Marc Faber Ein Crash-Prophet kauft Euro-Aktien

Marc Faber ist bekannt für seine düsteren Prognosen, insbesondere zur Euro-Krise. Vor kurzem empfahl er den Deutschen noch, aus dem Währungsverbund auszutreten. Doch nun kauft er Euro-Aktien. Woher der Sinneswandel?
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Der Investor Marc Faber ist nicht zuletzt wegen seiner "Gloom, Boom & Doom Reports" bekannt. Quelle: picture alliance / dpa

Der Investor Marc Faber ist nicht zuletzt wegen seiner "Gloom, Boom & Doom Reports" bekannt.

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Ausgerechnet Marc Faber kauft derzeit vermehrt europäische Aktien. Einer der großen Euro-Skeptiker. Die Sorge vor einem Zusammenbruch des Euro habe Kaufgelegenheiten eröffnet, sagte er in einem Interview mit Bloomberg TV. Der breite pan-europäische Aktienindex Stoxx Europe 600 hat seit dem 4. Juni um 15 Prozent zugelegt und ist derzeit mit dem 11,6-fachen der Gewinnprognosen bewertet.

Dagegen warnt der prominente Investor vor China. Die Konjunktur dort werde sich “beträchtlich” abschwächen. Die Wachstumsraten der vergangenen zehn Jahre, die bei mehr als zehn Prozent lagen, würden so schnell nicht wieder erreicht, meint Faber. Dabei sehen die Bewertungen auf den ersten Blick gar nicht so schlecht aus. Der Shanghai Composite kommt auf eine Bewertung von 9,6 und der Hang Seng China Enterprises Index auf eine Bewertung des achtfachen der Gewinnprognosen, günstiger als europäische Stoxx. Trotzdem: “Ich würde vor einem Kauf chinesischer Aktien auf die Ergebnisse der Stimulierungspakete warten”, empfiehlt Faber.

Der chinesische Aktienindex Shanghai Composite hat seit seinem bisherigen Jahreshoch am 2. März 13 Prozent verloren und der Hang Seng China Enterprises aus Festlands-chinesischen Titeln, der in Hongkong notiert wird, verlor sogar 16 Prozent. Analysten der Bank of America Corp. hatten, wie zuvor jene der Deutschen Bank AG und von Barclays Plc, ihre Wachstumsprognosen für China gekürzt.
Auch der für China wichtige Exportsektor scheint derzeit das Wachstum wesentlich abzubremsen. Laut Regierungsdaten betrug das Exportwachstum im Juli lediglich ein Prozent, womit eine Bloomberg-Prognose von acht Prozent klar verfehlt wurde. Sowohl im Juni wie im Juli hatten die Zentralbank People's Bank of China den Leitzins gesenkt und seit Jahresbeginn ebenfalls zweimal die Mindestreserveanforderungen reduziert, um der verlangsamten Konjunktur zu begegnen. Im zweiten Quartal war die chinesische Wirtschaft mit 7,6 Prozent überdies so langsam wie seit 2009 nicht mehr gewachsen.

Faber lag bei seinen Prognosen in vielen Fällen richtig. So hatte er am 2. Februar vom Kauf der Aktien des Sozialnetzwerks Facebook abgeraten. Seit dem Börsengang im Mai, dem bislang größten überhaupt, hat der Aktienkurs 43 Prozent verloren.

  • Bloomberg
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18 Kommentare zu "Marc Faber: Ein Crash-Prophet kauft Euro-Aktien"

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  • nein, der hat sich diesen film angesehen und erkannt, von wem wir wirklich regiert werden.

    von goldman sachs.

    http://www.youtube.com/watch?v=IupbE7JBRAw

  • Die Nato hat nicht eingegriffen, weil der Balkan wie jetzt Nordafrika mal anständig ausgeblutet werden sollte. Diese Völker kannst du anders nicht zähmen, zivilisiren, oder geschweige denn in eine Neue Weltordnung integrieren. Von den Afrikanern reden wir mal gar nicht erst, die werden weggeimpft, bis zum Einmarsch der Konzerne! (MadChengi)

  • Bin ja mal gespannt, wie Herr Faber mit der Tatsache umgeht, dass er sich die abgezogene Quellensteuer auf Dividenden aus Italien, Frankreich oder Spanien zurückholen muss :)

  • Der Crash-Prophet kauft Euro-Aktien, zu sehr teuren Preisen, weil er es verschlafen hat sein Geld in Sachwerte zu investieren. Ich perönlich halte sowieso nichts von Analysten oder Propheten, ich verlasse mich lieber aus mein Bauchgefühl und kaufe dann wenn alle verkauft haben und verkaufe wenn alle zum Kauf raten. Die ganzen Analysten wollen doch nur dem Kleinanleger sein Geld. Pfui
    Und was China anbetrifft würde ich jetzt kaufen, wenn die meisten abraten und die Wachstumraten niedrig sind, weil dann bist du von Anfang an dabei. China wird früher oder später sowieso die stärkste Wirtschaftkraft weltweit.


