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Insiderbarometer Top-Manager halten sich beim Kauf eigener Unternehmensanteile derzeit zurück

Anzahl und Volumina bei Insidertransaktionen sind deutlich gesunken. Gekauft wird vor allem dort, wo die Aktien zuletzt unter Druck standen.
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Der Fresenius-Chef kaufte zuletzt viele Aktien des eigenen Unternehmens. Doch das ist aktuell eher die Ausnahme. Quelle: Reuters
Stephan Sturm

Der Fresenius-Chef kaufte zuletzt viele Aktien des eigenen Unternehmens. Doch das ist aktuell eher die Ausnahme.

(Foto: Reuters)

MünchenAngesichts der vielen Unsicherheiten an den Märkten, etwa die ungeklärte Brexit-Frage oder der weitere Verlauf der Konjunktur, agieren auch Deutschlands Unternehmenslenker bei ihren privaten Vermögenstransaktionen zurückhaltender. So ist sowohl die Anzahl ihrer Orders als auch das durchschnittliche Kaufvolumen in den vergangenen beiden Wochen stark gesunken. „Es tut sich generell am Aktienmarkt nicht viel, dies gilt auch für die Insidertransaktionen“, sagt Olaf Stotz.

Aus den Daten, die Vorstände, Aufsichtsräte und ihre Angehörigen bei Kauf und Verkauf von Aktien ihres Unternehmens an die Börsenaufsicht Bafin melden müssen, errechnet der Professor an der Frankfurt School of Finance and Management seit vielen Jahren exklusiv für das Handelsblatt das Insiderbarometer.

Der Index, der gemeinsam mit den Experten von Commerzbank Wealth Management erstellt wird, notierte zuletzt mit 155 Zählern gut einen Punkt höher als bei der vorherigen Erhebung. Ein Indexstand von 100 Punkten impliziert Gleichheit bei Käufen und Verkäufen — es wurde in der jüngeren Vergangenheit also deutlich mehr gekauft als verkauft.

Folglich signalisiert das Insiderbarometer weiterhin, dass die Topmanager in den kommenden drei Monaten an eine bessere Entwicklung bei Aktien glauben als bei anderen Anlageklassen. Allerdings gehen sie selektiver vor. Gekauft wird dort, wo der Aktienkurs in den vergangenen Monaten unter Druck stand.

Das galt in den vergangenen Tagen speziell für den Bad Homburger Gesundheitskonzern Fresenius und dessen Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC). Der Mutter machte zuletzt die geplatzte Übernahme des Generikaspezialisten Akorn sowie Probleme im deutschen Klinikgeschäft zu schaffen. Nach einem kräftigen Kurseinbruch im vierten Quartal geht es für die Aktie seit Jahresanfang wieder nach oben.

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Vorstandschef Stephan Sturm hat Ende Februar für fast eine Million Euro Fresenius-Aktien gekauft. Unterstützung erhielt er nun von Oliver Reinberg vom Analysehaus Kepler Cheuvreux. Er erhöhte sein Kursziel von 58 auf 62 Euro und bezeichnete 2019 als Übergangsjahr bei Fresenius, das den richtigen Zeitpunkt zum Aktienkauf biete.

Ähnlich ist die Situation bei der Tochter FMC, wo gleich drei Vorstände zuletzt Papiere im Wert von rund 655.000 Euro geordert haben. Auch hier erholt sich der Kurs seit dem Jahreswechsel. Die Experten von Commerzbank Wealth Management werteten den jüngsten Einbruch der Aktie als übertrieben.

Bergauf geht es seit Januar auch wieder mit dem Versandhändler Zalando. Hier hat der dänische Großaktionär, der Milliardär Anders Holch Povlsen, seine Beteiligung weiter ausgebaut und Papiere im Wert von circa 9,2 Millionen Euro gekauft. Umgekehrt hat sich Vorstand Rubin Ritter von Aktien im Wert von etwa 5,1 Millionen Euro getrennt. Schon in der Vergangenheit hatte Ritter regelmäßig seine Bestände reduziert.

Für Olaf Stotz ist das durchaus nachvollziehbar. Ritters Vermögen, das zu einem großen Teil in Zalando investiert sei, werde durch den Verkauf diversifiziert.

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