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Investmentfirma von Warren Buffett Die teuerste Aktie der Welt hat noch Luft nach oben – auch Kleinanleger können profitieren

Eine einzige Aktie von Berkshire Hathaway kostet aktuell 305.000 Dollar. Für Kleinanleger gibt es auch günstigere B-Aktien. Lohnt sich der Kauf?
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Warren Buffett hat immer bevorzugt in den USA investiert. Das könnte ihm nun zugutekommen. Quelle: Reuters
Aktionäre bei der Hauptversammlung von Berkshire Hathaway

Warren Buffett hat immer bevorzugt in den USA investiert. Das könnte ihm nun zugutekommen.

(Foto: Reuters)

New YorkEigentlich ist die Aktie von Star-Investor Warren Buffett eher eine Art aktiv gemanagter Investmentfonds. An der Spitze steht der Chef als Fondsmanager mit einer extrem ruhigen Hand und investiert in die verschiedensten Unternehmen vom Softeis-Hersteller über Versicherungen bis hin zum Smartphone-Konzern Apple. Dabei richtet sich das Anlageprodukt ganz klar an Investoren mit einem sehr langen Horizont.

Tatsächlich handelt es sich bei der Aktie von Berkshire Hathaway um eine Holding, in die auch private Anleger investieren können. Sie können über ihre Papiere von der Erfahrung des Investment-Gurus Buffett profitieren. Wer viel Geld auf der Seite hat, bekommt die A-Aktie derzeit für knapp 305 .000 Dollar.

Diese Aktie hat Buffett noch nie gesplittet, seit sie 1980 zum ersten Mal für 290 Dollar an der New York Stock Exchange gehandelt wurde. Wer damals 1000 Dollar angelegt hat, ist heute Millionär.

Für die nicht ganz so Wohlhabenden hat Buffett schon zehn Jahre nach dem Börsengang eine B-Aktie herausgegeben, die am Freitag für 200 Dollar zu haben war. Nach Ansicht der meisten Analysten bleibt Berkshire Hathaway weiterhin eine solide Anlage.

Auch Thomas Kleber, der bei dem Vermögensverwalter Pecora Capital die aktienbasierte Investmentstrategie leitet, rät vor allem langfristig orientierten Investoren weiterhin zum Kauf der Aktie: „Bei den aktuell luftigen Bewertungen bietet Berkshire Hathaway große absolute und relative Vorteile gegenüber dem normalen Markt und den ETFs“, sagt er.

Die Holding mit Sitz in Omaha im Bundesstaat Nebraska ist ein Konglomerat, zu dem mehr als 80 Unternehmen gehören. Einige gehören Berkshire Hathaway komplett – wie der Privatjetdienst NetJets, die Schnellrestaurantkette Dairy Queen, die zweitgrößte US-Eisenbahngesellschaft BNSF Railway oder der Versicherer Geico.

An anderen Unternehmen hält die Holding große Beteiligungen. So gehören dem Buffett-Imperium fast zehn Prozent an Coca-Cola und an der Bank Wells Fargo, fast 18 Prozent an American Express, knapp sieben Prozent an der Bank of America und fünf Prozent am iPhone-Hersteller Apple.

Immer der gleiche Ansatz

Dabei ist der Ansatz von CEO Buffett und seiner rechten Hand, dem langjährigen Vizepräsidenten Charles Munger, immer der Gleiche: Sie suchen nach Unternehmen, die unterbewertet sind, um dann von ihrer späteren Wertsteigerung und ihren steten Dividenden zu profitieren.

Dabei mischt sich Buffett – anders als Hedgefonds und andere aktivistische Investoren – nicht in das Geschäft der Unternehmen ein. Er erwirbt die Firmen auch nicht, indem er sich den Kauf über die Aufnahme neuer Schulden finanziert, wie es viele Finanzinvestoren machen.

Im vergangenen Jahr machte Berkshire Hathaway bei einem Umsatz von 240 Milliarden Dollar auch dank der jüngsten Steuersenkungen in den USA 45 Milliarden Dollar Gewinn. Damit gehört die Holding zu den 20 größten Unternehmen der USA. Auch das zweite Quartal lief blendend, wie die Beteiligungsgesellschaft am Wochenende mitteilte.

