Milliardärsstudie Geld in Hülle und Fülle

Es gibt mehr Milliardäre auf der Welt als je zuvor, wie das Research-Unternehmen Wealth-X aufzeigt. Die Summe ihres Vermögens ist höher als das Bruttoinlandsprodukt aller Staaten weltweit außer den USA und China.
Junge Menschen besuchen eine Messe für Reiche: Laut dem Research-Unternehmen ist die Zahl der Milliardäre 2015 weltweit um 6,4 Prozent gestiegen. Quelle: dpa
Messe für die Reichen

Junge Menschen besuchen eine Messe für Reiche: Laut dem Research-Unternehmen ist die Zahl der Milliardäre 2015 weltweit um 6,4 Prozent gestiegen.

(Foto: dpa)

New YorkGenau 2473 Dollar-Milliardäre weltweit hat das Research-Unternehmen Wealth-X, soweit das aus öffentlichen Quellen ersichtlich ist, für Ende 2015 gezählt. Das waren 6,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Ihnen gehörten zusammen 7,7 Billionen Dollar, - 5,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Diese Summe ist höher als das Bruttoinlandsprodukt aller Staaten weltweit außer den USA und China.

Mit 1013 gibt es die meisten dieser Super-Reichen in der Region Europa plus Naher Osten und Afrika – die Amerikaner fassen diese Gebiete unter der Abkürzung EMEA zusammen. 782 Super-Reiche zählen die USA, die mit drei Billionen Dollar aber den größten Anteil am Kuchen besitzen. In Fernost, wo die Zahl der Milliardäre am schnellsten wächst, zählte Wealth-X 678 Milliardäre.

Nicht nur in der Politik, im Management und bei den Gehältern haben Frauen Nachholbedarf, sondern auch im Reich der Super-Reichen. Es gibt gut achtmal so viele Milliardäre wie Milliardärinnen. Und bei den neuen Milliardären ist das Übergewicht der Männer noch größer.

Das sind die jüngsten Milliardäre der Welt
Platz 21: Wang Yue, 32
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Mit kleinen Spielen kann man gutes Geld verdienen: Der 32-jährige Unternehmer Wang Yue ist Vorstandsvorsitzender von Kingnet Technology (hier ein Screenshot der Firmenseite) und hat die chinesische Firma zu einem der führenden Anbietern von Online und Mobile Games gemacht. Mit einem Vermögen von 1,1 Milliarden Dollar gehört er laut „Forbes“-Liste zu den jüngsten Milliardären der Welt.

Platz 20: Friederike Braun-Lüdicke, 32
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Die B. Braun Melsungen AG (hier ein Symbolbild) ist einer der weltgrößten Hersteller medizinischer Produkte, und wer in die Familie hinter diesem Betrieb hineingeboren wird, kann offenbar auf ein beträchtliches Vermögen zugreifen: Friederike Braun-Lüdicke ist 32 und die Tochter von Aufsichtsratsmitglied Barbara Braun-Lüdicke. Laut Forbes verfügt die junge Milliardärin über rund 1,4 Milliarden Dollar.

Platz 19: Ryan Graves, 32
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Der Fahrdienst Uber mischt das Taxi-Gewerbe auf und gehört zu den erfolgreichsten Start-ups der letzten Jahre. Ryan Graves war der erste Mitarbeiter, den das Unternehmen anstellte – das hat sich bezahlt gemacht. Heute besitzt der 32-Jährige als „Head of Global Operations“ ein Vermögen von 1,5 Milliarden Dollar.

Platz 18: Caroline Hagen Kjos, 32
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Die 32 Jahre alte Norwegerin Caroline Hagen Kjos hat das Familienunternehmen Canica AS übernommen. Ihr Vermögen beziffert Forbes auf 2,4 Milliarden Dollar.

Platz 17: Tatiana Casiraghi, 32
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Die Milliardärs-Erbin Tatiana Casiraghi heiratete im Jahr 2013 Andrea Casiraghi und wurde damit Teil der Fürsten-Familie von Monaco. Reichtum ist aber nichts Neues für die 32-Jährige, die selbst rund 2,4 Milliarden Dollar besitzt: Ihr Großvater Julio Mario Santo Domingo besaß die kolumbianische Brauerei Cerveceria Bavaria und tauschte diese im Jahr 2005 gegen einen 15-prozentigen Anteil von SAB Miller ein. Als er sechs Jahre später starb, vermachte er sein Vermögen an Tatiana und ihren jüngeren Bruder Julio Mario Santo Domingo III (der später auch noch auf der Liste vorkommt).

Platz 16: Nathan Blecharczyk, 32
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Nathan Blecharczyk ist Mitgründer und Technologie-Chef des Übernachtungsservice Airbnb: Mit 32 Jahren hat er bereits ein Vermögen von 3,3 Milliarden Dollar angehäuft. Im Jahr 2015 unterstützte er die Expansion des Unternehmens nach Kuba. In der Hauptstadt Havanna entstand auch dieses Foto.

