Gordon Gekko im Interview „Geld ist eine Hure, die niemals schläft“

Zugegeben: Gordon Gekko ist nur eine Phantasiefigur aus dem Kino. Aber was wäre, wenn er tatsächlich gelebt hätte? Handelsblatt Online hat ein fiktives Gespräch mit dem Finanzhai geführt - über Krisen, Moral und Gier.
24 Kommentare
Michael Douglas als Gordon Gekko. "Wenn Du einen Freund brauchst, kauf Dir einen Hund!" Quelle: action press

Michael Douglas als Gordon Gekko. "Wenn Du einen Freund brauchst, kauf Dir einen Hund!"

(Foto: action press)

Mister Gekko, erklären Sie uns, was an den Finanzmärkten gespielt wird. Die Menschen haben das ungute Gefühl, dass das ganze System zusammenbricht – und am Ende alle verlieren.
Blödsinn! Das Ganze ist ein Nullsummenspiel. Was der eine gewinnt, muss der andere verlieren. Das Geld wird doch nicht nur geschaffen oder verloren, es wechselt doch nur von einem Besitzer zum anderen. Wie durch ein Wunder. Kapitalismus vom Feinsten. 

Aber Gewinner sind nur wenige, die breite Masse  verliert.
Ihr seid doch nicht so naiv und glaubt daran, dass wir in einer Demokratie leben? Das ist die freie Marktwirtschaft. Das reichste ein Prozent dieses Landes besitzt die Hälfte seines ganzen Reichtums. Ein Drittel aufgrund von harter Arbeit. Zwei Drittel durch Erbschaft, ausgezahlt an Witwen und idiotische Söhne, und durch das, was ich tue: Aktien und Immobilien-Spekulation. Ein einziger Beschiss. Und 90 Prozent der amerikanischen Bevölkerung da draußen besitzt weniger oder gar nichts.

Finden Sie das gerecht?
Ist das ein Witz, Freundchen?

Finden Sie es gerecht, was Typen wie Sie an der Wall Street verdienen?
Ich drehe Euch gleich die Nase in den Nacken!

Die Finanzbranche ist zu gierig geworden.
Die Gier ist richtig, die Gier funktioniert. Die Gier klärt die Dinge, durchdringt sie und ist der Kern jedes fortschrittlichen Geistes. Gier in all ihren Formen, die Gier nach Leben, nach Geld, nach Liebe, Wissen hat die Entwicklung der Menschheit geprägt.

Es kann doch nicht sein, dass die Masse für die Gier einiger weniger bezahlen soll.
Wir alle beten denselben Götzen an. Die Wahrheit ist, jetzt sind wir alle ein Teil von dem. Banken, Verbraucher, wir bewegen das Geld im Kreis herum. Wir nehmen einen Dollar, pumpen ihn mit Steroiden voll und nennen es Hebelwirkung. Es ist auch die Gier, die es möglich macht, dass sich mein Barkeeper drei Häuser ohne Vermögen kaufen kann. Es ist Gier, die die Regierung der USA dazu veranlasste nach dem 11. September die Zinssätze auf ein Prozent zu senken, damit wir alle wieder shoppen gehen können.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
„Fondsmanager sind Schafe – und Schafe werden geschlachtet“
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

24 Kommentare zu "Gordon Gekko im Interview: „Geld ist eine Hure, die niemals schläft“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @kommissar
    "Mir wird echt übel. Manche sollten ihr Hirn wegen Nichtnutzung bei ebay versteigern".
    Damit haben Sie recht. Haben Sie schon mal gehört, dass der Staat von Handwerkern, Autowerkstaetten oder Telefonanbietern abgezockten Menschen mit 750 Milliarden Euro retten müsste (wie bei einigen Deutschen Banken)?. Sie verstehen die Dimension der Probleme nicht.

  • Knuffige Idee vom Handelsblatt, ein fiktives Interview mit Gordon Gekko zu führen.
    Aber ein absolutes Muss wäre der Spruch vom Freund und dem Hund gewesen: "Wenn Du einen Freund suchst, kauf Dir einen Hund." Nichts bringt die Philosophie besser auf den Punkt.

    Gut ist auch der zeitliche Abstand, der besonders an dem Begriff "Nullsummenspiel" deutlich wird. Der aus der mathematischen Spieltheorie geborgte Begriff besagt: Genau den Betrag, den der aine gewinnt, verliert der andere.

