Interview mit Ulrich Kater „Der Dax wird die 8.000er-Marke überschreiten“

Das Ende der Krise ist noch nicht erreicht, ist Ulrich Kater überzeugt. Trotzdem sieht der Chefvolkswirt der Deka-Bank gute Chancen für Anleger. Nicht nur der Dax könnte weiter durchstarten.
24 Kommentare
Ulrich Kater ist Chefvolkswirt der Dekabank. Quelle: Bert Bostelmann/bildfolio für Handelsblatt
Ulrich Kater

Ulrich Kater ist Chefvolkswirt der Dekabank.

(Foto: Bert Bostelmann/bildfolio für Handelsblatt)

Herr Kater, alles sehnt sich nach dem Ende der Krise. Sind wir wirklich durch?
Vorsicht! Wir sind einen guten Schritt bei der Bewältigung der Krise vorangekommen, aber das Ende ist sicherlich noch nicht erreicht. Die Finanzkrise ist jetzt eingedämmt und damit auch die wichtigsten Panik-Faktoren. Für die gesamte Bewältigung der Krise dürfte man in etwa zehn Jahre brauchen. Fünf Jahre sind vorüber, also haben wir immerhin schon einmal die Hälfte des Weges hinter uns gebracht. Man kann dabei auch die Politik loben: Mit ihren Eingriffen hat sie es geschafft, eine Wiederholung der Abwärtsspirale aus den 30er-Jahren zu verhindern.

Die Banken sind für Sie das eigentliche Problem?
Unser Finanzsystem ist weiterhin überschuldet, darum dreht sich alles. Zudem gibt es kein klares Bild darüber, wie gut oder schlecht die Qualität der Kreditbestände bei den Banken ist. Wir stehen unverändert vor der Aufgabe, dass die Explosion der Kreditvergabe seit den 70er-Jahren korrigiert werden muss.

Aber wie wollen Sie das erreichen?
Nachdem zu freie Märkte im Finanzbereich zu große Nebenwirkungen anrichten, bleibt hier nur die Regulierung. Klare Grenzen schaffen neues Vertrauen, das wir auf den Finanzmärkten so dringend brauchen. Die Banken werden davon in erster Linie betroffen sein, die Welt der Kreditinstitute wird deshalb komplett umgekrempelt. Sogar die ansonsten sehr Banken-freundlichen Briten setzen jetzt harte Regeln durch.

Für Sie ist der Euro demnach nur eine Randerscheinung in der Finanzkrise?
Ich würde den Euro als ein Baustein der Krise sehen, weil er den Südländern in der EU eine hohe Verschuldung erlaubt hat. Aber letztlich war der Euro nur eine Art Begleiter. Es gibt noch eine ganze Reihe anderer Faktoren, die zur Finanzkrise geführt haben.

Was genau?
Die Deregulierung der Finanzsysteme ist sicherlich zu weit gegangen. Dann haben die Zentralbanken mit ihren niedrigen Zinsen auch einen großen Beitrag geleistet. Schließlich ist dann noch die systemische Aufsicht über die Bankenwelt verlorengegangen.

2012 war ein Wende-Jahr in der Krise
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

24 Kommentare zu "Interview mit Ulrich Kater: „Der Dax wird die 8.000er-Marke überschreiten“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Danke für Ihre Berichtigung und den Informationen. Zeigt es doch wieder einmal dass die Medien händeringend versuchen schön Wetter zu machen und die Menschen in dem Glauben zu wiegen dass alles besstens ist. Hat freilich mit der Realität herzlich wenig zu tun.

