Morgan-Stanley-Prognose S&P-500 kann 3000 Punkte knacken

Seit 2009 befinden sich die USA auf einem Wachstumskurs. Davon profitieren auch die Börsen. Der S&P-500 notiert über 2000 Punkten. Laut Morgan Stanley dürfte der Index bis 2020 sogar die 3000-Punkte Marke knacken.
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Der Bildschirm zeigt es: Der S&P-500 befindet sich auf Rekordkurs. Laut Experten von Morgan Stanley dürfte das bis 2020 auch so bleiben. Quelle: AFP

Der Bildschirm zeigt es: Der S&P-500 befindet sich auf Rekordkurs. Laut Experten von Morgan Stanley dürfte das bis 2020 auch so bleiben.

(Foto: AFP)

Die Erholung im breiten US- Aktienindex Standard & Poor's 500 ist nicht vorüber und ein Kurssprung um 50 Prozent bis zum Ende des Jahrzehnts zu erwarten. Diese Haltung hat die Investmentbank Morgan Stanley in einer am Dienstag ausgegebenen Studie vertreten. Deren Kernthese: Die USA befinden sich inmitten einer beispiellos langen Wachstumsphase.

Dabei werde das absolute Wachstum zwar vergleichsweise niedrig bleiben, aber die ungewöhnliche Nachhaltigkeit könnte das Kursbarometer in Richtung 3000 Punkte schieben. Seit Juli 2009 wächst die größte Volkswirtschaft, und dieses Wachstum werde sich noch über fünf Jahre oder mehr fortsetzen.

Dann wäre die längste Erholungsphase aller Zeiten erreicht. Der S&P 500 hatte die abgelaufene Woche bei 2003,37 Punkten auf historisch hohem Niveau beendet. Seit 2009 hat sich der Index nahezu verdreifacht und die Marktkapitalisierung hat mit Stand vom 26. August den Rekordwert von 23,9 Billionen Dollar erreicht.

Das Scheitern der Crash-Propheten
Nouriel Roubini
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Nouriel Roubini

Mit seinen Fehlprognosen etablierte er sich zum Meister des Irrlichterns – und das, obwohl alles ganz vielversprechend angefangen hatte. Durch seine frühzeitigen Warnungen vor einer US-Immobilienblase und ihren Folgen hatte es der Wirtschaftswissenschaftler von der Stern School der New York University weit über den akademischen Bereich hinaus zu Bekanntheit gebracht. 

Unter seinem Beinamen „Dr. Doom“ (Dr. Untergang) zog der in Istanbul geborene Amerikaner durch sämtliche Talkshows. Doch so richtig der Untergangsexperte mit seinem Mahnen bei amerikanischen Hypothekendarlehen lag, so sehr versagte er bei der Einschätzung der Lage im Euro-Raum. Der Kampf der europäischen Währungsunion ums Überleben werde ganz und gar erfolglos sein, tönte „der Mann, der die Finanzkrise vorhersagte“. Pustekuchen: Weder Griechenland noch Portugal verabschiedeten sich aus der Währungsunion, genau so wenig, wie eine Rückkehr Deutschlands zur D-Mark stattfand.

Marc Faber
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Marc Faber

Als König der Crash-Propheten gilt Marc Faber, der regelmäßig spitze Pfeile Richtung Wall Street und Notenbanken schleudert. Im September rief der Schweizer aus: „Die Fed wird die Welt zerstören“. Eine gewagte Prognose – die sich dann als falsch erwies. Trotzdem macht seine scharfe und oft süffisante Kritik den 68-Jährigen zum Sprachrohr vieler, die das derzeitige Wirtschaftssystem als verrottet ansehen.

Erst vor kurzen hat sich Faber erneut geäußert: Er erwartet einen baldigen Einbruch der Weltbörsen um 20 bis 30 Prozent. Allerdings hatte er das schon im August 2013 ähnlich vorausgesagt. Damals tönte der Prophet: "Es riecht nach Crash!" Seither ist der Aktienmarkt um 1000 Punkte gestiegen.

Alan Greenspan
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Alan Greenspan

Er gilt als einer der großen Pessimisten in der internationalen Finanzszene. Der Ex-Chef der US-Notenbank Fed sagte während der Eurokrise 2011, dass die Gemeinschaftswährung zum Scheitern verurteilt sei. Dabei hatte er die Rechnung jedoch ohne die resolute Haltung Mario Draghis gemacht. der EZB-Chef sagte nämlich: „die EZB ist bereit, alles Erforderliche zu tun, um den Euro zu erhalten. Und glauben sie mir, das wird ausreichen”. Und tatsächlich: Mittlerweile hat sich die Lage für viele Krisenländer der Eurozone weitgehend stabilisiert, Irland und Portugal haben den Euro-Rettungsschirm sogar verlassen.