    Das mag in den 90er Jahren der Fall gewesen sein. Das war Ende der 2000er aber nicht mehr so, Bei kunstvoll aber kriminell geschnürten Derivaten aus heißer Luft, von verantwortungslosen Ratingagenturen mit Triple A bewertet, ging es nicht mehr um Gewinn und Verlust, sondern um organisierten Systembetrug.

    Dass man die Lehman Brothers pleite gehen lässt und die Hauptschuldigen - die Ratingagenturen - ungeschoren davonkommen lässt, das ist der eigentliche Skandal und Systemfehler im Kapitalismus.

  • "Mister Gekko, erklären Sie uns, was an den Finanzmärkten gespielt wird. Die Menschen haben das ungute Gefühl, dass das ganze System zusammenbricht – und am Ende alle verlieren.
    Blödsinn! Das Ganze ist ein Nullsummenspiel."

    1. Nullsummenspiel bedeutet Schulden entsprechen Forderungen

    2. Es ist nur solange ein Nullsummenspiel, wie die verschiedenen Forderungen auch durch reele Werte gedeckt sind. Davon sind wir leider schon Lichtjahre entfernt. Fakt ist doch, dass vor allem bei den Derivaten (den "finanziellen Massenvernichtungswaffen") Luftforderungen in völlig perversem Ausmaß (300 Billionen?) vorhanden sind, die niemals bedient werden können.

  • ..es kommt wohl auf die Menge des Geldes und die Geschwindigkeit des Erwerbes an und auf die eigene Persönlichkeit...

    In diesem Gewerbe ist die GIER der Antrieb - oder nicht? Und die Gier ist bereits das Gift für den Charakter. Denn die Gier zeichnet sich dadurch aus, das nicht das Vermögens die Befriedigung verschafft sondern der Erwerb. Damit ist die Wirkung ähnlich wie bei Rauschgift.

    Ganz "oben" ist dann das Geld nur noch ein Platzhalter für MACHT, und dass Gier nach Macht nahezu immer in Dunkle Wege führt kann man an der Weltgeschichte 1000fach ablesen.

  • Geld ist keine Hure, Geld ist die schlimmste Droge die es gibt!

    Wir sind alle nur Geldsklaven uns wissen es nicht.

    --------------------------

    "Eigentlich ist es gut, dass die Menschen der Nation unser Banken- und Geldsystem nicht verstehen. Würden sie es nämlich, so hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh."

    - Henry Ford (1863-1947), Gründer der Ford Motor Company

    ---------------------------

    "Gib mir die Kontrolle über das Geld einer Nation und es interessiert mich nicht, wer dessen Gesetze macht."

    - Mayer Amschel Rothschild (1744-1812), Gründer der Rothschild-Banken-Dynastie

    -------------------------

    "Ich denke, dass Bankinstitute gefährlicher als stehende Armeen sind. [...] Wenn die amerikanische Bevölkerung es zulässt, dass private Banken ihre Währung herausgeben, dann werden die Banken und Konzerne die so entstehen das Volk seines gesamten Besitzes rauben bis eines Tages ihre Kinder obdachlos auf dem Kontinent aufwachen, den ihre Väter einst eroberten."

    - Thomas Jefferson (1743-1826), 3. Präsident der USA

    ---------------------------------------

    Wie funktioniert Geld?

    http://www.youtube.com/watch
    v=9BrLrwbkQWQ&mode=related&search=


    Bitte nicht löschen, Herr/Frau Zensor danke

    www.wissensmanufaktur.net

  • "Der Deutsche", so munkeln viele, habe auch keinen Humor. Scheint was dran zu sein... ;-)

  • Alleine schon das, was wir Apotheker gerade durchleben, ist einer demokratischen Berufsgruppe, wie wir sie nunmal als Apotheker-Gemeinschaft sind, völlig unwürdig.


    Hier mein persönlicher Vorschlag zur 'Better Spending'-Initiative unseres Aussenministers:

    Um Europa nachhaltig zu Stabilisieren und ein faires Miteinander zu ermöglichen wäre es vielleicht nicht von Nachteil, Datenautobahnen zwischen Politik, den freien Berufen und den Bürgern, sowie zwischen und innerhalb der berufständischen Organisationen in den europäischen Partnerorganisationen einzurichten?

    So könnte man auch einfacher erkennen, welche 'Mächte' eigennützig das System - nicht nur Geld - ausbeuten, da ja Auf- und Abfahrten fehlten, oder bereits zu viel vorhanden sind...

    ...wir konzentrieren uns viel zu sehr auf abstrakte Themen, wie generationsübergreifende Schulden, ESM, Finanzierungsquatsch mit Sauce.

