nur zwei Wochen ist es her, dass er in der Wiener Hofburg die globale Bankelite schockiert hatte.

Der von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann geführte Bankenverband IIF wollte der Welt zeigen, dass Regulierung Arbeitsplätze vernichtet. Dass sie auf Soros nicht zählen konnten, hatten die Banker geahnt. Und tatsächlich: Ruhig und mit fester Stimme hatte er seine gängigen Thesen skizziert. Kreditderivate seien eine "Lizenz zum Töten", alle Regulierungsvorschläge zu lasch. Doch dann das: Die Aufseher sollten sich ein Beispiel an China nehmen, das zentral bestimme, wie viel Kredit die Banken welcher Industrie geben.

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7 Kommentare zu "George Soros: Der dubiose Super-Spekulant"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Karl Popper hätte vielleicht gesagt, dass es sicheres Wissen nicht gibt. Wir alle können nur vermuten.
    Soros erlaubt es uns durch sein Auftreten immerhin zu vermuten, sei es sein Eigeninteresse oder mehr.

  • Soros hat qua Reichtum und Lebensalter inzwischen die innere Freiheit gefunden, das zu sagen, was ist: Die Herrschaft der Finanzwirtschaft ist ein Unglück für die Realwirtschaft und die Menschen, weltweit!

  • George Soros ist einer, der am treffendsten mit dem schlichten deutschen Wort "Heuchler" dann auch schon beinahe vollständig beschrieben ist. Jeder beitrag, der ihn als solchen entlarvt, ist begrüßenswert, solange ihm dabei nicht eine günstige Gelegenheit zu Propaganda für seinen eigenen Vorteil eingeräumt wird. Wenn er allerdings weiter seinen Mund so weit aufreißt, wäre es einmal an der Zeit, daß sich jemand ein Herz nimmt und ihn so auseinandernimmt, wie er das gerne in seinen besten Jahren mit anderen getan hat, anstatt ihn derart unter Artenschutz zu stellen, wie das gegenwärtig geschieht.

  • George Soros kennt nur ein interesse: George Soros selbst - und seine vielen exklusiven Auftritte sind nichts anderes als gut geplante Werbetouren für seine Fonds, für seine eigene Sache.

    Wer hinter G.S. vielleicht noch etwas mehr vermutet, schuldet das einer gewissen Naivität. Der Mann verkauft sogar seine Wohltätigkeit noch werbewirksam. Er lebt eben in einer ganz anderen Welt.

  • So bitter das klingen mag, der Weg von einem genialischen investor seinerzeit zu einem alten, nach bedeutung ringendem Trottel heute ist leider kurz.
    Manche Dinge bleiben eben besser ungesagt.

  • Schon gut, mein lieber George Soros, heute melde ich mich mal aus Castel Gandolfo, meiner Sommerresidenz. Und dann gehen wir mal das Hauptproblem an:

    insgesamt ist nur eine RESET- Lösung mit Neugründung des zu schnell und mit unreifen Staaten aufgeblähten aktuellen EU- Konglomerats sinnvoll: D und F treten gemeinsam aus dieser bisherigen EU aus, lösen den heutigen EU-Moloch auf und beginnen völlig neu:

    Erster Schritt:
    Zuerst muss eine starke Kernzone in Europa bestehend aus D, F, benelux, CH, A wirtschaftlich (Einführung des USE- EURO) und politisch geeinigt werden: gemeinsame Verfassung der USE (United States of Europe), Amtssprache Englisch, Hauptstadt bonn (analog Washington USA). Dann muss sich diese Kernzone der USE erst mal für 20 Jahre bewähren.

    Zweiter Schritt:
    Dann packen wir die überfälligen Reformen auf den Gebieten Strukturen, Steuern, Renten etc. und die Halbierung der Anzahl der öffentlich bediensteten im Lande und in den USE an. Wenn das alles geschafft ist, kann frühestens an eine Erweiterung der USE gedacht werden. Aber es könnte durchaus auch noch viele Jahre bei diesen bewährten Staaten bleiben. Solidität geht eindeutig vor Wachstum der USE.

    Mehr Professionalität ist nunmehr in der Politik gefordert. Schon bei der nächsten Wahl, indem wir nur Leute aus der Freien Wirtschaft wählen, die auch im berufsleben stehen (echte Leistungsträger) und keine verbeamteten Partei- Taktiker, die nicht handeln, sondern die von ihnen selbst geschaffenen massiven Überschuldungs- Probleme nur zerreden……

    Der USE- EURO ist nur stark, wenn er von einer echten Leistungsgemeinschaft, den USE der Leistungs- Staaten D, F, benelux, CH, A getragen wird.




  • Das Problem ist lediglich, dass die offenbar völlig unbedarften deutschen Kommentatoren Spekulanten wie Soros mit erfahrenen Wirtschaftswissenschaftlern und Nobelpreisträgern wie Paul Krugman in einen Topf werfen, nur weil sie gelegentlich mal beide recht haben.

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