Hedgefonds Im Visier der Leerverkäufer

Die Attacke von Spekulanten auf die Aktie des TecDax-Schwergewichtes Wirecard verunsichert Anleger. Welche Unternehmen von Hedgefonds bevorzugt angegriffen werden – und wie Anteilseigner das frühzeitig erkennen.
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Leerverkäufer verdienen an fallenden Aktienkursen. Quelle: dapd
Spekulative Wertpapiergeschäfte

Leerverkäufer verdienen an fallenden Aktienkursen.

(Foto: dapd)

FrankfurtEs ist ein skandalträchtiger Kurssturz am deutschen Aktienmarkt, der momentan wieder Wetten auf fallende Wertpapierkurse in den Fokus der Börsianer rückt – und vor allem Privatanleger verunsichert: Ein anonymer Autor wirft vergangene Woche dem Zahlungsabwickler Wirecard betrügerisches Geschäftsgebaren vor. Ein Onlinemedium berichtet darüber und die Aktie der Firma, die zu den wertvollsten Unternehmen im Technologieindex Tecdax gehört, bricht um rund ein Viertel ein.

Schnell wird klar: Hinter der fragwürdigen Studie des bis dato völlig unbekannten Analysehauses „Zatarra Research“ steht nach Einschätzung von Experten allem Anschein nach eine Attacke von Spekulanten. „Wir nehmen an, dass die Verbreitung des Berichts unseren Aktienkurs negativ beeinflussen sollte“, erklärte auch eine Unternehmenssprecherin von Wirecard.

Während die Anteilseigner innerhalb eines Handelstages einen Verlust von insgesamt rund 1,3 Milliarden Euro verkraften müssen, erzielen sogenannte „Leerverkäufer“ hohe Gewinne.

Die besten Aktien aus der dritten Reihe für 2016

SDAX PERFORMANCE-INDEX

WKN
ISIN
DE0009653386
Börse
Xetra

-2,50 -0,02%
Chart von SDAX PERFORMANCE-INDEX
SDax
1 von 17

Die Berenberg-Bank hat Aktien aus der zweiten und dritten Reihe unter die Lupe genommen und die für das laufende Jahr 16 besten herausgepickt. Unterteilt werden die Papiere in vier Gruppen.

Gruppe 1: Aktien mit dem besten gemittelten Gewinnwachstum pro Jahr

Gruppe 2: Aktien mit den höchsten Dividendenrenditen

Gruppe 3: Aktien mit den besten Kurs-Gewinn-Verhältnissen

Gruppe 4: Aktienempfehlungen der Berenberg-Analysten

SLM SOLUTIONS GROUP AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A111338
Börse
Xetra

-0,20 -0,93%
+21,15€
Chart von SLM SOLUTIONS GROUP AG INHABER-AKTIEN O.N.
Gruppe 1: SLM Solutions
2 von 17

Für den deutschen Hersteller von 3D-Metalldruckern, SLM Solutions, spricht das gemittelte jährliche Gewinnwachstum (angepasstes EPS im Zeitraum von 2015 bis 2017; kurz EPS-adj. CARG). Bis 2017 rechnen die Analysten mit einem durchschnittlichen Wachstum von 57,4 Prozent pro Jahr. Da die Aktie seit Jahresanfang deutlich nachgegeben hat, kann sie günstig erworben werden.

Gemitteltes Gewinnwachstum pro Jahr: 57,4 Prozent*
Kursentwicklung (drei Jahre**): - 21,3 Prozent
Kurspotenzial: + 80 Prozent*
*Quelle: Berenberg-Bank

**Stand: 1. Februar 2016; der Betrachtungszeitraum beträgt, wenn möglich, drei Jahre. Da SLM Solution allerdings erst seit Mai 2014 an der Börse gezeichnet wird, beträgt der Betrachtungszeitraum ein Jahr und neun Monate.

1&1 DRILLISCH AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005545503
Börse
Xetra

+1,02 +2,47%
+42,32€
Chart von 1&1 DRILLISCH AG INHABER-AKTIEN O.N.
Gruppe 1: Drillisch
3 von 17

Auch nach den erfolgreichen letzten Jahren sehen die Analysten der Berenberg-Bank Potenzial beim Telekommunikationsanbieter Drillisch. Das gemittelte Gewinnwachstum pro Jahr wird auf über 40 Prozent geschätzt. Für zusätzlichen Schwung könnte der Mobilfunkriese Telefonica Deutschland sorgen. Drillisch plant den Anteil der Angebote für das Netz von 20 auf 30 Prozent zu erhöhen.

