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Handelsblatt-Tagung Private Equity Wie Warren Buffett den deutschen Mittelstand durchleuchtet

Wer an die Geldtöpfe des Starinvestors kommen will, muss einen knallharten Prozess durchlaufen. Wie ein Deal aussehen kann, verriet Beteiligungsmanagerin Kupferberg.
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Wie Warren Buffett den deutschen Mittelstand durchleuchtet Quelle: Reuters
Warren Buffett

Ein Einstieg der Investmentlegende ist für viele Firmen vergleichbar mit einem Lottogewinn.

(Foto: Reuters)

FrankfurtJeden Monat landen im Postfach von Zypora Kupferberg zehn bis zwölf Anfragen von Firmen, die einen Geldgeber mit langem Atem suchen. Kupferberg ist in Deutschland die Anlaufstelle für Unternehmer, die mit der amerikanischen Investmentlegende Warren Buffett in Kontakt treten wollen. „Wenn es darauf ankommt, dann sind wir innerhalb von 24 Stunden handlungsfähig“, beschreibt die 52-jährige Beteiligungsmanagerin ihre „Ready-to-go“-Philosophie.

Doch wer an die Geldtöpfe des 88-jährigen Milliardärs kommen will, der muss einen knallharten Ausleseprozess durchlaufen. Zu den Hürden zählt beispielsweise ein operativer Gewinn (Ebit) von mindestens 50 Millionen Euro – vor allem aber muss die Chemie stimmen.

„Der Preis für die Firmenübernahme kann ein Hindernis sein, oftmals sind die Unternehmen aber auch einfach schlecht vorbereitet auf eine Veräußerung“, sagt Kupferberg. Wenn ein Patriarch die Fäden in der Hand hält und kein unabhängiges Management aufgebaut hat, kann die Sache schon mal schwierig werden. Das Loslassen liegt den wenigsten Eigentümern.

Wie ein echter Buffet-Deal aussehen kann, das beschreibt Kupferberg auf der Handelsblatt-Veranstaltung „European Private Equity Summit 2018“. Im Jahr 2015 war beim Hamburger Motorradzubehör-Händler Louis ein Nachfolgeproblem entstanden, die Familie konnte das Unternehmen nicht mehr dauerhaft in die Zukunft führen. Buffett übernahm den hochprofitablen Betrieb für rund 400 Millionen Euro, weil er die Bedingungen des Gründers allesamt erfüllen konnte.

Und dabei zählte vor allem eine Zusage: Buffett behält den Mittelständler, ein Weiterverkauf ist ausgeschlossen. Am Geschäftsmodell des Einzelhändlers wird nicht gerüttelt. Das unterscheidet die Strategie von Buffetts Holding Berkshire Hathaway vom Vorgehen der Private-Equity-Gesellschaften, die meistens nach drei bis sieben Jahren wieder aussteigen und die Firmen weiterreichen. Weltweit, so schätzt Kupferberg, gibt es nur vier bis fünf Beteiligungsfirmen, die solche Transaktionen und Zusagen umsetzen beziehungsweise einhalten können.

Berkshire operiert von Omaha aus mit einer kleinen Truppe von rund 25 Mitarbeitern. In Deutschland wirbt die Gruppe vor allem damit, dass sie als sehr langfristiger Investor den Firmen ihre unternehmerische Freiheit lässt.

„Buffett denkt nicht kurzfristig, sondern im Zeitraum der nächsten 50 Jahre. Und er verspricht, dass er sich nicht ins Tagegeschäft einmischt“, beschreibt Managerin Kupferberg die Erfolgsformel. Trotzdem ist ein Einstieg von Buffett vergleichbar mit einem Lottogewinn: Bei geschätzten 80.000 mittelständischen Firmen in Deutschland wurden bisher nur zwei Investments getätigt.

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