Warren Buffetts lukrativste Geschäfte
Warren Buffett auf Einkaufstour
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Die Beteiligungsgesellschaft von US-Starinvestor Warren Buffett, Berkshire Hathaway, steht vor ihrem bisher größten Zukauf. Mehr als 37,2 Milliarden Dollar will die Investmentgesellschaft für den Industrie-Konzern Precision Castparts zahlen – so viel wie noch nie. Die Investmentfirma des US-Milliardärs Berkshire Hathaway biete 235 Dollar je Aktie, was einem Aufschlag von gut 21 Prozent im Vergleich zum Schlusskurs vor dem Wochenende entspreche, teilte PCC am 10. August mit. Das Unternehmen stellt unter anderem Teile für die Flugzeugbauer Airbus und Boeing sowie für Energiefirmen her und ist an der Börse 26,7 Milliarden Dollar wert. Es ist nicht die einzige Übernahme von Buffetts Firma...

(Foto: Reuters)
Heinz
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Ob Coca-Cola oder Wal-Mart – Warren Buffett investiert gerne in uramerikanische Unternehmen. Im Jahr 2013 hatte Buffett Heinz zusammen mit dem brasilianischen Finanzinvestor 3G übernommen. Der Ketchup-Hersteller und der heimische Rivale Kraft fusionieren auf Betreiben von Buffet zum drittgrößten Lebensmittel-Konzern Nordamerikas. Und das hat sich für den Starinvestor mehr als gelohnt: sein Anteil an Heinz Kraft ist rund 22,5 Milliarden Dollar wert.

(Foto: Reuters)
Burlington Northern Santa Fe
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Es ist der größte Deal, den Warren Buffett bisher gestemmt hat: Für 44 Milliarden Dollar kaufte Berkshire Hathaway den US-Eisenbahn-Konzern Burlington Northern Santa Fe. Nach Buffetts Worten handelte es sich dabei um eine Wette. „Es ist eine Wette auf die wirtschaftliche Zukunft der USA. Ich liebe Wetteinsätze“, sagte er. Der Konzern steigerte seinen Gewinn um fünf Prozent auf 963 Millionen Dollar. Im Jahr 2010 bezahlte Buffett für 77,4 Prozent, die ihm noch fehlten, 26,5 Milliarden Dollar.

(Foto: ap)
General Re
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Für 16 Milliarden Dollar übernahm Buffet 1998 den Rückversicherungskonzern General Re. Bereits vor dem Deal war General Re die größte Rückversicherungsgesellschaft in den USA und machte einen Umsatz von einer Milliarde Dollar.

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Bank of America
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2011 beteiligte sich Warren Buffet an der Bank of America: sein Investmentfonds hatte fünf Milliarden Dollar in die Bank gesteckt. Buffett kaufte 50.000 Vorzugsaktien zu je 100.000 Dollar, die die Bank zu diesem Zwecke extra ausgab. Für diese Aktien zahlt sie eine Dividende von jährlich sechs Prozent. Diese Investition brachte Buffett 280 Millionen Dollar in nur 24 Stunden ein. Der Starinvestor hatte zu der Zeit bereits auf dem Höhepunkt der Finanzkrise sein Vertrauen in das US-Bankensystem demonstriert, in dem er in eine andere Großbank investierte...

(Foto: dpa)
Goldman Sachs
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Nach der Lehman-Pleite hatte Buffett darauf gesetzt, dass die US-Regierung die großen Banken an der Wall Street retten wird. Berkshire Hathaway hatte dem New Yorker Brokerhaus Goldman Sachs im Jahr 2008 fünf Milliarden Dollar geliehen. Die Rechnung ist für Buffett aufgegangen, seit der Finanzkrise sind Goldman-Sachs-Aktien deutlich gestiegen. Heute gehört die Investmentbank zu den Top-10-Aktien im Portfolio von Berkshire Hathaway.

(Foto: dpa)
Lubrizol
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Die Feuerwehr vor Lubrizol in Hamburg: Der US-Spezialchemiehersteller Lubrizol weckte im Jahr 2011 das Kaufinteresse von Starinvestor Buffett. Er investierte 9,2 Milliarden Dollar in das Unternehmen, das seinen Firmensitz in Ohio hat. „Lubrizol ist genau die Art von Unternehmen, mit denen wir gerne zusammenarbeiten – Weltmarktführer bei mehreren Anwendungen, das von einem fähigen Vorstandschef geführt wird“, sagte Buffett damals zu der Übernahme.