Platz 15: Elizabeth Holmes, 32
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Mit einem Vermögen von 3,6 Milliarden Euro ist Elizabeth Holmes die reichste 32-Jährige der Welt – und das ohne groß geerbt zu haben. Ihre Firma Theranos untersucht das Blut von Patienten auf Bakterien und Viren mit einer günstigen Methode. Derzeit hat die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA das Unternehmen jedoch im Visier.

Auffällig ist auch, dass es immer mehr Milliardär gibt, die unternehmerisch tätig sind, statt sich allein auf dem ererbten Finanzpolster auszuruhen. „Sie wollen etwas Eigenes aufbauen, statt sich auf den Lorbeeren ihrer Familien auszuruhen“, heißt es in der Studie. Dafür haben die meisten auch studiert, aber viele nur bis zum Bachelor.

Die Milliardäre sind Familienmenschen. Mehr als 85 Prozent sind verheiratet, unter den Frauen gibt es relativ viele Witwen, unter den Männern kaum Witwer. Die Super-Reichen haben im Schnitt fast drei Kinder, während die Statistik für 2014 erst zwei ausweist.

Der französische Ökonom Thomas Piketty hat in seinem Bestseller „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ die These aufgestellt, dass sich der Reichtum durch Erbschaft und vergleichsweise geringe Kinderzahl in immer weniger Händen sammelt. Die Wealth-X-Studie jedoch zeigt, dass viele Milliardäre relativ viele Kinder haben und die Bedeutung von Erbschaften gegenüber unternehmerischer Tätigkeit eher abnimmt. Außerdem sorgen hin und wieder Scheidungen für die Teilung von Vermögen. Allerdings machen die Milliardäre nur einen kleinen Teil der reichen Bevölkerung aus.

Das sind die reichsten Deutschen
Platz 338: Die Reimann-Geschwister
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Der Chemiker Karl Ludwig Reimann gründeten 1828 ein Chemieunternehmen, das zum Grundstein des Familienvermögens wurde. Heute halten seine Nachfahren, die Geschwister Wolfgang Reimann, Matthias Reimann-Andersen, Stefan Reimann-Andersen und Renate Reimann-Haas über ihre JAB Holding etwa den Kosmetikhersteller Coty, den Luxus-Schuhersteller Jimmy Choo oder die Kaffeekonzerne D.E. Master Blenders („Senseo“) und Keurig Green Mountain. Jeder der vier Reimanns wird auf der Forbes-Liste mit jeweils einem Vermögen von 4,4 Milliarden Dollar bewertet.

Platz 324: Maria-Elisabeth Schaeffler
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Die Unternehmerin ist gemeinsam mit ihrem Sohn Gesellschafterin des Autozulieferers Schaeffler Group, der im vergangenen Herbst an die Börse gegangen ist. Schaefflers Vermögen liegt laut Forbes bei 4,5 Milliarden Dollar.

Platz 324: Theo Müller
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Seine Produkte finden sich in jedem Kühlregal: Theo Müller machte aus einer Dorfmolkerei einen Weltkonzern. Forbes schätzt sein Vermögen auf 4,5 Milliarden Dollar.

Platz 308: Hans Peter Wild
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2014 verkaufte der in der Schweiz lebende Unternehmer seine Anteile an der Familienfirma, dem Aromenhersteller Wild Flavors, an den Landwirtschaftskonzern Archer-Daniels Midland. Sein Vermögen liegt bei 4,7 Milliarden Dollar.

Platz 298: Michael Stoschek
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Mit 23 übernahm der Unternehmer die Führung des Automobilzulieferers Brose, den sein Großvater gegründet hatte. Er baute die Firma zu einem Weltmarktführer aus. Sein Vermögen beträgt 4,8 Milliarden Dollar.

Platz 270: Karl-Heinz Kipp
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Der Deutsch-Schweizer gründete die Massa-Verbrauchermärkte, heute ein Teil des Metro-Konzerns. Dazu gehören ihm mehrere Hotels wie das Tschuggen Grand Hotel in Arosa (Bild), in dem er auch lebt. Forbes schätzt sein Vermögen auf 5 Milliarden Dollar.

Platz 262: Ludwig Merckle
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Nach dem Tod seines Vaters Adolf musste Ludwig Merckle die angeschlagene Unternehmensgruppe aus der Krise führen. Das Pharmaunternehmen Ratiopharm wurde verkauft, es bleiben aber Beteiligungen etwa an Heidelberg Cement. Merckles Vermögen liegt bei 5,1 Milliarden Dollar.

Bei den Hobbies der Superreichen steht die Philanthropie ganz vorne. Hier hat offenbar das Vorbild des Ehepaars Gates mit ihrer Stiftung einiges bewirkt. Dieses Thema beschäftigt 56 Prozent der Milliardäre. Weit abgeschlagen kommen danach Themen, für die sich auch Leute mit weniger Geld interessieren: Reisen, Kunst, Mode, Politik, Wein und Spirituosen und so weiter. Für knapp 15 Prozent steht die Gesundheit ganz weit oben, ähnliche Werte erreichen Autos, etwas dahinter kommt Fußball. Schmuck und Uhren rangieren dagegen unter zehn Prozent. Wer so viel Geld hat, muss es wahrscheinlich nicht herzeigen.

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