  • HotSix
    Ach ja, da war doch die Kapitalflucht aus Griechenland, Zypern, Spanien, Italien und Portugal. Und dieser ominöse 'Arabische Frühling' in allen Ländern auf afrikanischer Seite.

    1998 - da war doch der Krieg in Jugoslawien mit NATO Intervention. Aktuell noch der Konflikt in Syrien.

    Zufälle gibt's! Oder? Vielleicht hat sich Herr Faber ja informiert...


    @HotSix. Sie sind schlecht informiert.

    Der Krieg in Jugoslawien begann schon 1991/92, also viel zu lange, bevor endlich die NATO Intervention i998 kam.
    Als deutscher Gastarbeiter in Sarajevo wurde ich von der serbischen Armee von Milosevic im April 1992 aus Bosnien vertrieben. Als deutscher Staatangehöriger hatte ich insofern Glück, dass wir mit einer Militärmaschine, die unsere Firma teuer bezahlen musste, über den Militärflughafen Belgrad evakuiert wurden. Da haben wir dann erlebt, wie Tschetniks, also keine regulären Soldaten mit der gleichen Maschine nach Sarajevo geflogen wurden. Wir waren damit unfreiwillig an einem Kriegsverbrechen beteiligt. Wir konnten deshalb nicht verstehen, warum die NATO nicht gleich 1992 eingegriffen hat.

    Sarajevo liegt übrigens vor den Toren Wiens auf der Höhe von Florenz.

  • Faber-Prognose vom 18.8.2011:
    "Ich bin mir absolut sicher. US-Notenbankchef Ben Bernanke wird spätestens im Herbst QE 3 einleiten. Er kann im Prinzip alles kaufen, auch Aktien".
    Schätzungsweise 90 Prozent der Anleger wussten, dass Facebook gehypt war.

  • Makrooekonom: Falsche Überschrift. Im Stoxx Euro 600 sind nicht nur Euro-Aktien versammelt, sondern europäische Aktien. z.B. auch Schweiz, GB, Dänemark. Der Sinn des Artikels erschließt sich dem Leser nicht. Werbung für Faber, Stoxx 600 ???

    Mikrooekonom: Als solcher befasse ich mich mit der Psyche des homo oeconomicus.
    Mein Motto lautet: Die einzige Realität im Markt ist die subjektive Wahrnehmung seiner Teilnehmer.

    Ich bringe jetzt nur einige aktuelle Titelzeilen / Überschriften zusammen



    ESM-Urteil rückt in weite Ferne

    Neue Klage gegen Rettungsschirm stellt Entscheidungstermin infrage

    Ein Crash-Prophet kauft / trotzdem / Euro-Aktien

    Merkel zurück aus Sommerpause
    Die Bundeskanzlerin war aus den eigenen Reihen heraus heftig kritisiert worden.

    Wann_endlich_rollen_ESM-Koepfe
    (HB-Forum: Hier ist die Assoziation von ESM und Rollstuhl interessant)

  • Warum erst die düstere Prognose des Herrn Faber und nun der Sinneswandel?

    Bis heute haben offensichtlich viele Mitbürger, einschließlich Journalisten, noch nicht begriffen, wie das Geschäft von Anlageberatern, Investmentmanagern etc. ertragreich verläuft: nur durch Verkauf und Kauf von Finanzprodukten verdienen diese Damen und Herren, Geld. Genauer gesagt: sie kassieren von den Anlegern Provisionen. Würden die Anleger ihr Geld auf das Sparkonto oder Festgeldkonto anlegen, wären die Anlageberater bzw. Investmentmanager einkommensschwache Mitbürger und viele Sparer würden eine höhere Rendite erzielen, als derzeit mit angeblich ausgetüfelten Produkte.

  • Falsche Überschrift. Im Stoxx Euro 600 sind nicht nur Euro-Aktien versammelt, sondern europäische Aktien. z.B. auch Schweiz, GB, Dänemark. Der Sinn des Artikels erschließt sich dem Leser nicht. Werbung für Faber, Stoxx 600 ???

  • "So hatte er am 2. Februar vom Kauf der Aktien des Sozialnetzwerks Facebook abgeraten" - Wenn das die wichtigste Prognose war...ganz ehrlich, das konnte jeder Vollpfosten vorhersagen.

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