  • Der DAX wurde schon immer Dividenden indiziert berechnet.Das meiste Geld der deutschen Kleinsparer,sofern überhaupt noch an der Börse engagiert, liegt aber in Aktienfonds und die wenigsten dieser Fonds können ihren Vergleichsindex über die Zeit outperformen.Richtig ist deshalb die Meinung eines anderen Mitforisten, z.B. bei einer DAX-indizierten Fondsanlage( als Einmalanlage zu verstehen) seit dem z.B. dem Jahre 2000, die Inflationsrate,den Ausgabeaufschlag,die Depotkosten sowie Management- und Verwaltungsgebühren in die Berechnung der Performance einzubeziehen und diese einer risikolosen Gelanlage mit langer Laufzeit im gleichen Zeitraum gegenüber zu stellen(Sharpe-Ratio).Für diese gab es übrigends im Jahre 2000 zwischen 6-8 Prozent per anno,je nach Gusto.
    Daraus ergibt sich bei einer Anlagesumme von 8000 Euro(entspricht in etwa den DAX Punkten im März des Jahres 2000)bei 13 Jahren Laufzeit und 6 % Zins und dem ensprechendem Zineszins den Betrag von 17063 Euro.
    Dieses Ergebnis einer risikolosen Geldanlage, zum Beispiel einer Landesschuldverschreibung des Bundeslandes Hessen Laufzeit bis 2014, übrigends zu Recht mit Tripple A bewertet ,ist nun dem heutigen DAX stand von 7630 Punkten entgegen zu stellen.Allerdings müssen bei einer Aktienfondsanlage ja noch oben erwähnte Kosten ihre Berücksichtigung finden.

  • @azaziel

    Sie sehen vieles richtig, aber nein, "Sparen" führt nicht in die Depression, Sparen ist eine Konsequenz der Depression bzw. des vorhergehenden Booms. Also genau umgekehrt, es ist die notwendige Folge.
    In der Depression werden nämlich die während des vorhergehenden Booms gemachten Fehlinvestitionen von Kapital (nicht mit Fiatgeld verwechseln!) realisiert, dh. "bezahlt". Kapital wurde vernichtet (z.B. man schaue sich die Bauruinen eines Immobilienbooms an) und dieses muß jetzt "verbucht" werden, jemand muß die Verluste tragen und für die Sünden büßen, dh. sparen. Die Frage ist: wer?

    Leider ist in unserem inzwischen komplett verlotterterten Finanz- und Wirtschaftssystem (von der Politik gar nicht zu reden), das mit Marktwirtschaft nichts zu tun hat, es nicht notwendigerweise der Schuldige an den Fehlinvestitionen, der am Ende das vernichtete Kapital wieder hereinsparen muß. Wie wir die letzten Jahre gesehen haben, werden vielmehr alle Register gezogen, um diese Last vorwiegend auf die kleinen Steuerzahler und Sparer "umzuverteilen".

  • Die Produkte eines Unternehmens kann man auch als Ersatz des Gelddruckens verstehen. Der Tausch gegen Geld wird bald nur noch eine extrem kurze Zwischenstation sein auf dem Wege des Rohstoffeinkaufs.

    Die Preise bei Rohstoffen zeigen auch genau, dass das System irgendwo hängt und die Lager schon gefüllt sein müssen. Mal schauen wie lange das dauert bis jemand den Grund rausposaunt und den Politikern die Hosen runter lässt. Das lässt auch gleich den Markenquatsch als wackliges Kartenhaus erkennen.

  • Solange die Stimmung in Foren wie dem Handelsblatt noch so negativ gegenüber Aktien ist, kann man getrost investiert bleiben (Plain Vanilla), lässt die Gewinne seit dem technischen Kaufsignal im Sommer 2012 und dem Nachlader für Spätzünder im November weiter laufen, und hat lediglich seine Stopp-Marken/Kurse im Auge.

