Insiderbarometer Manager glauben an steigende Kurse

Unternehmenslenker erwarten offenbar, dass sich die Indizes erholen werden. Die Chefs kaufen daher kräftig Aktien der eigenen Firmen zu – vor allem Immobilientitel.
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Betreiber Deutsche Euroshop meldete hohe Insiderkäufe. Quelle: Deutsche Euroshop AG
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Betreiber Deutsche Euroshop meldete hohe Insiderkäufe.

(Foto: Deutsche Euroshop AG)

FrankfurtAnleger gehen zunehmend auf Nummer sicher und verringern ihre Aktienbestände aus Sorge vor einer fortgesetzten Talfahrt an den Börsen. Der deutsche Leitindex Dax hat sich inzwischen mehr als elf Prozent von seinem Allzeithoch entfernt. Viele Investoren fürchten, dass die Notierungen in den kommenden Monaten vor allem wegen der schwelenden US-Handelskonflikte noch weiter nachgeben könnten.

Deutschlands Topmanager dagegen sehen das augenscheinlich anders. Sie haben zuletzt Indexstände beim Dax von knapp über 12.000 Punkten verstärkt dazu genutzt, um Aktien der eigenen Firmen zu kaufen. Das geht aus dem aktuellen Insiderbarometer hervor, das regelmäßig von Olaf Stotz, Professor an der Privatuni Frankfurt School, und den Experten von Commerzbank Wealth Management berechnet wird. In den vergangenen beiden Wochen ist es um 13 Punkte deutlich gestiegen – auf 143 Zähler.

Damit signalisiert dieser Trendindikator weiterhin, dass sich Aktien auf Sicht von drei Monaten besser entwickeln sollten als andere Anlageklassen. Erst wenn das Insiderbarometer auf unter 110 Punkte abrutschen sollte, würde es sich im Verkaufsbereich befinden – so wie zuletzt im März.

Vorstände und Aufsichtsräte müssen den Handel mit Aktien der eigenen Unternehmen an die Finanzaufsicht (Bafin) melden. Aus diesen Daten wird alle 14 Tage das Insiderbarometer für das Handelsblatt ermittelt.

„Nachdem sich der Dax in Richtung seiner unteren Handelsspanne bewegt hat, werden die Insider wieder etwas mutiger und steigen bei einzelnen Werten zum Teil kräftig ein“, sagt Stotz. Die deutliche Antizyklik der vergangenen Monate setze sich somit fort.

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Der Ratschlag des Kapitalmarktexperten an Privatinvestoren lautet daher, es den Insidern gleichzutun: Aus Sicht der Unternehmensführer sei mit einem deutlichen Kursrückgang nicht zu rechnen, und Anleger könnten dementsprechend Kursschwächen zum Einstig nutzen.

Vier Transaktionen im Millionenbereich

Im Berichtszeitraum gab es zuletzt vier besonders große Transaktionen im Millionenbereich zu beobachten. Zwei davon bei Immobilientiteln: So hat die Cura Vermögensverwaltung der Familie Otto bei der Deutschen Euroshop zum wiederholten Mal zugekauft, nachdem die Anteilsscheine des Shopping-Center-Betreibers in den vergangenen Wochen deutlich nachgegeben hatten.

„Die Aktie ist weiter günstig bewertet, zahlt eine attraktive Dividendenrendite und eignet sich möglicherweise für einen langfristigen Anleger“, sagt Stotz. Die Familie Otto, die äußerst erfolgreich im Onlinehandel tätig sei, scheine trotz der zunehmenden Konkurrenz durch Amazon & Co. weiter an den stationären Handel zu glauben.

Das gehe daraus hervor, dass die Cura Vermögensverwaltung bei Notierungen unter 30 Euro immer wieder Aktien dazugekauft habe – in diesem Jahr bereits für insgesamt knapp 25 Millionen Euro. „Dies scheint ein Indiz dafür zu sein, dass ein Investment in diesem Preisbereich als sehr werthaltig angesehen werden kann“, urteilt der Fachmann.

Einen ebenfalls millionenschweren Insider-Zukauf gab es bei einer weiteren Firma, deren Aktienkurs seit Monaten schwächelt. Beim Stahlhändler Klöckner & Co. hat Aufsichtsratsmitglied und Großaktionär Friedhelm Loh über die Beteiligungsgesellschaft Swoctem seinen Anteil erhöht. Kapitalmarktforscher Stotz sieht auch bei dieser antizyklischen Transaktion eine günstige Bewertung und eine „nicht unattraktive Dividende“ der Aktie.

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