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Kolumne Die neuen globalen Zölle werden viel weniger Schaden anrichten als befürchtet

Die Weltwirtschaft wird die hohen Zölle verkraften. Aktienanleger sollten sich von der Diskussion über die Folgen des Handelsstreit nicht verunsichern lassen.
  • Ken Fisher
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Ken Fisher, Gründer und Chairman der US-Vermögensverwaltung Fisher Investments, schreibt regelmäßig im Handelsblatt. Quelle: privat
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Ken Fisher, Gründer und Chairman der US-Vermögensverwaltung Fisher Investments, schreibt regelmäßig im Handelsblatt.

(Foto: privat)

Droht der Weltwirtschaft ein Abschwung aufgrund neuer Zölle? Die Bundesregierung senkte die Wachstumsprognose für 2018 bereits deutlich und nannte den Gegenwind beim Handel als Grund. Firmen wie der Windanlagenbauer Siemens Gamesa fürchten aufgrund der Zölle höhere Kosten. Doch für Anleger gilt: Ignorieren Sie dieses Gerede! Messen Sie stattdessen lieber die globale Gesamtwirkung.

Die zentrale Frage ist: Sind die Zölle hoch genug, um die Weltwirtschaft massiv zu schwächen? Aus den Daten geht das nicht hervor. Der Internationale Währungsfonds (IWF) schätzt das globale Sozialprodukt auf 73,7 Billionen Euro und prognostiziert für dieses Jahr ein Wachstum der Weltwirtschaft von 3,7 Prozent (inklusive Inflation).

Um das globale Sozialprodukt merklich zu senken, müssten die Zölle über 2,7 Billionen Euro an Werten vernichten.

Wir rechnen das mal nach: Alle im Jahr 2018 vorgeschlagenen oder eingeführten Zölle gelten für Waren im Wert von 847 Milliarden Euro. Bei einem (hoch angesetzten) Zollsatz von 25 Prozent ergäben sich Zollabgaben von 211,8 Milliarden Euro. Das entspricht gerade einmal 0,29 Prozent des weltweiten Sozialprodukts und 7,8 Prozent des prognostizierten Wachstums – deutlich zu wenig, um eine globale Rezession auszulösen.

Die Schätzung geht davon aus, dass die Unternehmen alle Zölle bezahlen, was freilich nicht passieren wird. Unternehmen umgehen bilaterale Zölle häufig durch Ersatzbestellungen, Schummeleien beim Produktcode oder Transporte über Drittländer.

Europäische Stahlproduzenten zum Beispiel liefern ihren Stahl nicht einfach in die US-Häfen – sie verkaufen ihn häufig an globale Händler. Statt einen Zoll von 15 bis 25 Prozent in Kauf zu nehmen, können sie also an einen Stahlhändler in Südkorea verkaufen, der von den US-Zöllen ausgenommen ist. Dieser exportiert den Stahl dann gegen eine geringe Provision weiter. Schon wird der Zoll umschifft!

Ein anderes Beispiel sind die neuen chinesischen Zölle auf Autos aus den USA. Die meisten in den USA gebauten und nach China verkauften Autos stammen von europäischen Firmen. Diese könnten in Zukunft in Europa gebaute Fahrzeuge nach China verkaufen – und die in Amerika gebauten nach Europa verfrachten. Erneut fallen keine Zölle an!

Der Welthandel läuft derweil weiter: Die deutschen Exporte steigen kräftig. Außerdem machen Dienstleistungen 69 Prozent der deutschen Produktion aus – und diese sind gegenüber Zöllen weitgehend immun. Am Ende steht bei der Diskussion über die Zölle und ihre Folgen auf den Welthandel also das Fazit: viel Lärm um Nichts. Anleger sollten jetzt kaufen, bevor andere Investoren das realisieren.

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