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Insiderbarometer Top-Manager behalten trotz aller Risiken die Aktien ihrer Unternehmen

Trotz der Kursverluste im Monat Mai treten Vorstände und Aufsichtsräte in einen Verkaufsstreik. Sie kaufen sogar weiter Aktien ihrer Firmen - vor allem ein Energietitel steht im Fokus.
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Viele Dax-Konzerne stehen auf der Kaufliste. Quelle: dpa
Deutsche Börse

Viele Dax-Konzerne stehen auf der Kaufliste.

(Foto: dpa)

FrankfurtFür Aktionäre hat sich der Mai bislang nicht als Wonnemonat präsentiert. Nach einer starken Kursentwicklung während der ersten vier Monate des Jahres gaben die Notierungen zum Teil spürbar nach. Bis Freitag verlor der Dax in diesem Monat knapp drei Prozent. Die Europawahl, die endlosen Diskussionen der Briten rund um den Brexit und vor allem der Handelsstreit zwischen China und den USA haben für Unruhe an den Märkten geführt.

Noch hoffen die meisten Investoren aber, dass hier eine Einigung gefunden wird. „Dies ist auch aus unserer Sicht weiterhin das wahrscheinlichste Szenario. Es wäre daher verfrüht, bei Aktien die Reißleine zu ziehen“, sagt Helaba-Analyst Markus Reinwand.

Ähnlich sehen es offenbar die Chefs der großen Unternehmen in Deutschland. Trotz der Risikofaktoren seien diese seit gut einem Monat in einem „Verkaufsstreik“, beobachtet Olaf Stotz, Professor an der Frankfurt School of Finance & Management. Die Vorstände und Aufsichtsräte haben zuletzt keine größeren Abgaben bei Aktien ihrer eigenen Unternehmen an die Finanzaufsicht Bafin gemeldet. Stattdessen kauften einige Firmenlenker sogar Anteilsscheine zu.

Das aus den Transaktionen abgeleitete Insiderbarometer notiert mit 154 Punkten daher weiter auf einem hohen Niveau und signalisiert eine positive Erwartungshaltung der Topmanager für die zukünftige Kursentwicklung. „Die Unternehmenschefs scheinen die Risiken beiseitezuschieben, solange ihre Geschäfte noch gut laufen“, meint Stotz. Er berechnet das Barometer alle zwei Wochen gemeinsam mit Commerzbank Wealth Management für das Handelsblatt.

Bei vielen Unternehmen gab es allerdings auch deshalb Kauftransaktionen, weil diese durch Mitarbeiterprogramme oder andere vertragliche Bestandteile ausgelöst wurden. Diese Transaktionen werden, wenn sie von den Unternehmen bei der offiziellen Meldung als solche gekennzeichnet werden, bei der Berechnung des Barometers nicht berücksichtigt. Viele Firmen gehen hierbei mittlerweile transparent vor, beispielsweise BMW. Das ist aus Aktionärssicht positiv zu werten. Bei den Unternehmen, die auf der aktuellen Kaufliste des Insiderbarometers verbleiben, dürften ebenfalls programmbedingte Transaktionen enthalten sein, die aber nicht durch die Unternehmen als solche bezeichnet wurden.

Dax-Konzerne auf der Kaufliste

Trotz dieser Einschränkung könnten die Käufe beim Energiekonzern Eon für Privatanleger interessant sein. Mehrere Vorstandsmitglieder haben sich Anteilsscheine für zusammen mehr als eine Million Euro ins Depot gelegt. Eon steckt derzeit mitten im Umbau, das Unternehmen will die RWE-Tochter Innogy übernehmen, aber nur die Sparten Netze und Vertrieb behalten. Das Geschäft mit erneuerbaren Energien bekommt dann RWE.

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Wegen der daraus entstehenden Zukunftschancen sieht Hochschullehrer Stotz auf längere Sicht Nachholpotenzial bei der Aktie: „Fundamental weist der Titel attraktive Kennzahlen auf, und sollte das Thema Mobilität über Strom künftig wichtiger werden, dann ergeben sich Möglichkeiten für Wachstum, die im jetzigen Kursniveau wohl noch nicht berücksichtigt sind.“ Von der Bewertung her ebenso attraktiv sei die Nummer zwei auf der Kaufliste, der Rückversicherer Munich Re. Aufsichtsratschef Nikolaus von Bomhard hat hier Aktien im Wert von 515.000 Euro erworben. Zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten könnten sich Stotz zufolge durch den Klimawandel und die damit verbundenen Unsicherheiten ergeben, gegen die sich die Kunden des Münchener Konzerns absichern wollen.

Aktien des Karrierenetzwerks Xing stehen dagegen auf der Verkaufsliste. Aufsichtsratsmitglied Andreas Rittstieg hat sich von Anteilsscheinen im Wert von rund 182.000 Euro getrennt. Der Kurs des Online-Portals hat sich in den vergangenen zehn Jahren verzehnfacht, sodass sich Gewinnmitnahmen auch für Privatanleger lohnen könnten. Doch die Zeichen für die Zukunft stehen nicht schlecht: Ins Jahr 2019 ist die TecDax-Firma gut gestartet. Im ersten Quartal legten sowohl Umsatz als auch Gewinn und Nutzerzahlen zu.

Transaktionen, die wegen eines Mitarbeiterprogramms nicht im Barometer berücksichtigt wurden, gab es unter anderem bei Zalando. Rubin Ritter, einer der drei Firmenchefs, ist mit hohen Verkäufen aufgefallen. Auf der Hauptversammlung hatten zudem diverse Aktionärsvertreter die Aktienoptionen, die die Unternehmenslenker als Teil der Vergütung erhalten, ins Visier genommen, da diese an Umsatz- und nicht an Gewinnzielen hängen. Stotz teilt diese Kritik: Angesichts solcher Anreize sollten Anleger vorsichtig bleiben. Der damalige Zalando-Aufsichtsratschef Lothar Lanz verteidigte die Vergütungsregeln. Anders als Vorstände von Dax-Konzernen hätten die Zalando-Chefs ihre Firma gegründet und sich nicht erst in ein gemachtes Nest gesetzt.

Mehr: Der Pessimismus der Investoren notiert auf einem Niveau wie vor einem Jahr. Damals stürzte der Dax deutlich ab. Die Geschichte muss sich nicht wiederholen.

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