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Interview mit Michael Muders Portfoliomanager zu Traton-Börsengang: „Ausgabepreis muss die Unsicherheiten reflektieren“

Der Portfoliomanager von Union Investment erklärt, was beim Börsengang der VW-Tochter zu beachten wäre und welche Faktoren entscheidend sind.
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Der 56-jährige ist Portfoliomanager bei Union Investment. Quelle: Union Investment
Michael Muders

Der 56-jährige ist Portfoliomanager bei Union Investment.

(Foto: Union Investment)

FrankfurtMichael Muders hat schon viele Börsengänge erlebt. Für den 56-jährigen Portfoliomanager und Herrn über Fonds im Gesamtvolumen von 4,5 Milliarden Euro bei Union Investment müssen Qualität und Preis der neuen Aktien stimmen. Sonst lässt er lieber die Finger davon.

Herr Muders, im Januar und Februar haben wir in Deutschland keine Ankündigungen größerer Börsengänge gesehen. Sind die Rahmenbedingungen im Moment denn wirklich so schlecht?
Nun ja, trotz der kräftigen Erholung der Aktienkurse bleibt das Umfeld derzeit schwierig. Die Risiken sind nicht geringer geworden.

Was meinen Sie genau?
Denken Sie nur an die handelspolitischen Spannungen zwischen Washington und Peking oder an den angekündigten Austritt Großbritanniens aus der EU, den Brexit. Und die Zölle auf deutsche Autoexporte in die USA sind auch noch nicht vom Tisch. Bei allen drei Themen gibt es keine Klarheit, was die Investoren abschreckt.

Hohe Kursschwankungen gelten als hinderlich für Börsengänge. Hier zeichnet sich aber eine Entspannung ab, das sollte sich doch positiv auswirken.
Ja, aber das allein ist nicht entscheidend. Wir schauen uns stets die Geschäftsmodelle und das Management an. Dann entscheiden wir als Fondsgesellschaft, ob wir an einem sogenannten Initial Public Offering, abgekürzt IPO, teilnehmen.

Gibt es denn vor Ostern überhaupt noch Zeit, um mit einem Unternehmen auf das Börsenparkett zu gehen?
Der Zeithorizont ist für uns bei einem IPO kein entscheidendes Kriterium.

Die Nutzfahrzeugsparte von VW, unter dem Kunstnamen Traton bekannt, könnte ein Zeitfenster nutzen. Eine letzte Möglichkeit vor der Sommerpause wäre zwischen der nächsten Abstimmung über den Brexit im Londoner Parlament am 12. März und dem 18. März.

Ja, aber ein ganz klares Bekenntnis zum IPO hat es vom VW-Management in Wolfsburg noch nicht gegeben. Andererseits gab es dazu Informationen auf dem Kapitalmarkttag von VW vergangenes Jahr, Traton ist also kein unbeschriebenes Blatt bei den Investoren. Deshalb könnte man hier kurzfristig starten.

Traton könnte vier bis sechs Milliarden Euro erlösen. Muss man da nicht dabei sein als deutsche Fondsgesellschaft?
Nein, das Volumen ist nicht ausschlaggebend. Als sogenannte Stockpicker, die Aktien nach ihrer Attraktivität auswählen, schauen wir wie gesagt auf das Geschäftsmodell und die Zukunftsperspektiven. Der Markt ist skeptisch, weil viele glauben, dass der Nutzfahrzeug-Absatz bereits auf dem Höhepunkt ist. Und die Herausforderungen heißen auch hier autonomes Fahren und E-Mobilität.

Sind Abspaltungen nicht generell attraktiv, wie man etwa bei Siemens Healthineers, der Medizintechniktochter aus dem Siemens-Konzern, gesehen hat?
Nicht generell, aber bei Volkswagen oder auch Daimler wäre eine Abspaltung gut, weil der Wert der Truck-Sparte nicht widergespiegelt wird im Aktienkurs der Konzerne. Aber man muss auch die Unterschiede herausstellen: Siemens Healthineers ist ein defensiver Wert, der Nutzfahrzeug-Hersteller Traton hängt an der Konjunktur.

Wird man bei Traton einen deutlichen Abschlag auf den fairen Wert sehen, damit die Emission ein Erfolg wird?
Der Risikoappetit der Investoren ist eher verhalten. Ein spürbarer Abschlag macht es bei IPOs natürlich leichter, die professionellen Anleger zu überzeugen. Der Ausgabepreis muss die Unsicherheiten reflektieren. Zehn bis 20 Prozent Nachlass sind bei Börsengängen üblich.

Herr Muders, vielen Dank für das Gespräch.

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