Wolfgang Münchau
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Wolfgang Münchau

Knapp daneben, ist auch vorbei, gilt wohl im Fall von Wolfgang Münchau. Im Juni 2012 schrieb der Ökonomie-Kolumnist und Crash-Prophet unter der Überschrift „ Ahnungslos in die Euro-Dämmerung“, dass ein Euro-Armaggedon unmittelbar bevor stehe. Der Euro stehe kurz vor dem Zusammenbruch und der große George Soros sei mit seiner Prognose, der Euro habe noch drei Gnadenmonate vor sich, viel zu optimistisch gewesen. Damit lag Münchau daneben: Die gesetzte Frist für den Euro verstrich ohne Crash und nun, zwei Jahre später, zahlen wir immer noch mit Euros.  

Paul Krugman
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Paul Krugman

Er gilt als einer der brillantesten Vordenker in der Wirtschaft. Trotzdem liegt auch er mit seinen Prognosen oft daneben.  2009 sah er Österreich wegen des Kreditrisikos heimischer Banken in Osteuropa als Pleitekandidat. Zwei Jahre später konstatierte er: "Österreich ist, nach den meisten Maßstäben, eine sehr erfolgreiche Volkswirtschaft, mit niedriger Arbeitslosigkeit und einem Zahlungsbilanzüberschuss“. 2012 lag er erneut daneben, als er einen baldigen Austritt Griechenlands aus dem Euro, sowie den Zerfall der Eurozone vorhersagte.

Max Otte
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Max Otte

Seit Jahren tingelt er von einem Fernsehtermin zum nächsten, Journalisten fragen ihn um seine Meinung, Anleger um Rat. Doch nicht selten stellten sich die Vorhersagen des Wirtschaftsprofessors aus Worms als leere Fehlprognosen heraus. 2009 empfahl der Deutsche seinen Landsleuten, Euroscheine mit den Länderkürzeln S, T, Y, V, P und M schnell umzutauschen. Der Grund: Angeblich stünden diese Kürzel für Scheine aus den Schuldenstaaten der Eurozone. Und diese wären wertlos und in Deutschland nicht mehr gültig, sollte es zu einer Abspaltung dieser Schuldenstaaten kommen. Doch tatsächlich sagen die fraglichen Buchstaben nichts darüber aus, wo die Scheine gedruckt wurden. Das musste sich dann auch Otte eingestehen: "Leider ist die Sache mit den Ländercodes banaler als damals gedacht.“ Es habe sich um eine Vermutung seinerseits gehandelt. "Heute weiß ich, dass da nichts dran ist“, erklärte der Crash-Prophet.

Harry Dent
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Harry Dent

Die Prognosen des bekannten US-Investors und Newsletter-Autor Harry Dent schwanken zwischen Euphorie und Verzagen. 2011 sagte der Crash-Prophet für den Dow Jones eine Absturz auf 3000 Punkte voraus und riet Anlegern, in den Jahren 2012 und 2013 dem Aktienmarkt fern zu bleiben. Wer diesem Rat folgte, verpasste eine Rallye des S&P 500 um fast 50 Prozent.

Warum Börsen-Propheten trotz ihrer häufigen Fehlprognosen so gefragt sind, weiß Joachim Goldberg von der Researchfirma Goldberg & Goldberg: "Immer mehr Leute haben ein komisches Gefühl, dass es an der Börse nicht mit rechten Dingen zugeht.“ Dadurch sei der Aufstieg der Crash-Propheten zu erklären, die mit ihren Vorhersagen die Wahrsager der Moderne sind. „Sie bringen Ordnung in das zufällige Geschehen, und sei es nur zum Schein."

„Aktien werden von einem Szenario profitieren, in dem das Wirtschaftswachstum mit hoher Wahrscheinlichkeit über einen längeren Zyklus keinen Höhepunkt erreichen wird“, schrieben die Strategen Adam Parker und Ellen Zentner von Morgan Stanley. Mit der verlängerten Expansion sei ein wesentlich stärker wachsender Aktienmarkt zu erwarten.

Im August alleine war der S&P 500 um 3,8 Prozent gestiegen und damit so stark wie zuletzt im Februar. Die Investoren wurden von der Erwartung einer weiter expansiven Geldpolitik mit zusätzlichen Lockerungen rund um die Welt motiviert. In den USA wird laut Bloomberg-Umfrage für das laufende Jahr ein Wirtschaftswachstum von zwei Prozent und von drei Prozent im kommenden Jahr erwartet.

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