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Kolumne Der Brexit ist gut für deutsche Aktien

Die Weltwirtschaft wird die hohen Zölle verkraften. Aktienanleger sollten sich von der Diskussion über die Folgen des Handelsstreit nicht verunsichern lassen.
  • Ken Fisher
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Ken Fisher, Gründer und Chairman der US-Vermögensverwaltung Fisher Investments, schreibt regelmäßig im Handelsblatt. Quelle: privat
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Ken Fisher, Gründer und Chairman der US-Vermögensverwaltung Fisher Investments, schreibt regelmäßig im Handelsblatt.

(Foto: privat)


Wie mit dem Brexit umgehen? Im britischen Parlament herrscht gerade Chaos wegen des November-Deals. Hält er und Großbritannien bleibt in der EU-Zollunion? Oder erweist sich das Gesetz von Kanzlerin Merkel zum Schutz deutscher Finanzverträge vor einem ungeordneten Brexit als vorausschauend? Je schneller der Brexit vonstattengeht, desto schneller ist die Unsicherheit vorüber. Das wird wiederum die deutschen und europäischen Aktien stärken – ungeachtet des Ausgangs.

Denn Märkte preisen alle gemeinhin bekannten Informationen vorab ein. Gibt es irgendwelche Ergebnisse, die von den Aktien nicht berücksichtigt wurden? Das von der Bank of England viel diskutierte Szenario eines ungeordneten Brexits ist die Summe aller Ängste – ein Einbruch des BIP, hohe Zölle und verstopfte Lieferketten. Weltweit warnen Unternehmen vor Verlagerungen von Produktionsstätten und Büros. Die Aktienkurse spiegeln das schon seit Langem endlos wider. Wer sagt, die Märkte würden den Brexit nicht berücksichtigen, bezeichnet Aktien als sehr ineffizient. Das ist gewagt! Und außerdem generell falsch.

Die Brexit-Unsicherheit belastet Großbritannien und Europa. Im dritten Quartal 2018 gingen die Unternehmensinvestitionen in Großbritannien um 1,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal zurück, der dritte Rückgang in Serie. Eine Umfrage von Deloitte unter britischen CFOs ergab kürzlich, dass nur zwölf Prozent die heutige Situation als eine gute Zeit für Risikobereitschaft betrachten. Das Institut der deutschen Wirtschaft warnte, dass ein No-Deal-Brexit die deutschen Exporte nach Großbritannien um 57 Prozent reduzieren, deutsche Firmen drei Milliarden Euro kosten und den Kfz-Herstellern einen Schlag versetzen würde. 

Die Unsicherheit bremst die Risikobereitschaft. Stellen Sie sich vor, Sie führen einen Automobilhersteller wie BMW, der den Mini in Großbritannien produziert. Lassen Sie die Produktion dort, oder machen Sie eine Mini-Fabrik in der EU auf? Ohne Kenntnis der Regelungen oder Zollfragen ist das unklar. Also entwickeln Sie mehrere Pläne – und warten ab. Der Handel wird nicht aufhören! Aber es ist unklar, wie man der Nachfrage am besten begegnen soll. 

Wenn die Unsicherheit um den Brexit schwindet, endet das Warten. Die Unternehmen setzen ihre Pläne um und investieren wieder langfristig. Selbst wenn die neuen Regelungen nicht ideal sind, sie sind bekannt. Und Unternehmen können sich anpassen.

Lassen Sie uns mit dem Brexit weitermachen, ob es nun schmerzt oder nicht. Was dabei herauskommen wird, ist allemal besser als die Ängste, die von den Märkten vorab eingepreist wurden. Aktien bewegen sich aufgrund von Überraschungen – und die Wahrscheinlichkeit eines negativen Brexit-Schocks ist gering.

Die Anlageempfehlung ist eine Einschätzung des Autors.

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