  • Die Politik ist entweder nicht fähig oder nicht willens den Ernst der Lage glaubhaft zu transportieren und Lösungen anzubieten. Ich denke es ist eine Mischung aus beidem. Das Fiat-Money-System kommt langsam an seine Grenzen, die zunehmenden Regierungseingriffe (sei es indirekt durch Notenbanken oder direkt durch Regierungseingriffe) führen zu immer weiteren Fehlinvestitionen und somit Schieflagen. Immer mehr Kredit wird benötigt, der Output steigt jedoch nicht mehr nennenswert. Das System befindet sich meiner Meinung nach bereits im Endspielmodus und es ist nur eine Frage der Zeit, wenn das "Werkl" den Geist aufgibt. Wenn die Menschen das Vertrauen ins Geldsystem verlieren, dann gibts zunächst einen Inflationsschub (den man offiziell kleinrechnen wird), bevor eine Depression um sich greifen wird. Wer in diesem Umfeld staatliche Veranlagungen hält (Bonds, Cash), dem ist nicht zu helfen bzw. der kann sich auch gleich selbst enteignen. Und ob der DAX auf 20.000 gehen kann: Natürlich - es ist alles eine Frage der Inflationierung. Ein Blick auf die Kursentwicklung der internationalen Börsen seit Entkopplung des Geldsystems vom Wirtschaftssystem in den 70ern spricht doch Bände. Bis zum finalen Kollaps wird sich an diesem Schauspiel nichts ändern.

    http://www.tutr.eu

  • Teil III
    Wir sind in der größten Finanzblase aller Zeiten
    Steve Keen: “Rund 80% der Tarp-Gelder, die dazu gedacht waren, die Wirtschaft zu beleben, gingen direkt in Spekulationen an den Aktienmärkten. Alleine deswegen sind die Aktienkurse so stark gestiegen. Wenn wir künftig zurückblicken, werden wir sehen, dass wir uns in der größten Finanzblase aller Zeiten befinden. Ein Grund dafür ist der Bankensektor, der völlig außer Kontrolle geraten ist“.

    Nur ein Reset im Finanzbetrugssystems, einem Trennbankensystem und in Europa die Rückabwicklung des € können die westl. Ind.staaten vor dem Chaos bewahren, vor einem jahrzehntelangem Siechtum mit inneren Unruhen und Bürgerkriegen.

    http://siggi40.de/geld-ii/

    Schachtschneider: Der Euro führt zwangsläufig ins Verderben, die Politik vertritt nicht mehr die Interessen der Bürger sondern verbeugt sich vor den internationalen Finanzmächten. Es ist daher Zeit für Widerstand.

    €-zone vor dem großen Knall
    Die Eurozone pendelt zwischen Depression und Rezession, die hohe gesamtwirtschaftliche Verschuldung ist so nicht mehr tragbar. Das Platzen einer gigantischen Kreditblase wird immer unausweichlicher.

    Jetzt seine Ersparnisse und sein Vermögen sicher und günstig in Rohstoffe und Edelmetalle umschichten, zum Werterhalt und nach dem großen Crash, von dem wir nicht mehr allzu weit entfernt sind, Aktien kaufen zu einem Bruchteil der derzeitigen Kosten von Firmen, die den Crash überlebt, bzw. umfirmiert haben.So wird da ein Schuh daraus.

    ANGST VOR INFLATION. China und Russland im Goldrausch
    Der Goldpreis gibt wieder Anlass zu Spekulationen: China, Russland und andere Schwellenländer decken sich im großen Stil mit dem gelben Metall ein. Offenbar fürchten sie die fortschreitende Entwertung von Papiergeld.

    Krisen-Angst: Zentralbanken kaufen im großen Stil Gold
    Im 4.Quartal 2012 lag die Goldnachfrage mit 1.195 Tonnen ca 4% höher als im Vorjahresquartal. Die Zentralbanken kauften 2012 so viel Gold wie seit 1964 nicht mehr.

  • Teil II
    Faber ist sicher, dass eines Tages das ganze globale Finanzsystem auf null gesetzt wird. Für einen allfälligen Neustart des Systems sorgen werden aber nicht Notenbanken, sondern implodierende Währungs-, Kredit- oder Aktienmärkte.
    In der Eurozone lassen sich die Konturen von Fabers düsteren Prognosen schon heute erkennen: Je länger der Euro existiert, umso höher werden seine Beerdigungskosten. Das irrwitzige Experiment, den Euro um jeden Preis erhalten zu wollen, schickt die Peripheriestaaten auf direktem Weg in die dritte Welt.

