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Junkbond-Marktes Die Rally bei Hochzinsanleihen stößt an Grenzen

Auf dem Junkbond-Markt überwiegen mittlerweile die Nachteile für Anleger. Denn Potenzial für Kursanstiege gibt es kaum noch.
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Die jüngste Entscheidung der US-Notenbank hat die Situation auf dem Anleihemarkt verschärft. Quelle: mauritius images / Mark Summerfield / Alamy
Federal Reserve in Washington

Die jüngste Entscheidung der US-Notenbank hat die Situation auf dem Anleihemarkt verschärft.

(Foto: mauritius images / Mark Summerfield / Alamy)

Frankfurt Im Automobilsektor gibt es sie noch: Hochzinsanleihen, die diesen Namen auch verdienen. Der von Brexit-Sorgen und dem Dieselskandal geplagte britische Autobauer Jaguar lockt aktuell mit rund sieben Prozent pro Jahr. Der Sportwagenhersteller Aston Martin, der jüngst einen 70-Millionen-Pfund-Verlust einräumen musste, wirft neun Prozent pro Jahr ab. Und Tesla, der dauerklamme Elektroautopionier aus Kalifornien, bietet Investoren sogar mehr als 20 Prozent Rendite.

Doch wer sein Geld nicht in Sanierungsfälle investieren will, für den wird es immer schwerer, mit Anleihen noch eine positive Rendite zu erzielen. Die jüngste Entscheidung der US-Notenbank Fed, die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte zu senken, hat die Situation noch verschärft. Das Volumen ausstehender Anleihen mit einer negativen Rendite ist zuletzt auf über 14 Billionen Dollar angeschwollen. Das bedeutet, dass Investoren dafür zahlen, Staaten und Unternehmen Geld zu leihen.

Auf der Suche nach Rendite drängen Investoren in immer riskantere Segmente des Anleihemarkts und treiben auch dort die Kurse, was im Gegenzug die Renditen fallen lässt. Mittlerweile bieten europäische Hochzinsanleihen im Schnitt noch eine Rendite von knapp drei Prozent.

Doch die Kurse in dem Bondsegment haben kaum noch Luft nach oben. Der Grund dafür, dass die Rally bei Hochzinsanleihen an ihre Grenzen stößt und für Anleger deshalb die Risiken überwiegen, findet sich in einer Besonderheit des Marktes: Ein großer Anteil von Hochzinsbonds in den USA und in Europa sieht in den Anleihebedingungen ein Sonderkündigungsrecht vor.

Die Unternehmen können die Papiere vor dem Ende der Laufzeit kündigen, wenn der Kurs der Anleihe einen bestimmten Wert überschreitet. Die Idee dahinter: Wenn die Anleihekurse stark steigen und sich die Finanzierungsbedingungen für die Unternehmen verbessern, erleichtern diese Klauseln eine Umschuldung zu günstigeren Konditionen. Typischerweise kündigen die Unternehmen die Papiere zum nächstmöglichen Termin und begeben eine neue Anleihe mit einem niedrigeren Zinsschein.

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Zu einem gewissen Grad sind diese Klauseln auch im Interesse der Investoren: Sie verhindern, dass die Unternehmen, denen die Investoren Geld leihen, unnötig hohe Zinslasten haben, die womöglich eine Rückzahlung des Bonds erschweren. Doch im derzeitigen Marktumfeld bedeuten die Kündigungsklauseln für Investoren vor allem eines: dass sie nur begrenzt auf weitere Kursgewinne bei Hochzinsanleihen spekulieren können.

Der US-Investmentbank Morgan Stanley zufolge handeln aktuell über 60 Prozent aller ausstehenden Hochzinsanleihen an jenem Schwellenwert, der die Emittenten zur Kündigung berechtigt. Bei Unternehmen mit Zweifach-B-Rating, der höchsten Ratingkategorie, die noch dem Hochzinssegment zugerechnet wird, sind es sogar über 70 Prozent. Zudem sind bei Anleihen mit Zweifach-B-Rating die Kündigungsklauseln besonders verbreitet.

Mehr als 80 Prozent der Papiere können vorzeitig abgelöst werden. Die Morgan-Stanley-Analysten kommen daher zu dem Schluss: „Es gibt begrenztes Aufwärtspotenzial für Anleihen mit Zweifach-B-Rating, aber ein sehr deutliches Abwärtspotenzial, falls es zum Ausverkauf bei Unternehmensanleihen kommt.“

Teures Problem für Investoren

Auch David Zahn, Chefstratege für Euro-Anleihen beim US-Vermögensverwalter Franklin Templeton, bestätigt: „Ein großer Anteil des gesamten Anleiheuniversums handelt am Kündigungspreis.“ Viele Anleihen könnten in den kommenden zwölf bis 18 Monaten abgelöst werden. „Für einige Investoren ist das ein Problem, weil es die Kurse nach oben begrenzt“, sagt Zahn.

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