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Kapitalmärkte Bescheidene Aussichten für Anleger – JP Morgan erwartet mageres zweites Halbjahr

Die US-Bank prognostiziert nach dem guten ersten Halbjahr nur Magerkost für den Rest von 2019. Und selbst diese Hoffnung beruht vor allem auf den Notenbanken.
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Nur Japans Aktien versprechen im zweiten Halbjahr mehr als im ersten. Quelle: AFP
Tokio und der Fuji im Hintergrund

Nur Japans Aktien versprechen im zweiten Halbjahr mehr als im ersten.

(Foto: AFP)

Frankfurt Nur in einer einzigen Anlageklasse erwartet JP Morgan für das zweite Halbjahr 2019 eine bessere Wertentwicklung als im ersten Halbjahr 2019: japanische Aktien, gemessen am Topix-Index. Und da ist der Grund vor allem, dass dieser Markt zuletzt schwach war und somit ein Nachholeffekt eintreten sollte.

In den meisten anderen Bereichen sehen die Experten allenfalls einstellige Renditen, bei den Schwellenländer-Währungen sogar leichte Verluste. „Unsere Erwartungen sind bescheiden, und sie werden vor allem von der abzusehenden Unterstützung durch die Geldpolitik getragen“, sagte Joyce Chang, die Leiterin des Researchs der US-Bank, bei einer Telefonkonferenz.

Für die US-Aktien sieht JP Morgan am Jahresende einen Stand des Index S&P 500 von rund 3000 Punkten voraus. Anders gesagt: Nachdem die Aktien 2019 bisher sehr gut gelaufen sind, kommt praktisch nichts mehr nach. Das sei der wahrscheinlichste Verlauf. Sollte es zu einer Einigung im Handelsstreit kommen, wäre ein Anstieg auf 3200 Punkte denkbar, bei einer Zuspitzung der Auseinandersetzung zwischen den USA und China dagegen ein Einbruch bis auf etwa 2500 Punkte.

Trotz dieser sehr vorsichtigen Einschätzung glaubt die US-Bank, dass sich US-Aktien besser als die europäischen Papiere entwickeln werden, wegen höherer Rückkäufe von Aktien und einer stärkeren Gewinnentwicklung der Unternehmen. Bei den Schwellenländern setzen die Experten auf Länder wie Brasilien, Indien, Indonesien und Thailand – wegen guter Unternehmensgewinne. Außerdem sehen sie dort relativ wenig Risiken durch den Handelsstreit. Für besonders verwundbar durch diesen Streit halten sie dagegen Tech-Werte aus Taiwan. In China setzen sie vor allem auf Aktien von Firmen, die Geschäft überwiegend im Inland machen.

Bruce Kasman, Chef-Ökonom der Bank, erwartet zwar keine Rezession in den kommenden Monaten. Aber er ließ erneut einen gewissen Pessimismus erkennen. „Der Schaden ist schon eingetreten“, sagte er mit Blick auf den Handelsstreit. Die Unternehmen sind seiner Einschätzung nach verunsichert und überlegen, wie sie ihre Lieferketten neu organisieren müssen, um Zöllen aus dem Weg zu gehen. Das hat weltweit zu einem Rückgang an Investitionen geführt.

Kasman befürchtet, dass die Probleme bald den Arbeitsmarkt erreichen und damit die schlechte Stimmung auf die Verbraucher durchschlägt. US-Haushalte, deren Konsum für die Konjunktur weltweit den Ausschlag gibt, werden nach Berechnung der Bank im Durchschnitt jetzt schon mit 600 Dollar pro Jahr durch den Handelsstreit belastet. Wenn sich der Streit aufschaukelt, könnte das auf 1600 Dollar wachsen und wäre damit höher als die geschätzten 1300 Dollar Erleichterung durch die Steuerreform von US-Präsident Donald Trump.

Damit hängt einmal mehr sehr viel an der Geldpolitik. JP Morgan erwartet, dass insgesamt 19 Notenbanken weltweit im zweiten Halbjahr in irgendeiner Weise die Zügel lockern werden, darunter auch die Europäische Zentralbank (EZB). Für die US-Notenbank (Fed) sieht der geldpolitische Experte in Kasmans Team, Michael Feroli, jeweils eine Zinssenkung im Juli und im September um je ein viertel Prozentpunkt voraus. Die Folge dieser Politik dürften sehr niedrige Zinsen im gesamten Markt sein.

Schon jetzt machen Anleihen mit negativen Zinsen 27 Prozent des „Global Aggregate Bond Index“ aus. Im vergangenen Oktober waren es erst zehn Prozent. Die Bank erwartet im Laufe des Jahres Renditen der zweijährigen US-Staatsanleihen von 1,4 Prozent und der zehnjährigen Bonds von 1,75 Prozent.

Weil die US-Zinsen immer noch höher seien als die der meisten anderen großen Länder, sollte der Dollar recht stabil bleiben. Deutschland muss sich auf Dauer mit Minuszinsen anfreunden, wenn die Experten Recht behalten: Sie sehen die zweijährigen Staatspapiere hierzulande bei minus 0,7 und die zehnjährigen bei minus 0,2 Prozent Rendite.

Mehr: Das krisenfeste Depot – Diese Unternehmen schaffen es, auch in unsicheren Börsenzeiten zuverlässige Renditen zu erzielen.

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