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Insider-Barometer Topmanager glauben an eigene Aktien

Die Kurseinbrüche am Aktienmarkt schrecken Firmenlenker derzeit nicht ab. Im Gegenteil: Sie kaufen sogar bei den eigenen Unternehmen nach.
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Aufsichtsrat Bernd Geske liebt auch die eigene Aktie. Quelle: imago/Schwörer Pressefoto
Borussia Dortmund

Aufsichtsrat Bernd Geske liebt auch die eigene Aktie.

(Foto: imago/Schwörer Pressefoto)

Frankfurt Handelskrieg, Streit über Italiens Haushalt, verschobene Brexit-Verhandlungen. Alles zusammen verunsichert viele Investoren und lässt die Börsen kräftig absacken. Der Dax ist in dieser Woche zeitweise unter die Marke von 11.500 Punkten und damit den niedrigsten Stand seit zwei Jahren abgesackt. Allein in den vergangenen beiden Wochen hat er rund fünf Prozent verloren.

 Deutschlands Topmanager lassen sich davon nicht bange machen. Sie haben in den vergangenen 14 Tagen wieder verstärkt Aktien der eigenen Unternehmen gekauft. Damit wiederholt sich ein Muster. Sobald der Dax fällt, greifen die Firmenlenker zu. „Als antizyklisch eingestellte Investoren sehen die Insider offensichtlich auch die aktuelle Kursschwäche als Kaufgelegenheit“, meint dazu Olaf Stotz, Professor für Asset Management an der Privatuniversität Frankfurt School of Finance & Management.

Dabei gab es in den vergangenen beiden Wochen zwar keine spektakulären Millionenkäufe, aber die Zahl der Käufe stieg deutlich auf 119. Das zeigt ein breit gestreutes Interesse der Firmenlenker. Stotz berechnet aus den Transaktionen von Deutschlands Vorständen und Aufsichtsräten mit Aktien der eigenen Unternehmen alle zwei Wochen gemeinsam mit Commerzbank Wealth Management das Insider-Barometer für das Handelsblatt. Es ist zuletzt auf 158 Punkte gestiegen.

Dieses Niveau – den höchsten Stand seit zwei Jahren – hatte es zuletzt Mitte September erreicht. Danach rutschten die Börsen aber ab. Als ein Indiz für die künftige Entwicklung der Börsen hat das Barometer indes eine Perspektive von drei Monaten. Ein Anziehen der Börsen kurz vor Jahresende, das auch viele Analysten noch erwarten, ist damit auch aus Sicht der Insider noch gut möglich.

Dennoch sollten Anleger das Kaufsignal des Barometers nicht überinterpretieren. „Die aktuellen Risikofaktoren wie zum Beispiel die italienische Schuldenproblematik und das sich abschwächende Wachstum sind nicht von der Hand zu weisen“, warnt auch Stotz. Bei einer Verschärfung der Lage könnten die Kurse am breiten Markt weiter abrutschen.

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Besonders interessant ist für Anleger der Blick auf die einzelnen Käufe. Die größten gab es zuletzt allesamt von SDax-Unternehmen. Topkauf war die Aktie des IT-Unternehmens S&T, das seit der Umstellung der Indizes im SDax und im TecDax für Technologiewerte gelistet ist.

Mitte September hatte die S&T-Aktie ein Allzeithoch erreicht, der Kurs hatte sich allein in den vergangenen drei Jahren versechsfacht. Von da aus rutschte die Aktie jedoch um 25 Prozent ab. Als ein Grund dafür gelten im Handel Spekulationen eines Hedgefonds gegen S&T. Vorstandschef Hannes Niederhauser und Finanzvorstand Richard Neuwirth nutzten das offenbar als Einstiegsgelegenheit.

Noch deutlicher antizyklisch sind die Insiderkäufe beim Kabelnetzbetreiber Tele Columbus. Mit einem Verlust von 64 Prozent ist der Titel nach zwei Gewinnwarnungen der schwächste SDax-Wert in diesem Jahr. Im September fiel er auf ein Allzeittief, hat sich aber zumindest davon erholt. Im Oktober traten zwei Aufsichtsräte bei Tele Columbus zurück. Das schürte bei Anlegern Übernahmefantasien. Die meisten Analysten raten auf dem niedrigen Niveau zum Kauf oder zumindest zum Halten der Aktie.

BVB-Kauf nahe Kurshoch

Alles andere als antizyklisch ist dagegen der Kauf bei Borussia Dortmund. Aufsichtsrat und Großaktionär Bernd Geske stockte seinen Anteil weiter auf. Seit August hat die BVB-Aktie nach monatelanger Seitwärtsbewegung fast 50 Prozent gewonnen. Dank des Kurssprungs ist sie auch auf Jahressicht Spitzenreiter im SDax, und die Aktie notiert nahe ihres im Jahr 2001 markierten Allzeithochs. Fußballaktien gelten als Liebhaberpapiere, viel hängt vom sportlichen Erfolg ab. Auch Analysten halten prinzipiell die Gewinnentwicklung bei Fußballvereinen für unsicher.

Den größten Verkauf gab es bei Zalando. Seit einer Gewinnwarnung Mitte September hat die Aktie fast 20 Prozent verloren. Kurze Zeit später hatte der dänische Milliardär und Investor Anders Holch Povlsen seinen Anteil um mehr als sechs Millionen Euro aufgestockt. Jetzt verkaufte Co-Chef Rubin Ritter Aktien für knapp 1,7 Millionen Euro. Ritters Entlohnung wird laut Stotz „auch durch generöse Beteiligungsmodelle positiv beeinflusst“, von daher verkaufe der Vorstand häufiger Aktien.

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