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Investmentausblick der DWS Mit welchen Anlagen sich jetzt noch etwas verdienen lässt

Die DWS sieht vor allem bei Aktien aus den Schwellenländern und nachhaltigen Investments Chancen für Anleger. Anleger müssen aber bescheidener werden.
01.06.2021 - 04:00 Uhr 1 Kommentar
Die DWS wittert bei Aktien aus China besonders große Chancen. Quelle: AP
Kurstafel in Schanghai

Die DWS wittert bei Aktien aus China besonders große Chancen.

(Foto: AP)

Frankfurt Die DWS hat für Anleger eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute Nachricht ist: Trotz hoher Bewertungen erwartet der größte Fondsanbieter für private Anleger am deutschen Markt keinen nachhaltigen Einbruch an den Aktienmärkten. Die schlechte Nachricht ist: In den kommenden zehn Jahren müssen sich Anleger insgesamt auf vergleichsweise niedrige Renditen einstellen.

Das geht aus dem Ausblick hervor, den die Deutsche-Bank-Tochter jetzt vorgestellt hat. Chancen sieht die DWS vor allem bei Aktien aus Schwellenländern, besonders aus China, und bei allem rund um das Thema nachhaltige Geldanlage.

Für Aktien aus den USA und aus Europa erwartet die DWS in den kommenden zwölf Monaten ein Plus von jeweils zwei Prozent. Das wäre noch sehr ordentlich angesichts der Erträge von jeweils rund zwölf Prozent, den der breite US-Aktienindex S&P 500 und sein europäisches Pendant Stoxx Europe 600 seit Jahresanfang gebracht haben.

Allerdings dürften auf Sicht von zehn Jahren US-Aktien nach Einschätzungen der DWS unter dem Strich für Anleger nicht mehr als fünf Prozent pro Jahr bringen. Noch weniger – nämlich vier Prozent – prognostizieren die Strategen langfristig für europäische Aktien. Für die Aktien aus Schwellenländern sind die Erwartungen mit neun Prozent in den kommenden zwölf Monaten und jährlich sechs Prozent in den kommenden zehn Jahren besser.

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    Ganz schlecht sieht es dagegen laut DWS für Staatsanleihen aus, besonders für deutsche Bundesanleihen. Unter dem Strich würden Anleger mit zehnjährigen Bundesanleihen in den kommenden zehn Jahren nichts verdienen. Die Logik dahinter: Die Renditen, die immer noch im Minus liegen, werden langfristig steigen. Im Gegenzug müssen sich Anleger auf Kursverluste einstellen. Etwas mehr Chancen sieht die DWS bei US-Staatsanleihen und bei Unternehmensanleihen.

    Drei Möglichkeiten für eine jährliche Rendite von drei Prozent

    Björn Jesch, der bei der DWS als Leiter des Bereichs Multi Assets für verschiedene Anlagestrategien zuständig ist, hat für Anleger noch andere interessante Berechnungen parat: Vor zehn Jahren, als die Anleiherenditen von Staats- und Unternehmensanleihen weltweit noch bei drei Prozent rentierten, reichte es, ein Portfolio zu 97 Prozent mit Anleihen und zu nur drei Prozent mit Aktien zu bestücken, um eine jährliche Rendite von drei Prozent zu erreichen. Ein solches Portfolio schwankte in der Regel um nur drei Prozent.

    Heute dagegen – bei einer globalen Anleiherendite von im Schnitt nur einem Prozent – müssten Anleger 78 Prozent in Aktien und nur 22 Prozent in Anleihen investieren, um eine Ertragschance von drei Prozent zu kommen. Ein solches traditionelles Portfolio aus Aktien und Anleihen schwankt indes um die elf Prozent.

    In ein „modernes, diversifiziertes Portfolio“ gehören deshalb laut Jesch heute 20 Prozent alternative Anlagen, zu denen zum Beispiel Investitionen in Immobilien in Fonds von Real Investment Trusts (Reits), in Infrastruktur oder auch in Rohstoffe zählen. Mit einem Mix aus 20 Prozent alternativen Anlagen, 54 Prozent Aktien und 26 Prozent Anleihen lässt sich nach Berechnungen der DWS ebenfalls eine Rendite von drei Prozent pro Jahr erzielen – bei einer Schwankungsbreite von neun Prozent.

    Rückschläge bei Schwellenländer-Aktien als Einstiegschance

    Bei Aktien sieht die DWS die größten Chancen in den asiatischen Schwellenländern, vor allem in China. In diesem Jahr hinken die Aktien der Emerging Markets gemessen am MSCI Emerging Market europäischen und amerikanischen Aktien mit einem Plus von nur sechs Prozent zwar hinterher. Der asiatische Schwellenländerindex MSCI Asia gewann mit fünf Prozent noch etwas weniger.

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    Im vergangenen Jahr haben sich die Aktien der asiatischen Schwellenländer aber sehr gut geschlagen, die Länder überwanden wirtschaftlich als Erste die Folgen der Pandemie. Zuletzt belasteten indes Rückschläge bei den Impfungen und die massiv gestiegenen Covid-19-Erkrankungen in Indien die Börsen in den asiatischen Schwellenländern.

