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Internationaler Marktausblick Diese politischen Ereignisse dürften die Börsen 2019 beeinflussen

Auch im kommenden Jahr wird der Handelsstreit das Börsengeschehen bestimmen. Die Schwellenländer dagegen haben mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen.
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Auch an Japans Märkten zeigt man sich wegen des Handelsstreits besorgt. Quelle: dpa
Börse Tokio

Auch an Japans Märkten zeigt man sich wegen des Handelsstreits besorgt.

(Foto: dpa)

Sao Paulo, Tokio, Kapstadt, Istanbul, New YorkDer Handelskonflikt zwischen den USA und großen Teilen der Welt dürfte auch 2019 das Börsengeschehen bestimmen. Viele Schwellenländer haben zudem ihre ganz eigenen Probleme. Was unsere Korrespondenten für wichtige Märkte im Ausland erwarten.

Brasilien

São Paulo gehört zu den wenigen Börsen, die das Jahr positiv abschließen. Gut elf Prozent hat der Bovespa-Index seit Jahresbeginn zugelegt. Die Aussichten stehen gut, dass dieser Trend anhält: Der umstrittene neue Präsident Jair Bolsonaro tritt am 1. Januar an.

Er hat ein liberales Wirtschaftsteam ins Kabinett geholt und will Brasilien umfassend reformieren. Gelingt ihm eine überzeugende Rentenreform, dann könnte der Aktienmarkt nach fünf schwachen Jahren eine Hausse erleben. Mindestens 20 Unternehmen wollen 2019 an die Börse gehen.

Japan

2019 könnte „zum Balanceakt“ werden, sagt Sean Darby, Chefstratege der Investmentbank Jefferies. Die Notenbank dürfte die Zinsen nicht erhöhen, die Gewinne der Firmen dürften steigen. Die Japan-Experten von JP Morgan warnen aber: „Unser Gefühl ist, dass die negativen Risiken überwiegen.“

Eine Umfrage des Investmentfonds Sparx Asset Management verdeutlicht: Die Privatanleger schwanken zwischen der Hoffnung, die Handelskonflikte der USA mit China und Japan könnten bald beigelegt werden, und der Sorge, US-Strafzölle könnten der japanischen Industrie schweren Schaden zufügen.

Im Mittel erwarten die Befragten, dass der Nikkei in einem Jahr etwas höher als aktuell oberhalb von 21.500 Punkten liegt. Aber fast ein Fünftel fürchtet, dass der Leitindex auf Werte zwischen 15.000 und 20.000 Punkten absacken könnte.

Südafrika

Auf der Suche nach anfälligen Schwellenmärkten, die durch hohe Leistungsbilanzdefizite und Auslandsschulden gekennzeichnet sind, landen Beobachter schnell in Südafrika. Kein Wunder, dass die Johannesburger Börse (JSE) als Seismograf dieser Entwicklungen 2018 um rund zehn Prozent gefallen ist – und die Landeswährung, der Rand, ebenfalls gelitten hat. In Dollar umgerechnet sind die Verluste sogar noch höher.

Dennoch haben die inzwischen vergleichsweise billigen Bewertungen eine Reihe von Analysten veranlasst, eine Erholung der JSE von ihrem schlechtesten Jahr seit 2008 zu prophezeien. Verglichen mit anderen Schwellenmärkten sind Aktien vom Kap in den vergangenen sieben Jahren nie billiger gewesen. Allerdings ist die Wirtschaft in einer sehr schlechten Verfassung.

Türkei

Die türkische Börse führt ein merkwürdiges Eigenleben. Wenn in den vergangenen Jahren Krisen, Terroranschläge und geopolitische Verwerfungen das Land plagten, ließ sich der Aktienindex BIST100 davon immer bloß kurz beeindrucken. Nach dem Putschversuch im Juli 2016 legte er bis Januar 2018 um fast 80 Prozent zu. Von da an bis August sackten die Kurse der türkischen Blue Chips im Schnitt um ein Fünftel ab.

Viel hängt vom Wirken des Präsidenten ab. Auch 2019 wird es am Aktienmarkt darum gehen, welche Erfolge Recep Tayyip Erdogan feiern darf – und mit welchen Mitteln er diese zu erreichen versucht. Im März finden Kommunalwahlen statt, ein wichtiges Stimmungsbarometer für die Regierungspartei AKP, die bislang auch einen Großteil der Provinzgouverneure stellt.

Es wird bereits darüber spekuliert, ob die türkische Zentralbank im Vorfeld der Wahlen die Leitzinsen senken wird, um eine drohende Rezession aufzuhalten und das Wirtschaftswunder zu verlängern.

USA

Trotz des Kurseinbruchs im Dezember blicken viele Analysten zuversichtlich auf die US-Aktienmärkte. Jonathan Golub, Chef-Aktienstratege von Credit Suisse, erwartet, dass der breit gefasste Aktienindex S&P 500 Ende 2019 bei 3350 Punkten stehen wird. Der S&P lag zuletzt oberhalb von 2400 Punkten, das wäre also ein sattes Plus von rund einem Drittel.

Eine Rezession ist nirgendwo in Sicht“, sagt David Bianco, Chef-Investmentstratege der Deutschen Bank. Er geht davon aus, dass der S&P 500 Ende 2019 bei 3000 Punkten stehen wird. Die Analysten von Goldman Sachs Asset Management gehen davon aus, dass die US-Wirtschaft etwas langsamer wachsen wird.

Rückenwind könnte es jedoch aus den Emerging Markets geben. „Viele Volkswirtschaften stehen erst am Anfang einer wirtschaftlichen Erholung. Es gibt also noch Luft nach oben“, heißt es in dem Bericht. Auch seien die Bewertungen attraktiv. Zwar würden die Sorgen über die Langlebigkeit des langen Bullenmarkts, den Handelsstreit und Populisten in der Politik weiter bestehen bleiben. „Doch die Märkte sind bei der Bewertung der Risiken zu weit gegangen.“

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