    Was ist mit den Menschen in deren Berufen, und wie sieht es um deren Perspektive in deren demokratisch gewachsenen Strukturen aus?

    Was ist mit den Berufen? Ist das europäische Gesamt-Orchester der Berufsverbände startklar?^^

    Die Politik könnte sich ja um die Verteilung der Notenblätter kümmern, damit die Verbände länderübergreifendes Miteinander leben können, sonst wird es wahrscheinlich ein kostenorientiertes 'Survival Of The Fittest', was Großkonzerne mit Shareholder-Value sogar noch begünstigt ...

    Hm. Vielleicht ist das auch nicht die Aufgabe der Politik, sondern der Menschen in deren sozialen Strukturen?

  • Der Deutsche neigt zur Primitivität, zur volksverdummenden Verallgemeinerung und Manipulation und wohin das schlimmstenfalls führen kann, wissen wir Deutsche im Blick auf unsere Geschichte nur zu gut.

    Jetzt sind es also alle Beteiligten der Finanzwelt, die man öffentlich pauschal als Verbrecher bezeichnen kann - wie herrlich einfach ist doch die Welt! Wozu das Hirn einschalten, wenn es doch Bild-Zeitung & Co gibt, die uns mit dem Slogan 'Bild Dir Deine Meinung...' eben genau das Gegenteil vorlebt, nämlich 'Bild Dir gefälligst die Bild-Meinung'. Es gibt ja schon diverse von der Bild-Zeitung lancierte Produkte mit dem Vorwort 'Volks-', da können wir doch dann auch die gesellschaftlich durchweg anerkannte Volks-Meinung einführen, oder nicht?

    Wir sind auf dem besten Weg.

    Dass Gordon Gecco hier lediglich tief in die Seele des Menschen an sich und nicht speziell des gierigen Finanzjongleurs blickt, scheinen die meisten einfach nicht kapieren zu wollen - Sellbstschutz?

    Dabei lebt Gordon Gecco nur seine eigene Überzeugung aus, die klar und brutal daherkommt und viel mehr Wahrheiten enthält als viele - ich nenne sie jetzt auch mal Schafe - glauben wollen.

    Oder hat etwa noch niemand Erfahrung mit einem dreisten Handwerker oder Autowerkstatt gemacht, mit einer Abzock-Masche eines Telefonanbieters oder eines Reiseveranstalters, haben wir nicht gerade einen verheerenden Organspendeskandal, wo es um Menschenleben geht (und nicht nur um's Geld), werden wir nicht gerade von den ach so bemitleidenswerten Südländern erpresst u.s.w.?

    Die meisten Menschen haben primär ihren eigenen Vorteil im Auge, in welcher finanziellen Dimension auch immer, es bleibt das gleiche Prinzip, naturbedingt.

    Aber nicht doch: Der ganze menschliche Müll arbeitet in der Finanzindustrie, das hat uns doch (und nicht nur die) Bild-Zeitung jetzt seit 5 Jahren eingetrichtert, dann muss es doch wahr sein.

    Mir wird echt übel. Manche sollten ihr Hirn wegen Nichtnutzung bei ebay versteigern.

  • Auch Gekko ist nur kleiner Fisch in der Nahrungskette der Finanzhaie und Finanzoligarchen. Diese haben so viel monetäre Megapower, das sie beinahe unsichtbar und lautlos aus ihrem Versteck, Regierungen erpressen und Währungen zerstören können. Selbst das starke britische Pfund wurde vor ein einigen Jahren „Opfer“ einer solchen Attacke.
    Man hat dieser „ehrenwerten Gesellschaft“ in den letzten Jahren einfach zu viele Chancen gegeben, ihre Geldsäcke bis zum Überlaufen prall zu füllen. Jetzt trifft leider das Sprichwort zu, der „Schwanz wackelt mit dem Hund (Regierung)“ oder „the tail wags the dog“.
    Das wird sich auch nicht ändern, solange diese Finanzaristokraten durch immer neue Rettungspakete ständig weiter Kapital Akkumulieren können um dann damit weitere „Streiche“ aushecken zu können.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Pfundkrise

  • Wieso habt ihr Schreiberlinge immer noch nicht verstanden, was Kapitalismus wirklich ist! Ist doch nicht so schwer!
    Im reinen Kapitalismus gäbe es keine Bankenrettung "um jeden Preis"; die Pforten würden geschlossen, wenn man pleite wäre. Das was immer wieder passiert, ist menschliches Versagen und das hat mit dem Kapitalismus in seiner reinen Form nix zu tun! Herrje nochmal!

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%