    Bafin: Schuldenkrise und Bankenkrise sind bei weitem nicht gelöst
    Der Chef der deutschen Finanzaufsicht Röseler sieht keinen Ausweg aus der Schuldenkrise. Er sagt, dass die Staatsschuldenkrise trotz aller Liquidität nicht gelöst ist. Die Staaten Europas hätten noch nicht einmal eine Strategie, wie sie ihre Schulden verringern sollen.

    Der Baltic-Dry-Index,
    ein Frühindikator für die Weltwirtschaft, am 28.11.2012 noch 1.104 Punkte. Seitdem wieder im freien Fall. Am 21.12.2012 nur noch 700 Punkte, ein Minus von 36% innerhalb von 3 Wochen!! (1 Jahr Chart / 5 Jahre Chart)
    Am 20.Mai 2008 mit 11.793 Punkten sein Allzeithoch, am 03.02.2012 sein Allzeittief mit 653 Punkte, das sind 6,38% von 2008.

    Für Franz Hörmann, Professor an der Wirtschaftsuniversität in Wien, ist die Zeit der Banken und des Geldes vorbei. Ein Paradigmenwechsel sowohl in den Wirtschaftswissenschaften, als auch in gesamtgesellschaftlicher Hinsicht, ist für ihn unumgänglich. Im Gespräch mit derStandard.at erklärt er, warum wir die Banken getrost ignorieren können, die freien Märkte "Blasenmaschinen zum Missbrauch für die Eliten"sind und noch in den nächsten drei Jahren der Zusammenbruch des gesamten Systems droht. Die Banken sind rund um den Globus pleite. Darum kann man getrost so tun, als ob es sie nicht mehr gäbe.

  • Hehe, gutes Beispiel! :-)
    Und der Liter Bleifrei kostet günstige 65€ inkl. 35% Mwst!

  • Bereits im Jahre 2010 frohlockte Brüderle, dass die Krise endlich vorbei wäre. Jesus hat ihm schon vergeben. Die, die geistig unterbemittelt sind, sind die Kinder im Himmelreich (sinngemäß).

    Jetzt in Aktien investieren – noch schneller sind sie ihr Geld nicht los.
    Die größte Krise der Neuzeit, von der wir gerade mal 5% sehen, die die Große Depression in den 20-ern bei weitem in den Schatten stellen wird, entstanden durch Leben auf Pump, hatten die westl. Ind.länder in den letzten 4 Jahren mit 32,5 Bio. $ NEUER Schulden zu lösen versucht. Wie töricht, wer hat da in der Schule nicht aufgepasst. Sämtliche Konjunkturstrohfeuerpakete sind wirkungslos verpufft, ohne den gewünschten Erfolg, und die Bankster sind immer noch so pleite wie anno 2007.

    Lediglich die Zentralbanken retten die westl. Ind.staaten vor einem schon längst überfälligen Kollaps, dem Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung nach dem Motto: Jedem seine Druckerpresse im Keller, dann geht es wieder aufwärts. Wohin dies führt, davon können unsere Eltern und Großeltern ein Lied singen, als durch die Währungsreformen der gesamte Wohlstand von Generationen vernichtet wurde. Und genau da stehen wir heute!
    Innerhalb der letzten 4 Jahren hat sich die Weltverschuldung von ca. 62 auf über 200 Bio. $ erhöht. Und die Bankster sitzen immer noch auf über 600 Bio. $ absolut wertloser Papierschnipsel, aus den Bilanzen in Schattenbanken ausgelagert, um sie vor dem sofortigem Kollaps zu bewahren. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

    Faber erwartet den großen Crash
    19.11.2012. Der Börsenguru Marc Faber warnt:
    Die Börsen werden einbrechen. Der Weltwirtschaft geht die Puste aus, das globale Finanzsystem werde eines Tages implodieren. Notenbanken und Politik riskierten den Zusammenbruch.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%