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Kolumne Um den Bullenmarkt muss man sich keine Sorgen machen

Aktienmärkte gehen nicht an Altersschwäche zugrunde. Sie enden, wenn Erwartungen die Realität übertreffen. Doch von Euphorie kann aktuell keine Rede sein.
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Ken Fisher, Gründer und Chairman der US-Vermögensverwaltung Fisher Investments, schreibt regelmäßig im Handelsblatt. Quelle: privat
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Ken Fisher, Gründer und Chairman der US-Vermögensverwaltung Fisher Investments, schreibt regelmäßig im Handelsblatt.

(Foto: privat)

Im Januar sprach ich von dem zu erwartenden v-förmigen Anstieg der Aktien, hinein in ein erfreuliches Jahr 2019. Zwei Monate später sind wir bereits mittendrin. Nach dem Dezembertief erholten sich die Aktienmärkte im Verlauf des Februars weltweit um 16,3 Prozent. Der Deutsche Aktienindex (Dax) kletterte um 10,9 Prozent. Nun fragen sich viele, wohin sich die Aktien jetzt bei einer etwas verlangsamten Entwicklung wohl bewegen. Die kurze Antwort: nach oben. 

Der längste globale Bullenmarkt der Geschichte feierte am 9. März seinen zehnten Geburtstag. Die wenigsten glauben, dass er noch eine Strecke vor sich hat. Viele gehen von einem Abschwung aus. Sie sehen einen alten Bullen, der zu müde ist, um vermeintlichen Negativentwicklungen etwas entgegensetzen zu können.

Zwischen Sorge und Euphorie

Bullenmärkte gehen jedoch nicht an Altersschwäche zugrunde. Sie enden, wenn euphorische Erwartungen die Realität übertreffen oder wenn billionenschwere böse Überraschungen die Welt treffen. Bullenmärkte hangeln sich an der „Wall of Worry“, der Mauer der Sorgen, aufwärts, wie man in Amerika sagt. Nach oben hin nehmen die Sorgen ab, und ganz oben regiert eine durch vergangene Gewinne beflügelte Euphorie.

Dort herrschen hochfliegende Erwartungen, die leicht enttäuscht werden können, sodass der Absturz droht. Es gibt jedoch aktuell nirgends eine Euphorie. Ich sehe auf der anderen Seite auch keine harten Schläge für die Märkte. Die aktuellen Sorgen sind übertrieben.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) Ende 2018 mit 75,5 Billionen Euro beziffert. Selbst nach der Herabstufung im Januar geht er von 3,5 Prozent oder 2,6 Billionen Euro Wachstum für 2019 aus. Was ist mit der Abschwächung in China?

Langsameres Wachstum sorgt dort nicht für Abzüge beim BIP, es fügt nur weniger hinzu als gewohnt. Dasselbe gilt für die Euro-Zone, auch wenn neuere Daten belegen, dass vor allem die deutschen Autobauer das Wachstum bremsen. Dem könnten eine Erholung und eine erneute Beschleunigung folgen.

Was ist mit Zöllen? Wie ich bereits am 21. November schrieb, machen sie im schlimmsten Fall etwa 0,3 Prozent des BIP aus – wenn alle Drohungen wahr werden. Das setzt voraus, dass US-Präsident Donald Trump und China keine Einigung erzielen. Diese Probleme sind aber so bekannt, dass der IWF seine schwächere Prognose bereits darauf aufgebaut hat. Auch hier sind keine überraschenden Schläge zu erwarten. 

Wir hegen unbegründete Befürchtungen, die weiteres Futter für den Bullen bedeuten. Denn pessimistische Erwartungen sind leicht zu übertreffen, was die Stimmung und damit die Aktien steigen lässt. Dieser häufig verkannte Treibstoff hat den meist gehassten, längsten Bullenmarkt aller Zeiten schon ein Jahrzehnt lang angetrieben. 

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