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Kursverluste Depotabsicherung: Verluste? Nein, danke!

Um das eigene Depot gegen Kursschwankungen und vor Verlusten abzusichern, bietet die Branche verschiedene Mittel – bis hin zum Rundum-sorglos-Paket.
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Kurse können genauso schnell fallen, wie sie gestiegen sind. Verluste sollten daher abgesichert sein. Quelle: Reuters
Trader vor ihren Bildschirmen

Kurse können genauso schnell fallen, wie sie gestiegen sind. Verluste sollten daher abgesichert sein.

(Foto: Reuters)

FrankfurtNach den rasanten Aktiengewinnen wird manchen Anlegern etwas mulmig. Nach dem Motto: Was schnell hochgeklettert ist, kann auch schnell wieder stürzen. Die Finanzbranche bietet Mittel zur Angstlinderung. Zertifikate können Kursrisiken senken oder ausschalten. Solche Strategien sind immer dann eine Überlegung wert, wenn der Aktionär von den langfristigen Chancen überzeugt ist und seine Titel weiter halten möchte, gleichzeitig aber das Risiko kurzfristiger Rückschläge vermeiden oder begrenzen möchte.

„Das kann auch ein Mittel gegen die psychologischen Fallstricke sein“, sagt Matthias Hüppe von HSBC Deutschland. Seine Erklärung: „Man nimmt gerne Gewinne früh mit, lässt aber die Verluste zu lange laufen.“ Das klassische Absicherungszertifikat ist der Put-Optionsschein. Von einer Bank emittiert, garantiert er am Ende einer bestimmten Laufzeit die Rücknahme eines Basisobjekts zu einem festgelegten Stand, beziehungsweise zahlt die Differenz von Garantiestand und aktuellem Stand aus.

Im einfachsten Fall hat der Anleger ein dem Dax ähnliches Depot, sodass der eigene Aktienbestand annäherungsweise zu einem solchen Zertifikat passt. „Ich kann dann wie bei einer Autoversicherung eine Teil- oder Vollkaskoversicherung abschließen“, erklärt Anouch Wilhelms von der Commerzbank.

Vollkasko bedeutet hier: keine Kursrisiken und damit keine Verluste, aber dafür relativ teuer. Teilkasko bedeutet: Nur ein Teil der Verluste wird im Schadensfall ausgeglichen, hier ist der Selbstbehalt höher. Dafür ist diese Teilabsicherung preiswerter als die erste Variante.

Wilhelms rechnet einige Beispiele vor. Der Aktionär möchte beispielsweise seinen Bestand für ein Jahr gegen jeglichen Kursverlust schützen. Dann kauft er Put-Optionsscheine auf den Dax mit Basispreis 12.000, was in etwa dem aktuellen Indexstand entspricht.

Bei einem angenommenen Depotwert von 100.000 Euro würde er rund 840 Scheine zu je acht Euro erwerben. Die Absicherungskosten beziffert Wilhelms dann auf 6,8 Prozent. „Wenn der Dax tatsächlich fällt, wie weit auch immer, verliere ich zwar die gezahlte Versicherungsprämie in Form des Optionsscheinpreises, aber mehr auch nicht“, sagt Wilhelms.

Vollkasko oder Teilkasko

Bei einer Teilkaskoversicherung wäre das Depot beispielsweise erst unterhalb der Marke von 11.000 abgesichert. Hier wäre allerdings auch die Versicherungsprämie für den Schein mit der tieferen Basis geringer, Im Rechenbeispiel sind es 3,7 Prozent. Bei noch tieferen Basispreisen sinken parallel die Absicherungsniveaus und die Versicherungskosten.

Es gibt Alternativen zur einfachen Absicherung mit diesen Zertifikaten. Wenn Anleger eher mit einer Seitwärtsbewegung rechnen, sind sogenannte Discount-Zertifikate eine Variante. „Hier sichert der Anleger einen begrenzten Rückschlag ab, bekommt aber eine kleine Zusatzrendite, wenn sich der Markt trendlos entwickelt“, sagt Matthias Schölzel von der Deutschen Bank.

Er nennt als Beispiel einen Dax-Discounter mit einem Jahr Laufzeit und Basis 12 000. Der liefert eine maximale Zusatzrendite von sechs Prozent und schaltet Verluste bis zu einem Dax-Fall auf 11.200 Punkte aus. Dafür ist der Käufer von weiteren Steigerungen über die Dax-Basis hinaus ausgeschlossen.

Der richtige Umgang mit den aktuellen Risiken am Aktienmarkt

Grundsätzlich ist es sinnvoll, über Absicherungsstrategien gerade bei einer guten Börsenlage nachzudenken. „Dann sind auch die Prämien preiswerter, sprich die Scheine billiger“, sagt Hüppe. So seien etwa Dax-Puts derzeit mehr als ein Drittel günstiger als zu Jahresbeginn nach den starken Kursrückgängen und entsprechend hohen Zukunftssorgen. Der HSBC-Mann fügt allerdings hinzu: „Eigentlich will man ja gar nicht, dass der Versicherungsfall eintritt.“

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