Joachim Llambi im Interview „Das Fernsehgeschäft ist riskanter als die Börse“

Joachim Llambi ist Tanzjuror bei „Let's dance“ und Aktienhändler. Warum er den Börsenhandel trotz des TV-Ruhms nicht aufgibt, wieso Selbstdisziplin für ihn so wichtig ist – und wann eine Aktie von ihm eine „10“ bekommt.
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Ein Tänzchen auf dem Börsenparkett

Herr Llambi, an diesem Freitag startet die neue Staffel der Tanz-Show Let’s dance, wo Sie zum sechsten Mal als Tanzjuror auftreten. Doch Sie sind nicht nur Profi auf dem Tanzparkett, sondern auch auf dem Börsenparkett. Wie passt das zusammen?
Eigentlich passt das ganz gut zusammen, denn an der Börse braucht man viel Disziplin, wenn man mit Zahlen jongliert und auch beim Tanzen braucht man Trainingsdisziplin, ebenso für die Performance bei Let’s dance. Außerdem war hier früher, als ich Ende der 90er auf dem Frankfurter Parkett angefangen habe, auch noch mehr Show und die gibt es auch auf dem Tanzparkett.

Sie sind bei mehreren TV-Sendern engagiert, geben Tanz-Workshops, halten Vorträge, sind im Profi-Tanzsport engagiert, bleibt da eigentlich noch Zeit für den Aktienhandel?
Es bleibt sogar noch eine ganze Menge Zeit, Gott sei Dank. Zwar bin ich nicht mehr hier auf dem Parkett, aber als Selbstständiger verfolge ich das noch sehr intensiv. Täglich an der Börse zu arbeiten, war zeitlich mit meinen anderen Engagements nicht vereinbar. Im Grunde mache ich heute aber fast das Gleiche wie früher, außer dass ich nur noch etwa ein Drittel meiner Arbeitszeit damit verbringe und die Gewinne jetzt in meine eigene Tasche gehen.

Welche Strategie verfolgen Sie beim Aktienhandel, sind Sie ein klassischer Daytrader?
Das kann man so sagen. Ich bin kurzfristig orientiert, mir ist es wichtig, dass am Abend alle Positionen glatt gestellt sind. Allerdings schaue ich nicht allein auf interessante Aktienbewegungen, sondern beschäftige mich auch mit den Unternehmen, die dahinter stehen. Ich kann Entwicklungen nur mitmachen, wenn ich zumindest ungefähr weiß, warum an einem Tag diese Aktien irgendwas machen.

Verbringen Sie den ganzen Tag vor den Bildschirmen oder geben Sie nur morgens Orders ab?
Wenn ich das mache, bin ich auch den ganzen Tag dabei und gehe nicht mal zwischendurch Kaffeetrinken oder Einkaufen. Ich will mich nicht überraschen lassen, was am Abend aus meinen Geschäften geworden ist. Das ist wie bei den Kollegen hier auf dem Börsenparkett, da kann man zwischendurch nur mal auf die Toilette gehen oder etwas zu Essen holen.

Daytrading erscheint vielen Anleger verlockend, so mancher würde das gerne neben dem Job machen. Können sie das empfehlen?
Das ist eine Zeitfrage. Intensiven Aktienhandel kann ich nur betreiben, wenn ich ständig am Ball bin und die Nachrichtenlage verfolge. Ganz wichtig ist auch, dass man dafür nur Geld einsetzt, das man übrig hat. Ich würde zum Traden nie Geld einsetzen, das ich zeitnah brauche. Auch einen Kredit sollt man nie dafür aufnehmen.

„Zwischendurch muss ich auch die Reißleine ziehen“
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9 Kommentare zu "Joachim Llambi im Interview: „Das Fernsehgeschäft ist riskanter als die Börse“"

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  • ich bin der Meinung sie liegen falsch. Sie benötigen mehre Monis und auch die Software dazu,das war schon vor dem CFD-Handel so.