    Genau dieser Rückschlag bietet nicht nur nach Einschätzung der DWS Chancen. So sieht auch Esty Dwek, Leiterin der globalen Marktstrategie beim französischen Asset-Manager Natixis Investment Managers, „trotz des temporären Gegenwinds“ langfristig bessere Gewinne der Unternehmen und ein stärkeres Wachstum im Vergleich zu den entwickelten Märkten.

    Die DWS rechnet damit, dass die Unternehmen in den asiatischen Schwellenländern ihre Gewinne in den kommenden zwölf Monaten um 23 Prozent steigern dürften. Bewertet werden die Unternehmen dabei mit dem nur 16-Fachen ihrer für die kommenden zwölf Monate erwarteten Gewinne. Dabei ist nach Einschätzung von Luke Barrs, einem der leitenden Portfoliomanager bei Goldman Sachs Asset Management, entscheidend, dass „die Fundamentaldaten eines Unternehmens in der Regel etwa 85 Prozent der Performance von Schwellenländeraktien über einen Zeitraum von zehn Jahren erklären“.

    Börsen in Schwellenländern günstiger bewertet als in den USA und Europa

    Gerade die Börsen in den USA, die von Rekord zu Rekord eilen, sind aber hoch bewertet. Die DWS geht davon aus, dass die Unternehmen im S&P 500 ihre Gewinne in den kommenden zwölf Monaten um 17 Prozent steigern werden. Damit sind die Gewinnerwartungen deutlich niedriger als für die Unternehmen in den Schwellenländern. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis im S&P 500 ist mit 22 zudem deutlich höher.

    Für europäische Unternehmen erwartet die DWS zwar ein Gewinnwachstum von 23 Prozent – mit einem durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis von 18 Prozent sind die europäischen Aktien aber ebenfalls teurer als die in den USA.

    Eben auch deshalb blickt die DWS in die Emerging Markets und dort nach Asien. Dort finden die Strategen China besonders interessant. Auch das US-Fondshaus Franklin Templeton macht sich für chinesische Aktien stark und betont, dass China inzwischen weltweit führend bei sauberen Technologien wie Elektrofahrzeugen, Batterien, Solarzellen und Windkraftanlagen ist.

    Das beurteilt auch die DWS so und sieht China zudem generell beim Thema Innovation vorn. Sean-Taylor, Chefanlagestratege Asien und Pazifik bei der DWS, hat zur Illustration eine beeindruckende Zahl: 43 Prozent aller weltweit neuen Patentanmeldungen kämen aus China. Die auch unter dem neuen US-Präsidenten Joe Biden anhaltenden politischen Spannungen zwischen den USA und China beunruhigen Taylor kaum. Mögliche Konflikte werden seiner Ansicht nach das Innovationstempo in China noch einmal beschleunigen.

    Nachhaltigkeit spielt auch in China eine große Rolle

    Bei den Innovationen ist das Trendthema Nachhaltigkeit ein zentraler Punkt. Die chinesische Regierung will bis zum Jahr 2060 umgerechnet rund drei Billionen Dollar investieren, um die Wirtschaft der Volksrepublik grüner zu machen. In den USA plant die Regierung bis zum Jahr 2050 Investitionen von zwei Billionen Dollar in die grüne Transformation der Wirtschaft, in der Europäischen Union sind bis 2050 entsprechende Investitionen von einer Billion Euro geplant.

    Im Bereich Nachhaltigkeit allgemein hält die DWS vor allem das Potenzial des Bereichs „Blue Economy“ an den Märkten für unterschätzt. Bei der „Blue Economy“ geht es um den Schutz der Weltmeere – zum Beispiel darum, wie diese vor Verschmutzung geschützt beziehungsweise nachhaltig etwa im Fischfang genutzt werden können.

    Unabhängig von den Trends und den Regionen gibt es aber ein Thema, das Investoren im Auge behalten sollten. Viele Strategen – auch die der DWS – gehen davon aus, dass Spekulationen über ein Zurückfahren der Anleihekäufe der US-Notenbank (Fed) die Aktien- und die Anleihemärkte im zweiten Halbjahr erneut belasten werden. Das hängt auch mit den steigenden Inflationsraten zusammen.

    Stefan Kreuzkamp, Chefanlagestratege der DWS, ist aber überzeugt: „Die Zentralbanken werden eine höhere Inflation noch für längere Zeit tolerieren.“ Die Fed selbst hat sich bereits im August dahingehend geäußert, bei der Europäischen Zentralbank (EZB) gibt es ähnliche Überlegungen. Zinserhöhungen der Fed erwartet die DWS nicht vor Ende 2023. In der Euro-Zone dürfte es noch länger dauern, bis die EZB die Leitzinsen erhöht.

    Mehr: Wie Anleger von den starken Märkten in Taiwan und Südkorea profitieren können

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    1 Kommentar zu "Investmentausblick der DWS: Mit welchen Anlagen sich jetzt noch etwas verdienen lässt "

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    • Da hat sich ja wohl ein Fehler eingeschlichen:

      ... als für die Unternehmen in den Schwellenländern. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis im S&P 500 ist mit 22 zudem deutlich höher.

      Für europäische Unternehmen erwartet die DWS zwar ein Gewinnwachstum von 23 Prozent – mit einem durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis von 18 Prozent sind die europäischen Aktien aber ebenfalls teurer als die in den USA.

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