Gottfried Urban im Interview „Südeuropa ist für Anleger interessant“

Renten sind out, Aktien dagegen gefragter denn je. Gottfried Urban, Vermögensverwalter bei der Neue Vermögen AG in München rät seinen Kunden zu mehr Risiko - und zu Investitionen in italienische und spanische Papiere.
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Gottfried Urban ist Vorstand bei der Neue Vermögen AG und kümmert sich seit mehr als 20 Jahren um die Portfolios vermögender Kunden. Quelle: Neue Vermögen AG

Gottfried Urban ist Vorstand bei der Neue Vermögen AG und kümmert sich seit mehr als 20 Jahren um die Portfolios vermögender Kunden.

(Foto: Neue Vermögen AG)

Herr Urban, welche Wertpapiere sehen Sie derzeit gerne im Portfolio ihrer Kunden?

Da muss man unterscheiden zwischen dem, was wir gerne sehen und dem, wozu der Kunde bereit ist. Privatkunden möchten keine allzu großen Risiken auf sich zu nehmen. Die Furcht ist nach wie vor da: „Was passiert mit unserem Euro?“ Die schleichende Angst vor der Inflation führt zu Investitionen in feste Werte. Die Kunden kaufen sich Autos oder Häuser – die Immobilie ist wieder en vogue.

Sollten Anleger risikofreudiger sein?

Wer einen längerfristigen Horizont hat, bei der Altersvorsorge etwa, muss Risiken akzeptieren. Der risikolose Zins wird die nächsten Jahre an der Nulllinie laufen. Wir bevorzugen derzeit Aktien. Viele Anleger haben immer noch sehr rentenlastige Portfolios: Sie sind bis oben voll mit Zinspapieren, beispielsweise mit Bankschuldverschreibungen, Tagesgeldern oder mit Renten- oder Kapitallebensversicherungen, die ja fast alles in Zinspapiere anlegen müssen. Interessanter dagegen ist die unternehmerische Seite. Deren Gewinnrendite bezogen auf den aktuellen Kurs liegt derzeit in Europa bei acht bis neun Prozent. Natürlich gibt es noch die Immobilien, aber sie sind in Deutschland bei weitem nicht so ertragreich wie Aktien.

Welche Aktien finden Sie derzeit interessant?

Man sollte den Blick auf die international tätigen Unternehmen richten, etwa die Deutsche Post oder BASF. Die Kennzahlen sind günstig, es gibt eine hohe Gewinnrendite und ein Teil daraus fließt in Form von Dividenden an die Aktionäre.

Also starke Marken?

In der Krise kaufen Anleger gerne starke Marken. Ein Beispiel für eine krisenresistente Aktie galt in den letzten zwei Jahren Nestlé – schließlich wollen die Leute immer essen und trinken. Aber wenn die Kurse stärker steigen als die Unternehmensubstanz und der Gewinn, dann ist auch bei solchen Aktien Vorsicht geboten. Und es gibt auch Unternehmen, ohne starken Markennamen, die trotzdem attraktiv sind, zum Beispiel eine K+S. Wichtig ist eine hohe Ertragsstabilität. Der Börsenpreis im Verhältnis zum Ertrag muss angemessen sein. Wichtig ist auch, dass nicht alles, was verdient wird, auch ausgeschüttet wird, sondern auch in die Substanz des Unternehmens fließt.

"Vielleicht gibt es die starke neue D-Mark"
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7 Kommentare zu "Gottfried Urban im Interview: „Südeuropa ist für Anleger interessant“"

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  • K+S,das ich nicht lache,die haben seit Freitag Hoch fast 2,5% verloren.in den letzten 2 Monaten Minus 10% während fast alles im Schnitt um 15% hoch ist,sogar so zeug wie Thyssen und Metro.
    jajaja,langfristig,so wie die letzten 5 Jahre.Ich meine,da zock ich die nächsten 5 Jahre bissl hin und her und kauf K+S dann in 5 Jahren auf demselben Niveau wie jetzt.Die ist leider nur am fallen

  • Der glaubt wohl auch, alle Anderen sind blöd, nur Er nicht,
    gell. Vollotto.

  • Nun denn...ich frage mich dann, wieso Sie noch immer nicht neben Herrn Schäuble in Berlin oder gar in Brüssel sitzen, wenn Sie denn alles so GENAU wissen. Erst dieses Wochenende gab Grexia zu, doppelt so hoch verschuldet zu sein. Alle gingen von 11 Mrd. Bedarf aus. Wußten Sie natürlich auch - schon. Aber Sie haben Recht. Das Pulverfass wird knallen. Lt. HB sollen soviele Topmanager Aktien verkauft haben wie zuletzt 2008 oder 2009. Es wäre ein völlig neues Phänomen, wenn trotz Aufpumpens durch FED und Draghi die Märkte kollabieren.

  • das ist eine Frage der Interpretation. JEmand der die Zahlen dieser Länder genauer kennt, würde meine Aussage wahrscheinlich eher als "niedlich" bezeichnen.

  • Wieso in Papiere?
    Beide Länder haben noch Millardendefizite in ihren Strukturen, Wasserwirtschaft, Energiewirtschaft und mehr. Alles Branchen die Gewinne abwerfen werden.
    Mein Wahlheimatort hier hat inzwischen gut investiert, letztes Jahr ergab das einen Überschuß von 250.000 €, nichts mit Pleitegemeinde. Vernünftige Straßen, saubere Innenstadt, Qualitätswasser und ein willkommenes Investitionsklima.
    Außerdem bauen Spanien und Portugal gerade Produktionsstätten für Energie welches CO2 "frisst".
    Aber die Finanzwirtschaft weiß nicht mit dem Geld wohin - unglaublich.
    Unfähig, dumm und unflexibel, mehr kann dazu nicht mehr sagen. Aber Hauptsache Feldbetten für Arbeiter in China, Indien, Indonesien etc.
    Aber das merkt man wohl auch erst wenn niemand mehr in Europa die geklauten Patente und die vergifteten Wegwerfprodukte kaufen will, und viele Leute selbst auf Feldbetten angewiesen sind.

  • Sind Sie das Pulverfass?? Der Text wirkt auf jeden Fall sehr aufgeladen.

  • "und zu Investitionen in italienische und spanische Papiere. "

    Sorry aber der Mann gehört doch sofort gefeuert für solchen Blödsinn. Wer langfristig anlegen möchte und etwas für die Rente tun will, der sollte garantiert nicht in Länder investieren die es noch richtig beuteln wird. Hier labert jeder etwas von Krise etc. dabei hat die Krise noch nicht mal angefangen...wir erleben momentan das Füllen des ohnehin schon mit Überdruck gefüllten Pulverfasses...die Explosion steht noch lange aus. Wer JETZT investiert, verliert fast alles, das ist 100% sicher.

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