(Foto: dpa)

Auch dank des extrem guten Versicherungsgeschäfts ist das operative Ergebnis von Berkshire Hathaway um 67 Prozent auf 6,89 Milliarden Dollar geklettert. Der Nettogewinn verdreifachte sich gegenüber dem Vorjahr sogar auf 7,3 Milliarden. Das lag jedoch vor allem an den neuen Bilanzierungsregeln. Danach müssen auch nicht realisierte Kursgewinne ausgewiesen werden. Buffett warnte daher, dass das Ergebnis irreführend sein könnte.

Innerhalb der letzten zwei Jahre hat die Aktie mit dem Tickersymbol BRK um ein Drittel zugelegt. Den Höchstpunkt erreichte sie bisher im Januar dieses Jahres mit 217,62 Dollar. Am Freitag vor den Quartalsergebnissen notierte die Aktie in New York bei 200 Dollar. Die Analysten von Morgan Stanley und von J.P.Morgan haben ein Kursziel von 210 Dollar. Barclays sieht die Aktie mittelfristig dagegen bei 240 Dollar.

Buffetts Ansatz des „Value Investing“ hat sich also über die Jahre ausgezahlt. Er ist aber auch gleichzeitig das größte Problem für Buffett und seine zwei Dutzend Mitarbeiter. Denn diese finden in diesen Zeiten kaum noch Unternehmen, die wirklich unterbewertet sind. Das hat dazu geführt, dass Berkshire Hathaway heute auf mehr als 100 Milliarden Dollar Cash sitzt und nicht weiß, wohin damit.

Deshalb hat das Management nun beschlossen, die strengen Regeln für Aktienrückkäufe zu lockern. So können sie leichter die eigenen Aktien zurückkaufen und damit vom Markt nehmen.

Umstrittene Aktienrückkäufe

Dieser Ansatz ist umstritten, denn der Rückkauf verknappt zwar das Angebot der Aktien und hilft damit künstlich dem Börsenkurs. Aber das schafft nicht wirklich Werte. Deshalb war Buffett selbst lange ein Gegner davon.

2011 hat er zwar eingelenkt und ein Aktienrückkaufprogramm aufgelegt. Aber das sah bisher klare Grenzen vor: Das Management durfte nur Aktien zurückkaufen, wenn der Preis bei weniger als 20 Prozent über Buchwert liegt. Da das aber bei Berkshire sehr selten vorkommt, wurde diese Regel nun gelockert, und das erklärt auch den jüngsten Kursanstieg.

J.P.-Morgan-Analystin Sarah DeWitt lobte den Schritt. Das viele Cash sei ein „schwerer Klotz für die Gewinne“ gewesen, zumal Buffett und Munger keine attraktiven Investitionen fanden. Die neue Rückkaufpolitik könnte „ein wichtiger positiver Motor“ sein. Sie hat ein Kursziel von 235 Dollar für die B-Aktien, also rund 18 Prozent über dem aktuellen Wert.

Auch angesichts des drohenden Handelskriegs sehen Analysten Berkshire Hathaway gut gewappnet. Buffett hat immer bevorzugt in den USA investiert. Das könnte ihm nun zugutekommen, sagte Analystin Cathy Seifert von CFRA der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Die größten Risiken sieht Kleber vom Vermögensverwalter Pecora Kapital bei den einzelnen Geschäftsfeldern oder Firmen. „Wie auch in der Vergangenheit wird es bei einem 500-Milliarden-Dollar-Konglomerat mit solch vielen Beteiligungen nicht möglich sein, Einzelprobleme auszuschließen“, meint er. Dennoch geht Kleber davon aus, dass die Aktie von Berkshire Hathaway die Entwicklung des S&P 500-Indexes in den nächsten zehn Jahren „mit einer deutlichen Marge übertreffen wird“.

Auch für ein Ableben von Buffett selbst sei das Unternehmen gut vorbereitet und könne sich als Holding-Struktur dank dem hohen Maß an Eigenständigkeit und unabhängigen Geschäftsführern und Managern „weiterhin prächtig entwickeln“. Buffett habe den Firmen von Beginn an viel Entscheidungsspielraum und Flexibilität gewährt. Das zahle sich nun aus.

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