KPMG-Studie Deutsche Start-ups bleiben höchst attraktiv für Wagniskapital

Weltweit fließt immer mehr Wagniskapital in Start-ups. Davon profitieren aber in erster Linie die bereits etablierten Jungunternehmer.
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Die Direktbank nahm in der letzten Finanzierungsrunde 160 Millionen Dollar ein. Quelle: dpa
Mitarbeiter des Start-ups N26

Die Direktbank nahm in der letzten Finanzierungsrunde 160 Millionen Dollar ein.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer Markt für Risikokapital läuft heiß. Weltweit haben Venture-Capital-Gesellschaften im ersten Quartal 2018 gut 49 Milliarden Dollar investiert – und damit sämtliche Quartale des Vorjahres übertroffen. Gegenüber der direkten Vergleichszeit verdoppelte sich die Summe nahezu.

Auffallend ist: Ein Großteil der Summe fließt in Mega-Deals und in die Schaffung von Einhörnern – damit sind Geschäftsmodelle gemeint, die mit mindestens einer Milliarde Dollar bewertet werden. In Frühphasen halten sich die Geldgeber hingegen immer mehr zurück, wie aus einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hervorgeht.

Im besagten Zeitraum gingen fünf Finanzierungen locker über die Marke von einer Milliarde Dollar hinaus. Der Fahrdienstvermittler Grab erhielt in einer Finanzierungsrunde sogar 2,5 Milliarden Dollar. Ein wesentlicher Treiber der großen Deals war die Schaffung des 100 Milliarden Dollar schweren Vision Funds durch den japanischen Wachstumsfinanzierer Softbank.

Mit Risikokapital – auch Wagniskapital oder Venture-Capital – werden hoffnungsvolle Jungunternehmen von externen Geldgebern finanziert. Bei der außerbörslichen Finanzspritze bleibt selbstverständlich das Verlustrisiko bestehen.

Deutschland bleibt für Investoren dabei ein prominentes Spielfeld. Der Online-Einzelhändler Auto1 beispielsweise sackte 561 Millionen Dollar ein, die Biotechnologiefirma BioNTech 270 Millionen Dollar. Gemeinsam mit N26 (Direktbank, 160 Millionen Dollar), der Solaris Bank (Fintech, 70 Millionen Dollar) und der Frontier Car Group (Autohändler, 63,7 Millionen Dollar) konnte Deutschland sogar fünf der zehn größten Deals in Europa für sich verbuchen.

Besonders gefragt waren auch Geschäftsmodelle aus den Bereichen computergestützter Wahrnehmung (Augmented Reality) oder im Computer erzeugter Realität (Virtual Reality). Auch die Blockchain-Technologie zur effizienten Datenverarbeitung lockte die Geldgeber an wie nie.

„Die Anwendungsfälle reichen inzwischen weit über den Zahlungsverkehr und Kryptowährungen hinaus“, sagt KPMG-Partner Tim Dümichen. „Immer mehr Unternehmen machen sich Gedanken darüber, wie sie die Blockchain-Technologie geschickt in die DNA ihres Geschäftsmodells und die gesamte Wertschöpfungskette integrieren können.“

Auch die europäische Politik will Wagnisfinanzierungen fördern. Am Dienstag hatte die Europäische Kommission ein neues Programm für Risikokapital gestartet. Der Branchenverband Invest Europe begrüßte die Initiative, die sechs neue paneuropäische Dachfonds umfasst, für die von der EU insgesamt 410 Millionen Euro bereitgestellt werden.

Damit sollen Milliarden an neuen Investments durch private Geldgeber angestoßen werden. Ein großer Schritt für Investitionen in europäische Innovationen werde jetzt Realität, sagte Michael Collins, der Chef von Invest Europe.

Gegen den globalen Trend gingen die Venture-Capital-Investments in Europa nach dem Rekord im vierten Quartal des vergangenen Jahres leicht zurück. Besonders im Fokus standen Fintech-Unternehmen. Die Atom Bank etwa konnte laut KPMG im ersten Quartal 206 Millionen Dollar für die weitere Expansion einstreichen.

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