  • Thema Inflationraten
    Diese halte ich seid langem für sehr fragwürgig. Besonders seid Anfang diesen Jahres. +2,1% (Jahr)/ +0,9% (Monat)so die öffentlichen Zahlen. Die realen Zahlen dürften jedoch weit höher liegen,kaum ein normaler haushalt kann die EEG-Umlage von satten 47% kompessieren und auch im Bereich Lebensmittel sind tw. Preissteigerungen von 7-8% von mir registriert worden.
    (scheinbar liegt der Clou darin,das hier langlebige Güter ,die derzeit eine starken Preisverfall unterliegen einfach mit eingerechnet worden-um so das Bild zu verschönenern. Doch wer kauft schon jeden Monat eine Waschmaschine oder Fernsehr,Auto usw. ???
    Ich will damit sagen-die Inflationsraten liegt weit höher ...als derzeit angegeben und so muss der Anlegen wesentlich riskoreicher investieren,als ihm wahrscheinlich lieb ist, um diesen Preisschub abzufangen.

  • Geld ist nur Mittel zum Zweck. Investieren/Daytrading ist nur Mittel zum Zweck. Tanzen kann sowohl Mittel (abnehmen, sozialer Kontakt, Geld verdienen, Selbstdarstellung etc) als auch Zweck (Passion, Selbsterfüllung) sein.

    Traurig und bezeichnend, dass das im Interview auf eine Stufe gestellt wird.

  • Zitat: "Was raten sie verunsicherten Anlegern?
    Man darf nicht jedem Trend hinterherspringen und sich von jeder kleinsten Äußerung von irgendwelchen Staatssekretären verunsichern lassen."

    Ich würde noch ergänzen ...kleinsten Äußerung von irgendwelchen Staatssekretären, Zeitungsredakteuren, Medienvertretern, vermeintlichen/selbsternannten Börsenprofis, Anlageexperten, Fondsmanager, Uni-Professoren, ifo-Institutsmitarbeitern, PR-Abteilungen etc. verunsichern lassen.

    In dem Artikel, der teilweise schön zu lesen ist, wird auch deutlich, dass es letzlich um Glück & Wahrscheinlichkeit geht. Die Wahrscheinlichkeit ist mit manchen Aktien größer als mit anderen. Komplett oder fast gänzlich entkoppelt von fundamentalen Werten.

    Daytrading dient dem egoistisch motivierten Anhäufen von Geldvermögen (wo Gewinner sind, sind genau soviele Verlierer) und keinem substantzerhaltenden Investieren.

  • Die Medien und speziell das Fernsehen sind also der sichere Hafen für ehemalige Börsenhändler (unabhängig von Kompetenz & Erfolg).

    Das sagt eigentlich schon alles.

  • Da liegen Sie aber ganz falsch. Ihnen fehlen weder die Programme noch die Computer. Sie möchten unterschwellig wohl auf den Hochfrequenzhandel anspielen. Davon ist aber im Artikel nicht die Rede gewesen.

    Was glauben Sie wieviele selbstständige Trader es mittlerweile in Deutschland gibt?

  • Llambi's Job ist auch an der Börse nur noch Show fürs TV. Sein Job da besteht im Prinzip aus 3 Trades am Tag und danach ist Burger essen und NTV gucken angesagt.

    Was meinen Sie warum Mr. "DAX" Müller sich auch schon lange einen neuen Job gesucht hat.

  • da hat er Recht, im Fernsehgeschäft gibt es keine Notenbanken, die sich jeden Scheiss ansehen!!

  • leider kann man von einem Börsenprofi dieser Klasse genau so viel lernen, wie man im Alltagsleben etwas von einem Quantenphysiker lernen kann.

    Alleine schon weil uns die erforderlichen Programme und Computer fehlen. Aber es liest sich sehr nett, was in dem Artikel steht. Zumal es schon mal einen Tänzer gab, der mit seiner Methode sehr viel Geld verdient hat.

    Aber gerade schlägt wohl die Vogelgrippe zu.



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