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Marcus Storr Feri-Experte: „Die beste Strategiereaktion von Hedgefonds ist keine Reaktion“

Der Leiter für Alternative Investments des Vermögensverwalters Feri zieht Bilanz. Das schlechte Abschneiden der Hedgefonds hat für ihn zwei Gründe.
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„Die Märkte waren weltweit sehr stark politisch getrieben. Dies ist kurzfristig Gift für fundamentale Strategien. “ Quelle: Feri PR
Marcus Storr

„Die Märkte waren weltweit sehr stark politisch getrieben. Dies ist kurzfristig Gift für fundamentale Strategien.

(Foto: Feri PR)

Herr Storr, warum haben Hedgefonds 2018 so schlecht abgeschnitten?
Ich sehe zwei Gründe. Erstens: Auch Hedgefonds besitzen eine leichte Marktabhängigkeit. Bei teilweise zweistellig gefallenen Aktienmärkten ist ein Wertrückgang von Hedgefonds dementsprechend folgerichtig. Zweitens: Die Märkte waren weltweit sehr stark politisch getrieben. Dies ist kurzfristig Gift für fundamentale Strategien, schafft aber andererseits langfristige Investitionsopportunitäten.

Starke Kursschwankungen sollten Hedgefonds in die Hände spielen. Warum war das diesmal nicht der Fall?
Mit Ausnahme des Februars und des vierten Quartals war die Volatilität nicht hoch, sondern außerordentlich niedrig. Im vierten Quartal kann man auch nicht von einer Kursschwankung, sondern nur von einem Kursverfall sprechen. Dennoch gilt, dass gerade die zum Ende des vierten Quartals des Jahres 2018 getätigten Investitionen langfristig als erfolgversprechend gelten.

Haben Aktivisten, die die Unternehmenspolitik mitbestimmen wollen, ihren Zenit überschritten? Der Hedgefonds-Manager Dan Loeb von Third Point musste 2018 Verluste tragen ...
Nein. David Einhorns Greenlight Capital und Dan Loebs Third Point fahren einen starken „Long Bias“ und eine langfristige Anlagestrategie. Eine gewisse Abhängigkeit vom Aktienmarkt nehmen diese Hedgefonds damit bewusst in Kauf. Insofern ist deren negative Rendite im Jahr 2018 nicht sehr verwunderlich. Gerade aktivistische Strategien sollten nicht auf Monats- oder Jahresbasis, sondern über einen Investmentzyklus von mehreren Jahren bewertet werden.

Wie sollten die Hedgefonds jetzt reagieren?
Die beste Strategiereaktion von Hedgefonds ist keine Reaktion. Wenn eine Strategie langfristig und skalierbar funktioniert, sollte sie auch wegen Renditeschwankungen im Jahr 2018 nicht geändert werden.

Müssen die Kosten gesenkt werden? Wo liegen wir hier derzeit?
In den letzten Jahren sind die Kosten für Hedgefonds im Allgemeinen bereits stark gefallen. Im Durchschnitt verlangen Hedgefonds von ihren Investoren eine Verwaltungsgebühr von knapp über einem Prozent und eine erfolgsabhängige Gebühr von etwa 15 Prozent. Institutionelle Investoren wie Feri können aber noch bessere Konditionen aushandeln.

Was sind die Treiber und Trends im neuen Jahr?
Ein Trend sind klar die Quant-Hedgefonds, die auf Künstliche Intelligenz aufbauen. Neben den politischen Rahmenbedingungen wie Brexit und Inflationserwartungen wird sicher auch wieder die Entwicklung der Faktoren „Value versus Growth“ für viele Strategien im Fokus stehen.

Was sind die Risiken, wo liegen die Chancen im Jahr 2019?
Risiken sind weiterhin irrational politisch getriebene Märkte und weiterer Sand im Getriebe der Wirtschaft und der Märkte durch überbordende Regulierungen.

Welche Performance erwarten die Investoren von Hedgefonds?
Von Hedgefonds mit mehreren Strategien sollten Investoren – je nach Risikobereitschaft – langfristig eine Rendite von zwei bis vier Prozent in Euro und vier bis sechs Prozent in Dollar erwarten.

Vielen Dank für das Gespräch.

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