Gemitteltes Gewinnwachstum pro Jahr: 42,5 Prozent
Kursentwicklung (drei Jahre): + 209,8 Prozent
Kurspotenzial: + 58 Prozent

ZOOPLUS AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005111702
Börse
Xetra

-2,30 -1,52%
+148,80€
Chart von ZOOPLUS AG INHABER-AKTIEN O.N.
Gruppe 1: Zooplus
4 von 17

Zooplus verkauft Heimtierprodukte über das Internet. Derzeit gehört der Konzern zu den größten drei der Branche in Europa. Die Berenberg-Bank rechnet damit, dass Zooplus künftig die Branchenspitze erklimmen wird. Sie argumentieren mit dem ausgereiften Businessplan des Internetkonzerns. Sie bieten eine große Produktpalette an, wobei der Schwerpunkt auf Artikel für Hunde und Katzen liegt. Laut der Berenberg-Bank werden Kunden niedrige Preis garantiert und verschiedene Zahlungsmethoden angeboten. Großes Augenmerk legt Zooplus außerdem auf einen guten Kundenservice.

Gemitteltes Gewinnwachstum pro Jahr: 40,4 Prozent
Kursentwicklung: + 202,6 Prozent
Kurspotenzial: + 35 Prozent

UBISOFT ENTERTAINMENT S.A. ACTIONS PORT. EO 0,0775

WKN
ISIN
FR0000054470
Börse
FSE

+0,30 +0,32%
+92,76€
Chart von UBISOFT ENTERTAINMENT S.A. ACTIONS PORT. EO 0,0775
Gruppe 1: Ubisoft
5 von 17

Videospiele der nächsten Generation für Playstation 4 und Xbox One sorgen beim französischen Spielehersteller Ubisoft für sprudelnde Gewinne. Auch vom Download-Handel profitiert Ubisoft. Das gemittelte Gewinnwachstum wird von der Berenberg-Bank auf knapp 20 Prozent geschätzt. Die Aktien hatten zwar einen schwachen Jahresstart, auf Drei-Jahres-Sicht hat sich der Wert der Aktien jedoch um mehr als 200 Prozent gesteigert.

Gemitteltes Gewinnwachstum pro Jahr: 19,9 Prozent
Kursentwicklung: + 245,4 Prozent
Kurspotenzial: + 24 Prozent

AURELIUS EQUITY OPP.SE&CO.KGAA INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A0JK2A8
Börse
Xetra

-0,20 -0,44%
+44,80€
Chart von AURELIUS EQUITY OPP.SE&CO.KGAA INHABER-AKTIEN O.N.
Gruppe 2: Aurelius
6 von 17

Hinsichtlich der zu erwarteten Dividendenrendite empfiehlt sich ein Investment in den Beratungskonzern Aurelius, der sich auf Unternehmensübernahmen spezialisiert. 2016 können Aktionäre mit einer Dividende von über sieben Prozent rechnen. Die Berenberg-Bank hat darüber hinaus ihr Kursziel für Aurelius von 44 auf 59,50 Euro erhöht. 2016 ergäbe sich damit ein Kurspotenzial von rund 30 Prozent

Dividendenrendite: 7,2 Prozent
Kursentwicklung: + 204,4 Prozent
Kurspotenzial: + 30 Prozent

DEUTSCHE PFANDBRIEFBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008019001
Börse
Xetra

+0,16 +1,24%
+13,05€
Chart von DEUTSCHE PFANDBRIEFBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.
Gruppe 2: Deutsche Pfandbriefbank
7 von 17

Seit dem Sommer des vergangenen Jahres ist die aus der Hypo Real Estate hervorgegangene Deutsche Pfandbriefbank (PBB) wieder an die Börse zurückgekehrt. Der Erfolg hält sich bislang in Grenzen. Seit der Emission haben die Papiere fast 15 Prozent verloren. Die Berenberg-Bank empfiehlt die PBB dennoch zum Kauf mit einem Kursziel von 13,10 Euro. Vor allem die hohe Dividendenrendite könnte Aktionäre anlocken.

