Investment Live „Anleger müssen mehr wagen“

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Fragen und Antworten: Wohin mit dem Geld?

Trotz Brexit: Zuversicht im Portfolio

1. Der Brexit ist Realität. Wie sollten Anleger sich aufstellen?

Gabor Steingart: Es wird keinen Crash an den Märkten geben. In Europa werden nicht die Lichter ausgehen. Und ich glaube auch nicht, dass die britische Volkswirtschaft 2019 schlechter dasteht als heute. Großbritannien wird das Offshore-Zentrum der EU.

Ulrich Stephan: Der Brexit wird kommen, das sollten wir akzeptieren. Wir werden uns daran gewöhnen, genau wie die Unternehmen auch. All die Untergangsszenarien, die derzeit kursieren, werden sicher nicht eintreten.

Oliver Plein: Das politische Risiko bleibt im Markt und ist schwer einzuschätzen. Weitere Turbulenzen sind nicht ausgeschlossen. Im November wählen die Amerikaner, im kommenden Jahr dann Deutsche und Franzosen.

2. Wohin steuern die globalen Aktienmärkte im zweiten Halbjahr?

Ulrich Stephan: Das Brexit-Votum hat die Unsicherheit deutlich erhöht: Nach diesem Schreck müssen sich die Märkte erst mal neu auspendeln und ihr Gleichgewicht finden. Das geht nicht von heute auf morgen. Bleiben wir beim Dax, könnte sich ein Einstieg lohnen. Entscheidend für die Börse wird sein, wie sich die Unternehmensgewinne der Dax-Konzerne entwickeln.

Gabor Steingart: Es kann dauern, bis sich der Nebel in Europa lichtet. Die Skepsis, wie es mit der Europäischen Union und Europa weitergeht, ist groß. Vor allem der amerikanische Markt ist momentan der große Gewinner. Der Dollar ist stark, der Euro schwach.

Oliver Plein: Weitere Turbulenzen sind nicht ausgeschlossen. Ich empfehle Sparpläne. Sie disziplinieren ungemein. Außerdem investieren Anleger so antizyklisch. Sind die Kurse hoch, kaufen sie weniger Anteile. Sind sie niedrig, kaufen sie entsprechend mehr Anteile.

Das wurde im ersten Halbjahr aus 100.000 Euro
Platz 20: Aktien Venezuela
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Die Börse in Caracas ist winzig, nur wenige Aktien sind dort notiert und die Umsätze liegen oft bei nur ein paar tausend Dollar pro Tag. Internationale institutionelle Investoren meiden venezolanische Aktien. Die Inflation im Land galoppiert, der Versorgungsmangel eklatant, die Währung Bolivar ist auf Talfahrt. Anleger, die im Januar 100.000 Euro in den IBC-Index investierten, haben so jetzt nur noch 54.320 Euro. Im Vorjahr hatten sich die Kurse noch mehr als vervierfacht.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten.

Platz 19: Aktien China
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Die Wirtschaft in China macht Anlegern seit über einem Jahr Sorgen. Die Börse stürzte entsprechend weiter ab. Der Leitindex CSI 300, der die 300 größten Aktien Festlandschinas erfasst, brach um 15,6  Prozent ein. Da gleichzeitig der Yuan zum Euro leicht abwertete blieben Anlegern von 100.000 Euro nur 80.900 Euro übrig.

 

Schlusstand 30.6.2016,  Angaben ohne Transaktionskosten.

Platz 18: Aktien Euro-Zone
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Der Jahresauftakt an Europas Börsen war schon ein Horror, dann kam noch das Debakel um den Brexit hinzu. Die Folge: Die Aktien in der Euro-Zone notieren tief im Minus. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro in den Leitindex Euro Stoxx 50 investierte, verfügt angesichts des Minus von 12,3 Prozent jetzt nur noch über 87.670 Euro. Am schlimmsten erwischte es dabei Anleger in Italien – der FTSE MIB 100 Index verlor fast ein Viertel seines Wertes.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten.

Platz 17: Britisches Pfund
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Investoren haben die britische Währung nach dem Brexit-Votum regelrecht heruntergeprügelt. Schon vorher litt es deutlich, am Tag nach der Bekanntgabe des Referendums stürzte es dann zum US-Dollar um bis zu knapp 14 Prozent und zum Euro um mehr als acht  Prozent ab. Zur US-Währung liegt das Pfund auf dem niedrigsten Stand seit über 30 Jahren. Zum Euro liegt das Pfund „nur“ auf dem niedrigsten Stand seit rund zwei Jahren. In diesem Jahr wurden aus 100.000 in Pfund angelegten Euro 88.620 Euro.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 16: Aktien Deutschland
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Auch Aktienanleger in Deutschland hat bislang kein schönes Jahr. Gleich zu Beginn des Jahres stürzte der Leitindex Dax ab. Danach erholte er sich zwar – machte die Verluste vom Jahresanfang aber nie ganz wett. Der Brexit-Schock setzte dem Dax dann erneut zu. Aus 100.000 im Dax investierten Euro sind innerhalb von sechs Monaten nur noch 90.110 Euro geworden.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 15: Aktien Schweiz
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Auch die Aktien der Schweiz gingen auf Talfahrt. Der Franken legte dabei zum Euro nur ganz leicht zu. Im vergangenen Jahr hatte er kräftig aufgewertet, nachdem die Schweizerische Nationalbank den Euro-Mindestkurs für den Franken aufgegeben hatte. Von daher machten Anleger mit Franken in diesem Jahr keine Währungsgewinne. Von 100.000 Euro blieben 91.320 Euro übrig.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 14: Aktien Großbritannien
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Das Brexit-Votum hat der britische Leitindex rasch verkraftet.  Der Leitindex „Footsie“ war zwar am 24. Juni heftig eingebrochen, holte die kurzfristigen Verluste dann aber wieder auf. Trotzdem sind Experten skeptisch, da wegen des Ausstiegs Großbritanniens aus der EU eine lange Phase der Ungewissheit droht. Dennoch notiert der Footsie auch auf Halbjahressicht 4,2 Prozent im Plus. Da der Euro jedoch zum Pfund kräftig zulegte, machten Euro-Anleger, die ihre Positionen nicht absicherten, einen Verlust von 8,01 Prozent und hatten bei einer Anlagesumme von 100.000 Euro so nur noch 91.990 Euro auf dem Konto.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

3. Was sollen Anleger kaufen?

Ulrich Stephan: Anleger müssen sich daran gewöhnen, dass es keine Renditen ohne Risiko gibt. Auch das Kostolany-Prinzip - ich lege mein Geld an und lege mich schlafen - funktioniert in diesem Marktumfeld nicht mehr. Ich rate Anlegern, aktiver zu werden, ihre Allokation auch kurzfristig anzupassen und dabei ihr Geld weiterhin möglichst breit zu streuen.

Gabor Steingart: Anleger sollten auf das Thema Digitalisierung setzen. Unternehmen, die hier weit vorne sind, sind die Börsenstars von morgen. Wir sollten die Welt durch die Augen unserer Kinder sehen, dann können wir die künftigen Googles, Facebooks oder Ubers früher erkennen.

Oliver Plein: Bei Dividendentiteln sollten Anleger auf nachhaltige Ausschüttungen setzen, also darauf, dass Unternehmen Jahr für Jahr kontinuierlich zahlen und idealerweise die Dividende steigern. Aktien, die weniger schwanken, sich aber langfristig besser entwickeln als der Gesamtmarkt, können ein Ersatz für Engagements am Rentenmarkt sein.

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