Dividendenrendite: 6,6 Prozent
Kursentwicklung: - 14,8 Prozent
Kurspotenzial: + 35 Prozent

Deren Vorgehensweise: Sie leihen sich bei anderen Marktteilnehmern Dividendenpapiere – vor allem bei Fonds -, um diese sofort wieder zu verkaufen. Sinkt der Aktienkurs wie geplant, können die im Fachjargon auch als „Shortseller“ bezeichneten Investoren die Titel später zu einem verbilligten Kurs zurückkaufen und dem Verleiher zurückgeben. Die Differenz zwischen dem Verkaufs- und dem gesunkenen Rückkaufskurs streichen die Leerverkäufer als Profit ein (aktuelle Leerverkäufe finden Sie in unserer Datenbank).

Große Fonds setzen auf fallende Kurse
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8 Kommentare zu "Hedgefonds: Im Visier der Leerverkäufer"

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  • Es werden Aktionärsgelder in Milliardenhöhe verbrannt und alle schauen zu. Da werden anonym durch ein nicht existierendes (bis heute ist die Webseite online, aber niemand weiß, wer und wo das ist) Research-Haus über 100 Seiten Müll über Wirecard ausgeschüttet und schon Minuten später durch eine angesehene Quelle geadelt. Vorhergehende Prüfung? Fehlanzeige, das ging in der Zeit auch gar nicht. In fast jedem Forum gibt es jemanden, der nochmal die Eintragungen überprüft, bevor sie freigegeben werden. Bei FT Alphaville braucht man das scheinbar nicht. Und es ist heutzutage in Ordnung, wenn man sich so benimmt, denn es passiert nichts. Kein Aufschrei, kein Widerstand des Berufsstandes. Berufsehre, was ist das? Soll sich doch Wirecard selbst drum kümmern, wenn Sie können, gell.

    Solange so etwas im Tec-Dax scheinbar problemlos möglich ist, verstehe ich jeden, der lieber sein Geld zu Hause im Sparschwein lässt.

  • Das was hier gerade stattfindet ist Finanzterrorismus gegen Gesellschaften und Staaten, welche man immer weiter in die Überschuldungen treibt, bis das Erpressungspotenzial so groß wird, dass die Staaten jegliche Bedingungen des Großkapitals akzeptieren werden. Nur werden das die Bürger, die man immer weiter wie die Zitronen auspresst, nicht mehr länger mittragen! Für mich persönlich ist jetzt der Punkt erreicht, wo ich mir ernsthaft Gedanken einer Radikalierung mache.

  • Lasst euch nicht verkaufen wie Tiere, wehrt euch, verweigert euch und leistet Widerstand!
    Natürlich gewaltfrei, verschuldet euch nicht länger, macht euch von diesem Ausbeutersytem unabhängig, seid nicht länger deren Sklaven, steht auf!

  • (...)

    Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Angriff, Verteidigung, Profit und Gewinnmaximierung, feindliche Übernahme, Dow-und Daxkurse, Währungskrieg, Steuersparmodelle usw., besteht euer Leben und eure Existenz eigentlich aus noch irgendwas anderem, als dem Profit aus Gier und „immer mehr haben zu wollen“ hinterherzujagen?
    Wann seid ihr endlich mal zufrieden, was seid ihr endlich satt!

  • Wenn Käufer dieser Aktie rumjammern, ist das ein deutliches Zeichen für mangelndes Fachwissen. Sowas muss passieren, wenn man nach allen Maßstäben überteuerte Aktien kauft. Es wäre ein Zeichen von Marktversagen, wenn der Kurs nicht irgendwann fällt.

  • also ich shorte nur, wenn die Aktie eh am Fallen ist. Und das ist gut so, weil man einen Niedergang imemr beschleunigen sollte. Nur so kann man das Leiden verkürzen.

    Konkret siegt das aber so aus, dass ich bei der Trade nur angeben muss, ob ich nun shorte oder longe gehe. Ist der s gleiche Vorgang, nur ist es einmal der rote Bottom und einmal ist es der grüne- . Ich selbst muss mir da nichts leihen oder was auch immer, dafür sind die Maschinen da.



  • Wirecard ist ein typischer Fall von einer illiquiden (Drecks)aktie mit normalerweise dünnen Umsätzen, die bestimmte Marktteilnehmer mit Insiderinformation bzw. gezielt lancierten Informationen relativ leicht Geld verdienen lässt.

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